Dienstag, 2. Juli 2024

Frankreich, Tag 61 (Dienstag, 2.7.2024): Fahrt bis Pforzheim

Nach der ungewollten, anstrengenden Fahrt durch Paris schlafe ich heute lang. Um 8:45 verlasse ich den Friedhofsparkplatz im Dorf Nesles. Als Ziel gebe ich eine Tankstelle in Kehl an. Das Navi errechnet 412 km bis dorthin.


Auf der N4 ist wenig Verkehr. Abschnitte mit 80 und manchmal 90 km/h wechseln mit vierspurigen Teilstücken ab, auf denen 110 km/h erlaubt sind (und so gut wie alle Franzosen halten sich daran). Die Landschaft ist langweilig, die Dörfer und Städte sind uninteressant und hässlich. Oft fährt man kilometerweit geradeaus. Nur gelegentliche Ortsdurchfahrten bringen etwas Abwechslung. Nach eineinhalb Stunden beginnt es fein zu nieseln, später regnet es etwas mehr, aber die Intervallschaltung der Scheibenwischer reicht aus. Am Rastplatz Aire de Toul halte ich ...


... für eine Mittagspause mit Thunfisch und Baguette.


Um 12:45 fahre ich weiter. Bis Kehl sind es noch 178 km.


Es regnet nun mehr, zwischendurch hört es aber auch immer wieder auf. Die ersten hundert Kilometer fährt man vierspurig. Bei Moyenmoutier führt mich das Navi auf eine recht kurvenreiche Landstraße in einer schönen Gegend mit niedrigen Bergen und viel Wald. Ein "Route barree"-Schild ist mir schon abgegangen und zwingt mich, eine Umleitung zu fahren. Dann wird die Straße wieder breiter, und schließlich kommt die Autobahn bis kurz vor Straßburg. Um 15:30 überquere ich den Rhein und erreiche Deutschland, wo ich um 1,629 Euro tanke. Danach stelle ich mich auf den Park+Ride-Platz beim Bahnhof Kehl, wo ich am Beginn der Reise zweimal übernachtet habe.


Ich möchte heute noch rund 100 km fahren. Ich suche zuerst in der Promobil-App nach einem kostenlosen offiziellen Stellplatz, aber die Kommentare der User sind durchwegs miserabel. Wie gut, dass es Park4night gibt. Ich wähle einen Parkplatz nördlich von Pforzheim, auf dem ich heute Nacht meine Fahrtüchtigkeit wiederherstellen kann - wenn der Parkplatz nichts ist, habe ich noch genug Zeit, um bei Tageslicht einen besseren zu finden.


An die deutschen Raser muss ich mich erst wieder gewöhnen. 8 km vor der Ausfahrt in Pforzheim beginnt ein schlimmer Stau (aber doch angenehmer als in Paris, weil erstens klar ist, wohin man fahren muss, und es zweitens keine Motorräder gibt, die sich mit viel zu hoher Geschwindigkeit zwischen den Kolonnen durchdrängen). Später sehe ich den Grund: 10 km hinter dem Staubeginn gibt es eine Baustelle. Endlich kann ich die Autobahn verlassen. Mit 45 Minuten Verspätung erreiche ich um 18:45  den Parkplatz in Ölbronn-Dürrn, der nicht ganz an die guten Bewertungen in Park4night heranreicht: erstens ist man von der Straße her nicht völlig verdeckt, zweitens kommen trotz des leichten Regens lokale Hundebesitzerinnen, die ihre Wauwaus hierher zum Gassi-Gehen kutschieren, und drittens hängt unter dem Parkplatz-Schild eine Zusatztafel, die einen PKW zeigt. Ich beschließe aber trotzdem zu bleiben, ich war halt bereits so am Ende meiner Fahrtüchtigkeit, dass ich die Zusatztafel leider übersehen habe.


Heute verspeise ich meine letzte Packung Teigwaren.


Meine Route:



Kilometerstand: 6002 km (526 km gefahren).