Freitag, 23. Oktober 2020

Südtirol, Tag 2 (Freitag, 23.10.2020)

Ich wache um 7 Uhr auf. Es ist noch finster, denn die Sonne geht erst um 7:40 auf. Ein paar Minuten zuvor färbt sich der Himmel im Osten rot.



Eigentlich hatte ich vor, zum Pragser Wildsee zu fahren, doch da es heute bewölkt ist, verschiebe ich diesen Ausflug auf einen Tag mit mehr Sonnenschein. Ich beschließe, den Ort Toblach zu besichtigen, und fahre kurz vor 9 Uhr los. Zuvor schaue ich mir einen potenziellen Übernachtungsplatz aus dem Womo-Reiseführer an (da die Sonne früh untergeht, hat man am Abend wenig Zeit für die Suche). Er befindet sich neben einer Biathlon-Bahn, vermutlich sind die Autos, die hier parken, also nur tagsüber da.



In Toblach sind am großen Parkplatz in der Kurze Wand Straße ein paar Plätze für Wohnmobile reserviert (3 Stunden Parkdauer, Nachtparkverbot).



Ich gehe ins Zentrum. Bei 9 Grad Temperatur läuft wegen der Maske dauernd meine Brille an. Liebe Politiker: eine Maskenpflicht im Freien, wenn zwischen den Fußgängern nicht nur ein Babyelefant, sondern auch ein ausgewachsenes Mammut genügend Platz hat, ist nicht nur unsinnig, sondern führt dazu, dass sich die Leute auch an sinnvolle Regeln immer weniger halten.



Die grüne Barockkirche ...



... kann auch innen besichtigt werden.



Neben der Kirche befindet sich die Herbstenburg.



Da der Regen noch auf sich warten lässt, beschließe ich, nach Süden durchs Höhlensteintal zu fahren. Der Parkplatz am Toblacher See ist gebührenpflichtig (Wohnmobile zahlen 3 Euro pro Stunde oder 10 Euro für den Tag; Nachtparkverbot), aber ein Schweizer Tourist bemüht sich vergeblich, den Automaten dazu zu bringen, ein Ticket auszugeben. Schließlich macht er sich ohne zu zahlen auf den Weg rund um den See. Ich hingegen fahre weiter.



Bald darauf taucht rechts ein großer Parkplatz (Nachtparkverbot) auf.



Er gehört zum Kriegerfriedhof Nasswand, wo fast 2000 im Ersten Weltkrieg gefallene Soldaten bestattet sind.



Da es schon fast Mittag ist, esse ich eine Dose Sardinen. Um 12:30 fahre ich weiter. Den nächsten Fotostopp lege ich nach ein paar Kilometern beim Dürrensee in 1400 m Seehöhe ein.



Der 1530 m hohe Pass Im Gemärk liegt an der Grenze zwischen Südtirol und Venetien.



Während ich die weitere Route plane, bemerke ich ein paar Tröpfchen auf der Windschutzscheibe. Ich beschließe, die Cristallo-Berggruppe zu umrunden. Bergab ist die Straße feucht, es regnet jedoch nicht. Ich durchquere Cortina d‘Ampezzo. Von hier führt eine Straße mit abschnittsweise 12 Prozent Steigung auf den rund 1800 m hohen Passo Tre Croci. Nun beginnt es leicht zu regnen. Nach dem Pass geht es ein Stück bergab auf 1650 m, dann wieder bergauf zum Misurinasee in 1750 m Seehöhe. Kurz davor halte ich für ein paar Fotos, ...



... werfe auch einen Blick zurück...



... und ärgere mich, denn die App, mit der ich diesen Blog schreibe, stürzt ab und verschluckt die Hälfte des heutigen Textes (obwohl ich regelmäßig gespeichert habe). Es regnet nun stärker. Ich parke beim Misurinasee und schreibe noch einmal die verschwundene Hälfte meines Blogbeitrags. Im Reiseführer lese ich, dass vom Nordufer des Sees eine Mautstraße zu Parkplätzen führt, von denen man eine Wanderung um die drei Zinnen machen kann. Vielleicht wird das Wetter in den nächsten Tagen wieder schöner, so dass ich diese Tour unternehmen kann, ansonsten muss ich sie auf einen künftigen Südtirol-Aufenthalt verschieben. 



Um 15:30 breche ich - noch immer bei leichtem Regen - wieder auf. Nach 5 km erreiche ich Südtirol und nach einem weiteren Kilometer die Straße durchs Höhlensteintal, die ich in der Gegenrichtung bereits gefahren bin. Im Womo-Reiseführer ist beim Fußballplatz in Niederdorf ein Stellplatz eingetragen. Ich fahre dort hin und beschließe, heute Frühschluss zu machen und hier die Nacht zu verbringen. 



Meine Route:



Kilometerstand: 453 km (86 km gefahren).