Während sich die Wetter-Apps gestern nicht einig waren, sieht es nun nach einem Tag ohne Regen aus. Auf einer gut ausgebauten, teilweise vierspurigen Straße lege ich nicht ganz 40 Kilometer bis Karlsbad zurück. Ich parke beim Bahnhof. Die Tageskarte kostet 80 Kronen (Übernachtung möglich) und ist möglicherweise gar kein so schlechter Platz, da keine Straße vorbeiführt.
Karlsbad alias Karlovy Vary hat fast 50.000 Einwohner und gehört zusammen mit einigen anderen Kurstädten zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Hotels und Kuranlagen befinden sich in einem Tal des Flusses Tepla, der unterhalb meines Stellplatzes in die Eger mündet. Ich spaziere zunächst auf der einen Uferseite bis zum Stadtende und dann auf der anderen Seite zurück, wobei ich zwei Abstecher mache, nämlich zum Aussichtsturm Dianaturm (man könnte auch mit einer Standseilbahn fahren, aber ich bin zu Fuß unterwegs) und zur russisch-orthodoxen Kirche. Es gibt viele Fotomotive, u.a. eine heiße Quelle, deren Wasser bis zu 14 Meter in die Höhe schießt. Morgen beginnt das 56. Internationale Filmfestival, wofür an verschiedenen Stellen die Anlagen vorbereitet werden. Ich halte die Augen offen, aber Benicio del Toro oder Geoffrey Rush sehe ich leider nur auf Plakaten. Hier eine Auswahl an Fotos meines mehr als sechsstündigen Rundgangs (mit 15 Minuten Pause, weil eine unangekündigte Regenwolke ausgerechnet über Karlsbad ihr Wasser ablassen musste):
Kurz nach 15 Uhr bin ich in Ludwig zurück. Ich mache etwas mehr als eine Stunde Pause und überlege, ob und was ich heute noch unternehme. Morgen soll es regnen, das heißt, der Freitag wird ein Ruhetag, also kann ich mich heute ruhig noch etwas anstrengen. In rund 10 km Entfernung befindet sich der Ort Loket, den ich in meiner Reiseplanung dunkelgrün markiert habe. Ich verlasse Karlovy Vary auf der Autobahn (in der Gegenrichtung muss etwas passiert sein, obwohl ich keinen Unfall sehe - jedenfalls ist dort die Fahrbahn von der Polizei gesperrt, und die Autos stehen in einem kilometerlangen Stau). Der Parkplatz kostet für ein Wohnmobil 50 Kronen. Ich bezahle für zwei Stunden.
Loket (auf deutsch Elbogen mit einem L) liegt auf einem Felsen in einer Schlinge des Flusses Eger. Ich betrete das kleine Städtchen über eine Brücke. Schon Goethe war mehrmals hier zu Besuch. Einige Szenen des Bond-Films „Casino Royale“ wurden in Loket gedreht. Hier ein paar Fotos:
Ich möchte unbedingt noch zu einem Aussichtspunkt mit Blick auf Loket, aber der Wanderweg ist bis zum 30.6. gesperrt. Ich denke mir: wenn er morgen wieder zugänglich ist, sollte der Weg auch schon am 30.6. abends problemlos zu begehen sein. Also schlüpfe ich unter der Absperrung durch. In regelmäßigen Abständen wurden kleine Löcher neben dem Weg gegraben - möglicherweise soll ein Geländer gebaut werden (das wird aber bis morgen sicher nicht fertig sein). Es kommt noch eine Absperrung, so dass ich den Aussichtspunkt legal erreiche.
Auf dem Weg zum Parkplatz kann ich noch ein Foto von Loket schießen.
Ein paar Kilometer weiter ist in Park4night ein Übernachtungsplatz eingetragen. Neben der Hauptstraße befindet sich ein großer asphaltierter Parkplatz, danach kommt ein noch größerer, der nicht asphaltiert ist, und zuletzt ein kleiner, der zu einem Fußballplatz gehört. Ich stelle mich ins Eck des nicht asphaltierten Platzes ...
... und esse Kaiserschmarrn mit Kompott.
Meine Route:
Kilometerstand: 2272 km (55 km gefahren).