Wie erwartet hatte ich eine ruhige Nacht, ganz allein auf dem kleinen Parkplatz in einer Sackgasse am Rand von Vitre, einer Stadt mit fast 20.000 Einwohnern. Erst am Morgen hat sich ein PKW dazu gestellt.

Ich breche zu einer Stadtbesichtigung auf. Vitre stellt sich als eine gute Wahl fürs letzte Sightseeing auf dieser Reise heraus, denn die Altstadt ist sehr sehenswert. Hier ein paar Bilder:











Es folgt der wahrscheinlich letzte Einkauf bei einem französischen Lidl (für dieses Mal).

Am Lidl-Parkplatz verspeise ich den restlichen Schinken.

Als ich um 13 Uhr los fahre (natürlich weiterhin ohne Mautstraßen), zeigt das Navi bis Strasbourg genau 777 km an.

Das werde ich heute nicht schaffen, aber ich fahre einfach so weit ich komme und werde mir am Abend einen Platz zum Übernachten suchen. Am Anfang kommt gefühlt alle 1000 m ein Kreisverkehr, dass einem richtig schwindlig werden kann. Dann folgt die Route eine Weile schmäleren Straßen, wo man - wenn es erlaubt wäre - selten mehr als 80 km/h fahren könnte, und anschließend kommen längere Abschnitte auf autobahnähnlichen Schnellstraßen. Um 15:45 lege ich auf einem Rastplatz in der Nähe des Dorfes La Ventrouze eine Pause ein.

Um 16 Uhr gebe ich wieder Gas. Um 16:40 gerate ich in Saint-Remy-sur-Avre für 10 Minuten in einen Stau. Etwas später wird mir bewusst, dass mich das Navy ziemlich nah an Paris heran führt - vor der Abfahrt in Vitre habe ich extra die Routenführung angeschaut, und da wurde mir eine Route weiter südlich angezeigt. Es wäre besser gewesen, wenn ich Chartres und Fontainebleau als Zwischenziele eingegeben hätte. Jetzt ist es dazu zu spät. Ich habe gerade Versailles passiert, als es um 17:40 zu stauen beginnt. Lange geht es fast nur im Schritttempo weiter. Zwischen den Autokolonnen zischen Motorräder mit eingeschaltetem Warnblinker und hupend vorbei - es wundert mich, dass es da nicht regelmäßig zu Unfällen kommt. Der Abendverkehr in Paris und Umgebung ist der reinste Irrsinn. Vor mir auf der linken Spur steht plötzlich ein rechts blinkendes Auto. Ich erkenne, dass die Motorhaube offen ist und dass die Warnblinkanlage aktiviert ist, aber der Blinker links hinten ist kaputt. Ich zwänge mich auf die mittlere Spur, um vorbei zu kommen - eine Panne an dieser Stelle ist der Stoff, aus dem Alpträume sind. Auf den Wegweisern tauchen nun Nancy und Metz auf, das hilft mir bei der Orientierung. Endlich entferne ich mich wieder von Paris, und der Stau löst sich auf. Das Navi führt mich auf die Nationalstraße N4. Eigentlich hätte ich erwartet, dass alle paar Kilometer eine Parkmöglichkeit kommt, wie ich es während der Anreise in die Bretagne gesehen habe, aber ausgerechnet auf der N4 fehlen die Rastplätze. Ich nehme schließlich eine Ausfahrt und gelange ins Dorf Chatres, wo ich anhalte, um mich in der Karten-App zu orientieren. Ich suche in Park4night einen Übernachtungsplatz in der Nähe. Ein kleiner Parkplatz beim Friedhof des Dorfs Nesles in 17 km hat überwiegend gute Kommentare bekommen. Ich stimme diesen Park4night-Usern zu - es ist ein guter, ruhiger Platz, wo man vom einzigen Nachbarhaus durch eine hohe Hecke völlig abgeschirmt ist.

Fürs Abendessen verarbeite ich die letzten drei Eier aus dem Kühlschrank zu Eierspeise.

Mein Weg durch Vitre:

Meine Route:


Kilometerstand: 5476 km (392 km gefahren).