Sonntag, 3. Juli 2022

Tschechien, Tag 27 (Sonntag, 3.7.2022)

Am Morgen sehe ich, dass ein paar Meter weiter irgendwann ein Autofenster eingeschlagen wurde (auf dem Boden liegen Glassplitter). Ich glaube nicht, dass das in der Nacht passiert ist - zumindest habe ich nichts gehört -, sondern dass ich das gestern übersehen habe. Vielleicht hätte ich aufgrund dessen einen anderen Übernachtungsplatz gesucht. Aber jedenfalls ist nichts passiert, und auch nach meiner Pilsen-Besichtigung, zu der ich um 8:30 aufbreche, wartet Ludwig unbeschädigt auf mich.



Auch wenn Pilsen die viertgrößte Stadt Tschechiens ist, nimmt die Besichtigung nicht allzu viel Zeit in Anspruch - in zwei Stunden hat man bei gemütlichem Spazieren die Attraktionen absolviert. Ich umrunde zunächst das fast quadratische Stadtzentrum (mit einem Abstecher zum „Thank you, America“-Denkmal zum Gedenken an die Befreiung der Stadt am 6.5.1945) bis zur Synagoge (eine der größten der Welt), dann gehe ich zum großen Platz der Republik in der Mitte, auf dem die St.-Bartholomäus-Kirche errichtet wurde. Hier ein paar Fotos:

























Um 11 Uhr esse ich ein paar Sandwiches mit Wurst und Käse und überlege, dass ich im Biermuseum die deutschsprachige Führung um 12:10 machen könnte. Als ich aber 25 Minuten vorher zum Museum komme, sind alle Eintrittskarten bereits verkauft. Also fahre ich kurz nach 12 aus Pilsen ab in Richtung Österreich. Ich nehme nicht die schnellste Route, die auf der Autobahn nach Prag führen würde, sondern werde im Waldviertel in Österreich einreisen. Ab Tabor habe ich ein Stück Autobahn. Als ich sie vor Budweis verlasse, halte ich neben dem großen Horusitzer Teich für eine Pause.



Bei der Weiterfahrt sehe ich plötzlich einen orangen Pfeil nach links mit der Beschriftung Wien. So unscheinbar kann eine Umleitung einer wichtigen Straße doch nicht sein, denke ich. Doch, kann sie! In Trebon stehe ich plötzlich vor einer Straßensperre, die nicht einmal Google Maps kennt. Unter dem Protest des Navis fahre ich zurück und dann immer in Richtung der orangen Pfeile, hoffend, keinen zu übersehen. Mein Navi will mich dann schon zu einem anderen Grenzübergang leiten, aber ich folge hartnäckig der durch die Umleitungspfeile vorgegeben Richtung - bis ich wieder in Trebon mit, jetzt aber offensichtlich auf der anderen Seite der Straßensperre (ein Umweg von sicherlich 20 Kilometern!). Danach geht‘s weiter Richtung Österreich, und um 16:37 überquere ich die Grenze in Neu-Nagelberg nördlich von Gmünd. Die Tankstellen verlangen 2,08 Euro für einen Liter Diesel - hat es mich nach Skandinavien verschlagen? In Schwarzenau lege ich nochmals eine Pause ein.



Nun habe ich noch genau 111 km vor mir, die ich problemlos - ohne Umleitungen - absolviere. Um 18:35 erreiche ich die Nebenstraße, über die man zur Falle Campingwelt gelangt. Hier werde ich heute schlafen.



Meine Route (ohne Umleitung in Trebon):



Kilometerstand: 2872 km (363 km gefahren).