Sonntag, 31. Mai 2026

Slowenien und Norditalien, Tag 12 (Sonntag, 31.5.2026): Ankunft in Südtirol

Die Skilift-Parkplätze auf der Ostseite des Monte Zoncolan in Friaul sind ein toller Übernachtungsplatz. Außer mir sind nur zwei slowenische WoMos hier gestanden. Am Morgen beträgt die Temperatur 13 Grad. Der Himmel zeigt eine Mischung aus Blau und Wolken.


Ich fahre noch einmal auf den Monte Zoncolan, da heute die Sicht besser ist. Ein paar italienische Wanderer sind schon vor mir da. Ich überlege, ob ich eine Wanderung unternehmen soll, aber das Wetter ist unbeständig, die Vorhersagen sind sich nicht einig, wann es zu regnen beginnen wird. Deshalb fahre ich weiter, zunächst auf der Ostseite (die nicht ganz so steil ist) ins Tal.




Auf dieser Seite des Berges kommt man sich fast vor wie auf einer Autobahn.


In Rigolato halte ich am Hauptplatz für einen kurzen Spaziergang durchs Dorf.



Am Ortsende gibt es beim Friedhof einen brauchbaren Übernachtungsplatz.


Vor mir erhebt sich der Monte Siera (2443 m). Der Parkplatz ein paar Kilometer vor Sappada liegt zwar direkt neben der Hauptstraße, in der Nacht dürfte es aber sehr ruhig sein.


Ich weiß nicht, wie lange ich in Cima Sappada in der blauen Zone stehen darf, darum setze ich nach ein paar Fotos den Weg fort.


Der große Stellplatz in Sappada hat schlechte Kritiken bekommen: zu teuer, Kreditkartenzahlung funktioniert nicht, Strom funktioniert nicht.


Ich sehe eine Tankstelle mit dem bisher besten Dieselpreis in Italien (1,959 Euro), darum fülle ich Ludwigs Tank. Auf einem Parkplatz in San Pietro di Cadore ...


... mache ich Mittagspause (Weckerl mit vegetarischer Wurst und Käse).


Für die Weiterfahrt nehme ich nicht die Hauptstraße, sondern mache zwei Umwege, zuerst rechts den Berg hinauf nach Costalta (es regnet leicht, hört aber bald wieder auf; weitere Regenwolken sind aber nicht fern und ich höre Donner), dann wieder hinunter und links hinauf nach Danta di Cadore. Beide Umwege sind eineinhalb bis zweispurig, zwar mitunter steil und mit engen Serpentinen, würden aber auch für Ludwig van Tourer kein Problem darstellen.





Wenn ein normalgroßes WoMo in Padola übernachten möchte (oder auch nur halten, um das Städtchen zu besichtigen), hat es Pech gehabt. Mit Ludwig Junior lache ich über Höhenschranken nur.


Aber wenigstens die Kirche ist offen.


Um 14:20 erreiche ich den Kreuzbergpass (1636 m) und damit Südtirol sowie das Gebiet der Dolomiten (UNESCO-Welterbe) - gerade rechtzeitig, denn ab morgen bis Ende September ist das Parken hier gebührenpflichtig.


Ich fahre die Passstraße hinunter und biege in Moos links ins Fischleintal ab. Die Betreiber der Rotwand-Seilbahn haben kein Interesse an Kunden, die mit Wohnmobilen kommen, denn die Parkplätze sind für maximal 2,35 m hohe Fahrzeuge zugänglich (Parkverbot zwischen 22 und 5 Uhr).


Die Straße endet zwei Kilometer weiter bei der Fischleinbodenhütte. Parkgebühren: erste Sunde 5 Euro, jede weitere 2 Euro, maximal 15 Euro pro Tag.


In Sexten gibt es einen kleinen kostenlosen Parkplatz, auf dem auch WoMos (in Kastenwagengröße) unterkommen. Für ein paar Stunden kann man auch bei der Seilbahn gratis parken, aber dort muss man ein Ticket ziehen, damit sich der Schranken öffnet. Übernachten ist dort möglich, aber teuer (PKWs zahlen 30 Euro, Wohnmobile 40 Euro zusätzlich zu den sonstigen Parkgebühren).


Der Ort scheint nur aus Hotels zu bestehen. Abgesehen von der schönen Kirche versäumt man nicht viel, wenn man Sexten links liegen lässt.





Vor fünfeinhalb Jahren habe ich zwischen Innichen und Österreich bei einem Fußballplatz übernachtet. Ich überprüfe, ob das nach wie vor möglich ist - ja. Es schaut nach Regen aus.


Mein Abendessen: Brote mit Guacamole. Joghurt mit Heidelbeeren und Nüssen.


Mein Weg durch Rigolato:


Mein Weg durch Sexten:


Meine Route:



Kilometerstand: 2208 km (126 km gefahren).

Samstag, 30. Mai 2026

Slowenien und Norditalien, Tag 11 (Samstag, 30.5.2026): Irrfahrt

Der Übernachtungsplatz beim Dorf Basovizza nahe Triest dürfte beliebt sein - es handelt sich ja auch um einen vorzüglichen Ort, um Triest und Umgebung zu erkunden. Drei WoMos (darunter ein Selbstausbau, der aussieht wie ein Straßenbau-Fahrzeug), ein kleinerer Camper mit Aufstelldach und zwei Mini-Camper haben hier die Nacht verbracht. Am Morgen hat es 11 Grad, aber sobald die Sonne scheint, wird es rasch angenehm warm.


