Donnerstag, 22. Oktober 2020

Südtirol, Tag 1 (Donnerstag, 22.10.2020)

Der Herbsturlaub Ende Oktober - kurz bevor Ludwig van Tourer in den Winterschlaf geht - ist bereits Tradition. Auch im Jahr der Corona-Pandemie möchte ich nicht darauf verzichten. Ich bin gestern Nachmittag von Wien in die Steiermark gefahren und habe den Wassertank des Reisemobils gefüllt. Heute schlafe ich bis 7:15, dusche, frühstücke und bringe die letzten Ausrüstungsgegenstände in den Wagen. Um 9:05 breche ich bei nebligem Wetter auf, doch schon 100 Höhenmeter weiter oben scheint die Sonne. Im Mürztal komme ich noch einmal in eine Nebelsuppe, aber ab dem Murtal gibt es weitgehend wolkenlosen Himmel. Als erstes Ziel habe ich eine Tankstelle in Villach eingegeben, die um mehrere Cent billiger als andere Tankstellen ist. Wegen überraschend vieler Baustellen und Gegenverkehrsbereiche schaffe ich es allerdings nicht, sie vor 12 Uhr zu erreichen. Ich disponiere daher um und halte zunächst beim Lidl in der Nähe der Falle Campingwelt. Hier kaufe ich Lebensmittel und einige Getränke und esse einen Mittagssnack.



Danach checke ich in der ÖAMTC-App die Treibstoffpreise. Diesel kostet in der Sankt-Johanner-Straße weiterhin 86,9 Cent. Ich tanke 95 Liter und fahre danach zu einem Hofer, weil ich beim Lidl vergessen habe, Baguettes zu kaufen, und außerdem keine Müsliriegel bekommen habe.



Da Wien in vielen Ländern als Risikogebiet gilt, bin ich heuer bei der Auswahl des Reiseziels ziemlich eingeschränkt. Italien läßt Österreicher derzeit ohne Quarantänepflicht einreisen, deshalb habe ich beschlossen, nach Südtirol zu fahren. Ich gebe die Adresse eines Fußballplatzes kurz hinter der Grenze, die ich im Womo-Reiseführer gefunden habe, ins Navi ein, um zu schauen, ob man dort übernachten kann. 20 km vor der Grenze erscheint am iPad eine Warnung, dass der Akku fast leer ist (obwohl er am Stromkabel hängt, wird er nicht geladen). Ich halte bei einem Hofer, stecke das iPad bei einer anderen Steckdose an und warte, bis die Akkuladung von 9 auf 18 Prozent gestiegen ist. Danach fahre ich weiter. Um 16:10 überquere ich die Grenze, die nur an einem Schild mit den italienischen Höchstgeschwindigkeiten zu erkennen ist. Bald darauf erreiche ich den Fußballplatz und beschließe, hier die Nacht zu verbringen.



Zuvor fahre ich aber drei Kilometer weiter nach Innichen. Im Womo-Reiseführer sind die Koordinaten einer Straße abgedruckt, in der Reisemobile parken können (60 Minuten Parkdauer mit Parkuhr).



Ich gehe zuerst zur Heiliggrabkirche, auch Außerkirchl genannt, die leider geschlossen ist.



Nicht weit entfernt steht am Beginn der Fußgängerzone das Franziskanerkloster. Ich rüttle an der Tür, aber sie ist versperrt.



Einige Steinfiguren machen auf ein Museum aufmerksam.



Die Fußgängerzone führt geradewegs zur Pfarrkirche St. Michael.



Ein Schild weist darauf hin, dass man hier eine Maske tragen muss. Ich bin allerdings nicht sicher, ob das noch aktuell ist, denn ich glaube mich an einen Zeitungsartikel zu erinnern, dass mittlerweile in Italien überall im Freien (nicht nur in Fußgängerzonen) Mund-Nasen-Schutz vorgeschrieben ist. Beim Fotografieren läuft mir ständig die Brille an, so dass ich die Nase meistens unbedeckt lasse (es sind wenige Menschen unterwegs, so dass Abstand halten kein Problem ist).



Im September habe ich in der Schweiz zwei „Weiße Rössl“ gesehen. In Innichen befindet sich ebenfalls eines, wobei der Wirt offenbar zu den Corona-Leugnern gehört.



Das Tor der St. Michaels-Kirche ist unversperrt, aber man kann nur durch ein Gitter von hinten in den Kirchenraum blicken.



Als ich die Kirche umrunde, bemerke ich, dass sie einen runden Turm besitzt, der an einen Leuchtturm erinnert.



Gleich hinter der St. Michaels-Kirche befindet sich die Stiftskirche, ...



... die ich auch innen besichtigen kann.



Anschließend spaziere ich durch den sehenswerten Friedhof.



Es ist bereits mehr als eine Stunde vergangen, seit ich Ludwig verlassen habe, aber ich gehe davon aus, dass heute keine Kontrolleure unterwegs sind. Da es bereits 18 Uhr ist und um 18:10 die Sonne untergeht, mache ich mich auf den Rückweg.



Ich fahre zum Fußballplatz zurück, wo ich Bohnen mit Speck und grünen Salat esse.



Meine Route:



Kilometerstand: 367 km.