Sonntag, 11. September 2022

Slowenien, Tag 14 (Sonntag, 11.9.2022)

Die zweite Woche des Urlaubs geht zu Ende. Ich schlafe bis 7:30 Uhr. Es ist bewölkt, aber die Wolken werden sich wahrscheinlich bald auflösen. Die Temperatur draußen beträgt 15 Grad, in Ludwig habe ich ohne zu heizen 1 Grad mehr, was sich problemlos aushalten lässt (Training für den bevorstehenden Winter mit wenig und teurem Gas). Ludwig van Tourer ist das einzige Wohnmobil, das auf den Parkplatz in Skofja Loka übernachtet hat. Man merkt deutlich, dass die Nebensaison begonnen hat und weniger Womos unterwegs sind - nur in den Hotspots wie dem Soca-Tal, in dem ich mich in den nächsten vier Tagen aufhalten werde, wird es noch ziemlich voll sein.



Ich gebe Crngrob als Ziel ins Navi ein, weil es dort eine schöne Wallfahrtskirche geben soll. Das Navi will, das ich bei einer sehr schmalen Straße abbiege, was meiner Meinung nach nicht stimmen kann, weil dort nicht einmal ein Wegweiser steht. Etwas später kommt tatsächlich ein Wegweiser nach Crngrob, aber er ist - offenbar wegen Straßenbauarbeiten - durchgestrichen. Ich verzichte auf die Kirche (in der jetzt wahrscheinlich sowieso eine Messe stattfindet) und programmiere Mojstrana im Norden des Triglav-Nationalparks als neues Ziel ein. Nach Kranj, der viertgrößten Stadt Sloweniens, erreiche ich die Autobahn, die ich vor einer Woche bis zur Abfahrt nach Bled bereits gefahren bin. Es ist viel Verkehr, hauptsächlich Autos mit deutschem Kennzeichen, für die vermutlich der Urlaub zu Ende ist. Ich verlasse die Autobahn und erreiche ein paar Kilometer weiter Mojstrana. Nach einer engen Ortsdurchfahrt komme ich kurz nach 10 Uhr zum Parkplatz. Dieser ist nicht sehr groß - im Sommer hätte ich wahrscheinlich um diese Zeit keinen Platz bekommen. Ich könnte die Parkgebühr (10 EUR für Womos bis 22 Uhr; Autos zahlen 80 Cent pro Stunde oder 5 Euro pro Tag) mit Easypark bezahlen, aber diese App verrechnet zusätzlich 1,50 EUR Gebühr - da es die Alternative Bankomatkarte gibt, wähle ich diese für den Bezahlvorgang. 



Ein elektronisches Schild zeigt an, dass ein Parkplatz im Tal voll ist, aber Wohnmobile dürfen ohnehin nicht mehr weiter fahren.



Um 10:40 habe ich mich für die Wanderung adjustiert und marschiere los. Ich folge ungefähr 1 km lang der Straße bis zu einem Parkplatz, ab dem ich die Tour in Komoot geplant habe. Ein deutsches Wohnmobil hat das Fahrverbotsschild übersehen oder ignoriert.



Ich überquere den Bach ...



... und gehe dann auf einem Waldweg.



Der Weg wird wieder breiter und verläuft manchmal am Bach entlang und manchmal etwas weiter weg. Es geht leicht bergauf, aber man merkt die Steigung gar nicht.



Nach einer Brücke ...



... muss man noch ein Stück auf der Straße gehen.



Dann biegt man rechts zum Pericnik-Wasserfall ab. 



Ich erreiche den ersten Aussichtspunkt.



Über einen Weg, der auf einem Wegweiser als „sehr schwierig und ungesichert“ beschrieben wird, ...



... gelangt man noch höher hinauf.



Hier kann man hinter dem Wasserfall zur anderen Seite gehen. Man wird dabei nass, weil Wasser vom Gestein tropft, und Schuhe mit rutschigen Sohlen (oder gar Schlapfen, die der Copilot gerne trägt) können hier lebensgefährlich sein, denn der Weg ist schlecht ausgebaut. An einer Stelle muss ich mich hinknien und vorsichtig ein Bein nach unten ausstrecken, um eine schwierige Stelle zu überwinden.



Der Aussichtspunkt auf der anderen Seite des Wasserfalls ...



... ist von der Straße aus einfacher zu erreichen, denn hier wurden Stufen und Geländer gebaut. 