Damit ich rechtzeitig nach Gemona komme, wo ich eine Sim-Karte kaufen möchte (das habe ich dort schon einmal gemacht), fahre ich kurz nach halb acht los. Die Route führt zuerst über eine mautfreie Autobahn. Später folgt eine schmale Strecke, wo mir fast nur Radfahrer begegnen. In San Giovanni al Natisone, rund 25 km vor Udine, komme ich an einem Lidl vorbei.


Ich bin noch ungefähr 20 km von Gemona entfernt, als ein querstehendes Polizeiauto die Weiterfahrt versperrt. Alle müssen wenden. Nach ein paar Kilometern halte ich an einer geeigneten Stelle und rufe Google Maps statt Here We Go auf.


Die App meldet, dass bei der Routenplanung Straßensperren aufgrund einer Sportveranstaltung berücksichtigt werden. Allerdings will mich auch dieses Navi zum Punkt führen, wo der nur italienisch sprechende Polizist niemand weiterfahren lässt. Ich nehme eine Abbiegung nach rechts, aber nach wenigen Kilometern ist auch diese Straße gesperrt. Mit Hilfe des Google Übersetzers erfahre ich, dass Gemona bis 13 Uhr nicht erreichbar ist (der Giro d'Italia findet dort statt, wie ich später im Internet lese). Um diese Zeit hat der Shop der Telekom-Firma Windtre aber schon geschlossen. Ich lasse Google nach anderen Filialen suchen und gelange zu einem Einkaufszentrum in Udine. Dort kaufe ich um 25 Euro eine Simkarte, mit der mir für ein Monat 150 GB Datenvolumen zur Verfügung steht. Ich lege die Karte in die Fritzbox ein und schalte in der Admin-Oberfläche auf Italien um. Nach dem Neustart des Routers muss ich nur noch den Provider W3 auswählen, danach habe ich Zugang zum Internet.


Ich möchte zu dem Platz neben der Straße zurück, wo ich vorhin gestanden bin, um dort zu Mittag zu essen. Also gebe ich wieder Gemona als Ziel ein. Das Navi führt mich von der Ausfahrt des Einkaufzentrums jedoch auf eine andere Strecke und schließlich zu neuen Straßensperren. Ich komme mir vor wie in einem Labyrinth. Mit Hilfe von Google Maps bringt mich diese Irrfahrt schließlich zu einem Rastplatz in der Nähe von Savorgnano del Torre. Allerdings fahren hier viele Autos vorbei, da will ich den Gaskocher nicht auspacken. Außerdem ist mir wegen des Herumkurvens inzwischen der Appetit vergangen. Eine Packung Keks reicht mir heute als Mittagessen.


Um halb zwei zeigt das Thermometer 35 Grad an (in Ludwig noch mehr) - höchste Zeit, die Klimaanlage wieder einzuschalten. Ich beschließe, mich Südtirol zu nähern, so dass ich morgen mit der Besichtigung beginnen kann. Dabei will ich auch einige Park4night-Spots in Augenschein nehmen. Der erste bei einer Sportanlage in Ovaro schaut nicht schlecht aus, allerdings sollte man wahrscheinlich relativ spät kommen, falls hier am Abend Sportler parken. Ein zweiter Platz aus Park4night ein paar hundert Meter weiter den Berg hinauf scheint ein Privatgelände zu sein.


Man hat schöne Sicht auf einen Ort auf der anderen Talseite.


Ovaro liegt auf rund 550 m Seehöhe. Eine einspurige Asphaltstraße führt von hier auf den 1750 m hohen Monte Zoncolan, freigegeben für Autos bis 6 m Länge und 2,5 m Höhe - also nichts für Ludwig van Tourer, wobei ich nicht sicher bin, ob er die Strecke bis zu den niedrigen Tunneln bezwingen könnte (ich habe schon mit Ludwig Junior Mühe, die engen, steilen Serpentinen im ersten Gang zu schaffen). Laut Wikipedia beträgt die Durchschnittssteigung 11,5 %, zeitweise werden 22 % erreicht. Ich kann mich nicht erinnern, je eine so schwierige Strecke gefahren zu sein. Zum Glück kommen mir nur zwei Autos entgegen sowie mehrere Motorräder.


Oben hat man eine tolle Aussicht (leider ist es ziemlich dunstig).








Steil bergab erreicht man nach ein paar Kilometern in 1300 m Höhe große Skilift-Parkplätze, wo auch Wohnmobile (die von der anderen Seite des Berges herauffahren müssen) übernachten können. Es ist fast 17 Uhr. Ich beschließe, hier zu schlafen. Falls das Wetter gut und die Sicht besser ist, kann ich morgen nochmals den Monte Zoncolan bezwingen.


Ich interpretiere dieses Verkehrszeichen so, dass WoMos hier ohne Campingverhalten parken dürfen. Vielleicht ist aber auch gemeint, dass sie weiter hinten am P4 stehen sollen, denn dort fehlt der "No camping"-Zusatz.


Ich koche ...


... und esse Berner Würstchen mit dem restlichen Bohnensalat. Und Joghurt mit Heidelbeeren und Nüssen.


Meine Route (ohne die Irrfahrt aufgrund der Straßensperren wegen des Radrennens, denn die kann ich nicht mehr nachvollziehen):




Kilometerstand: 2082 km (233 km gefahren).