Auf den Windschutzscheiben sind am Morgen noch Regentropfen, aber es regnet derzeit in Ölbrunn-Dürrn in der Nähe von Pforzheim nicht.

Ich habe heute noch rund 700 km zu fahren. Kurz nach 8 Uhr breche ich auf. Es fängt gleich gut an: nämlich mit einem Stau auf der Zufahrt zur Autobahn. Und mit dem nächsten Stau geht es weiter. Es beginnt leicht zu regnen. Obwohl ich größtenteils auf der Autobahn unterwegs bin, habe ich nach einer Stunde erst 50 km geschafft. Nach Stuttgart wird der Verkehr weniger, aber dafür fängt es stark zu regnen an. Um 9:30 lege ich auf der Raststation Gruibingen eine kurze Pause ein, steige aber bei diesem Wetter nicht aus.

Danach ist es meistens wieder trocken. Nicht weit hinter Ulm bremsen plötzlich die Autos vor mir und schalten die Warnblinkanlagen ein. Ein beschädigtes Auto steht quer auf beiden Fahrspuren, es dürfte zuerst die rechte Leitplanke berührt haben. Nach 10 Minuten kommt eine Ambulanz, wenig später ein Notarzt-Auto, dann die Feuerwehr. Nach 15 Minuten ist ein zweiter Feuerwehrwagen da. Nach 25 Minuten trifft ein schwarzer PKW mit Blaulicht (aber ohne Beschriftung) ein, dann ein Feuerwehr-Van, ein größeres Feuerwehrauto und dann wieder ein kleines. Und noch eine große Feuerwehr. Nach einer halben Stunde kommen zwei weitere große Feuerwehrautos, und jetzt lässt sich auch die Polizei blicken. Bis jetzt scheint niemand mit Aufräumarbeiten begonnen zu haben.

Google Maps empfiehlt, über Braunau am Inn zu fahren. Da ich Google etwas mehr vertraue als meinem Navi, gebe ich diese Stadt als neues Ziel ein. Bis dorthin sind es 247 km.

Nach 40 Minuten stellt jemand ein Gefahren-Dreieck mit dem Text "Ölunfall" auf. In Google Maps sehe ich, dass die Autos inzwischen bei der vorigen Ausfahrt von der Autobahn abfahren und eine Umleitung nehmen.

Nach 50 Minuten kehren einige Feuerwehrleute den Pannenstreifen. Es kommt noch ein Feuerwehrauto mit einem Spurwechsel-Anhänger. Die Feuerwehrleute stellen Hütchen auf.

Ich bin froh, dass ich eine Toilette an Bord habe. Und ausgerechnet da - nach ziemlich genau einer Stunde - geht es weiter. Schnell zurück auf den Fahrersitz und den Motor starten! Beim Vorbeifahren sehe ich, dass zwei Autos in den Unfall verwickelt waren, wobei das zweite Auto schwerer beschädigt ist. Nach der unfreiwilligen Pause wäre es zwar nicht nötig, schon wieder zu halten, aber ich habe Hunger. Darum bleibe ich um 11:45 am Parkplatz "Scheppacher Forst Süd" stehen.

Ich esse mein letztes Stück Brot, den letzten Aufstrich und den letzten Käse. Nur Zwiebeln habe ich noch genug.

Um 12:35 fahre ich weiter. Es regnet jetzt wieder. Da der Wind nach Osten weht, überhole ich die Regenwolke und fahre ihr davon. Die Fahrt verläuft nun problemlos, auch die Nordumfahrung von München - nur dass ich in einem Gegenverkehrsbereich die Ausfahrt verpasse und bei der nächsten umdrehen muss. Von München nach Passau ist deutlich weniger Verkehr. Kurz vor der Grenze regnet es, aber der Grenzübertritt erfolgt um 15:30 im Trockenen. Ich steuere in Braunau am Inn den Lidl an und kaufe einen Kaffee und das Abendessen. Ob ich ein Baguette um 35 Cent bekomme, wenn ich mich auf die Preise in Frankreich berufe?

Um 16:15 mache ich mich auf den Weg zum Pyhrnpass und erreiche nach zwei Stunden die Steiermark. Es ist jetzt teilweise bewölkt, aber meistens scheint die Sonne. In Österreich fährt es sich deutlich entspannter als in Deutschland. In Liezen gibt es vis-a-vis vom Lidl einen Parkplatz, ...

... wo ich meine vorletzte Dose Sardinen esse. Das 89-Cent-Baguette schmeckt nicht anders als jenes um 35 Cent.

Um 19:05 starte ich zur letzten Etappe. Um 20:30 ist die Bretagne-Reise zu Ende.
Meine Route:

Kilometerstand: 6682 km (680 km gefahren).
PS: Auf https://www.swp.de/lokales/neu-ulm/stau-nach-unfall-a8-bei-elchingen-voruebergehend-voll-gesperrt-77365479.html habe ich Folgendes gefunden:
Viele Kilometer Stau waren am Mittwochmorgen die Folge eines Unfalls auf der A8 nahe Elchingen. Informationen des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West zufolge stießen dort gegen 10.30 Uhr zwei Autos in Fahrtrichtung München zusammen. Der Grund: Der hintere Autofahrer war seinem Vordermann aus noch unbekanntem Grund hinten aufgefahren. Beide Autos gerieten durch den Zusammenstoß ins Schleudern, prallten gegen die dortige Leitplanke und kamen schließlich quer auf der Fahrbahn zum Stehen.
Bei dem Unfall wurde niemand verletzt, an den Autos sowie der Leitplanke entstand ein Sachschaden von rund 40.000 Euro. Nach dem Crash war die A8 an der betroffenen Stelle kurzzeitig voll und später für Arbeiten der Feuerwehr und Autobahnmeisterei teilweise gesperrt.






