Man könnte über einen „schwierigen, ungesicherten“ Weg noch zum oberen Wasserfall hinaufsteigen, aber der Durchgang hinter dem Wasserfall hat meine Abenteuerlust für heute gestillt. Unten neben der Straße befindet sich ein weiterer kleiner Parkplatz. Es ist 12:20 Uhr, darum setze ich mich auf ein paar Steine und trinke ein Yfood als Mittagessen.



Als ich wieder aufbreche, komme ich an einer Stelle vorbei, wo der Wasserfall auch von der Straße aus zu sehen ist.



Der Weg zurück ist einfacher als meine Mistplatzrunde in Wien. Um 13:10 Uhr bin ich bei Ludwig zurück, wo ich mich umziehe und den Blog schreibe (wenn man allein unterwegs ist und alles - inkl. Abendessen-Kochen - selbst machen muss, wird man damit kaum fertig, wenn man nicht schon untertags die meisten Texte ins iPad eintippt).



Um 14 Uhr mache ich mich auf den Weg zu den Schanzen von Planica, wo ich im Laufe dieses Urlaubs vielleicht noch übernachten werde. Es beginnt leicht zu regnen, aber das dürfte nur eine vereinzelte Wolke sein, die ihre Ladung fallen lässt. In Planica gibt es nur einen gebührenpflichtigen Parkplatz, darum drehe ich gleich um und mache mich auf den Weg zum Campingplatz in Soca. Die Route über den Vrsic-Pass ist mit rund 50 km ein wenig länger als über Italien. Am Südende von Kranjska Gora halte ich auf einem großen Parkplatz, um ein Foto zu schießen. Die Parkgebühr ist analog wie jene in Mojstrana.



Die Straße über den Vrsic-Pass ist zwar zweispurig, aber mit schmalen Spuren und engen Serpentinen, die meistens nur im 1. Gang zu meistern sind. Gelegentlich gibt es Plätze, wo man kurz halten kann (besser von der Gegenrichtung erreichbar), aber überall verdecken Bäume den Blick auf die Berge. Dann kommt ein kleiner Parkplatz, auf dem ich stehen bleibe. Ich befinde mich bei der Russischen Kapelle (zum Gedenken an russische Kriegsgefangene, die im ersten Weltkrieg diese Straße bauen mussten).



Einige Kehren weiter lege ich eine kurze Fotopause ein.



Nächster Stopp bei Kehre 17 auf 1418 m:



Auf der Passhöhe gibt es eine wunderbare Aussicht, aber es ist viel los. Ich habe keine Lust, Ludwig irgendwo zwischen andere Autos zu quetschen, zumal ich mir vorgenommen habe, irgendwann - vielleicht nächstes Jahr? - einen mehrtägigen Kurzurlaub im Triglav Nationalpark mit Ludwig Junior zu machen (da man hier sowieso auf Campingplätzen stehen muss, ist die fehlende Dusche kein Nachteil). Ich fahre also gleich weiter. Die Straße auf dieser Seite ähnelt jener auf der anderen. Zum Glück hat Ludwig eine Bergabfahrhilfe, sonst würden die Bremsen wahrscheinlich schon nach der Hälfte der Bergabfahrt ihren Geist aufgeben (dass beim Womo vor mir fast ununterbrochen die Bremslichter leuchten, kann nicht gesund sein). Hinauf und hinunter weist die Passstraße 50 Kehren auf. Das Stilfser Joch ist zwar noch schwieriger zu fahren, aber der Vrsic-Pass kommt schon bald danach (gut, dass ich die gesamte Fahrt mit der Dashcam aufgenommen habe - da kann ich sie mir mal in Ruhe anschauen). Schließlich erreiche ich das Soca-Tal und um 16:45 das Camp Soca.



Es gibt hier keine fixen Parzellen, sondern man kann sein Womo, Zelt oder seinen Wohnwagen einfach auf eine freie Grasfläche positionieren. Nach dem Check-in schaue ich mich zu Fuß um und entscheide mich für ein Plätzchen auf der zweiten Terrasse. Hier muss ich nur eine Treppe hinunter gehen, um zum Sanitärgebäude zu gelangen.



Mein heutiges Abendessen sind Asia-Nudeln mit Vogerlsalat.



Meine Wanderung:



Meine Route:



Kilometerstand: 1149 km (122 km gefahren).