Der Übernachtungsplatz beim Dorf Basovizza nahe Triest dürfte beliebt sein - es handelt sich ja auch um einen vorzüglichen Ort, um Triest und Umgebung zu erkunden. Drei WoMos (darunter ein Selbstausbau, der aussieht wie ein Straßenbau-Fahrzeug), ein kleinerer Camper mit Aufstelldach und zwei Mini-Camper haben hier die Nacht verbracht. Am Morgen hat es 11 Grad, aber sobald die Sonne scheint, wird es rasch angenehm warm.
Damit ich rechtzeitig nach Gemona komme, wo ich eine Sim-Karte kaufen möchte (das habe ich dort schon einmal gemacht), fahre ich kurz nach halb acht los. Die Route führt zuerst über eine mautfreie Autobahn. Später folgt eine schmale Strecke, wo mir fast nur Radfahrer begegnen. In San Giovanni al Natisone, rund 25 km vor Udine, komme ich an einem Lidl vorbei.
Ich bin noch ungefähr 20 km von Gemona entfernt, als ein querstehendes Polizeiauto die Weiterfahrt versperrt. Alle müssen wenden. Nach ein paar Kilometern halte ich an einer geeigneten Stelle und rufe Google Maps statt Here We Go auf.
Die App meldet, dass bei der Routenplanung Straßensperren aufgrund einer Sportveranstaltung berücksichtigt werden. Allerdings will mich auch dieses Navi zum Punkt führen, wo der nur italienisch sprechende Polizist niemand weiterfahren lässt. Ich nehme eine Abbiegung nach rechts, aber nach wenigen Kilometern ist auch diese Straße gesperrt. Mit Hilfe des Google Übersetzers erfahre ich, dass Gemona bis 13 Uhr nicht erreichbar ist (der Giro d'Italia findet dort statt, wie ich später im Internet lese). Um diese Zeit hat der Shop der Telekom-Firma Windtre aber schon geschlossen. Ich lasse Google nach anderen Filialen suchen und gelange zu einem Einkaufszentrum in Udine. Dort kaufe ich um 25 Euro eine Simkarte, mit der mir für ein Monat 150 GB Datenvolumen zur Verfügung steht. Ich lege die Karte in die Fritzbox ein und schalte in der Admin-Oberfläche auf Italien um. Nach dem Neustart des Routers muss ich nur noch den Provider W3 auswählen, danach habe ich Zugang zum Internet.
Ich möchte zu dem Platz neben der Straße zurück, wo ich vorhin gestanden bin, um dort zu Mittag zu essen. Also gebe ich wieder Gemona als Ziel ein. Das Navi führt mich von der Ausfahrt des Einkaufzentrums jedoch auf eine andere Strecke und schließlich zu neuen Straßensperren. Ich komme mir vor wie in einem Labyrinth. Mit Hilfe von Google Maps bringt mich diese Irrfahrt schließlich zu einem Rastplatz in der Nähe von Savorgnano del Torre. Allerdings fahren hier viele Autos vorbei, da will ich den Gaskocher nicht auspacken. Außerdem ist mir wegen des Herumkurvens inzwischen der Appetit vergangen. Eine Packung Keks reicht mir heute als Mittagessen.
Um halb zwei zeigt das Thermometer 35 Grad an (in Ludwig noch mehr) - höchste Zeit, die Klimaanlage wieder einzuschalten. Ich beschließe, mich Südtirol zu nähern, so dass ich morgen mit der Besichtigung beginnen kann. Dabei will ich auch einige Park4night-Spots in Augenschein nehmen. Der erste bei einer Sportanlage in Ovaro schaut nicht schlecht aus, allerdings sollte man wahrscheinlich relativ spät kommen, falls hier am Abend Sportler parken. Ein zweiter Platz aus Park4night ein paar hundert Meter weiter den Berg hinauf scheint ein Privatgelände zu sein.
Man hat schöne Sicht auf einen Ort auf der anderen Talseite.
Ovaro liegt auf rund 550 m Seehöhe. Eine einspurige Asphaltstraße führt von hier auf den 1750 m hohen Monte Zoncolan, freigegeben für Autos bis 6 m Länge und 2,5 m Höhe - also nichts für Ludwig van Tourer, wobei ich nicht sicher bin, ob er die Strecke bis zu den niedrigen Tunneln bezwingen könnte (ich habe schon mit Ludwig Junior Mühe, die engen, steilen Serpentinen im ersten Gang zu schaffen). Laut Wikipedia beträgt die Durchschnittssteigung 11,5 %, zeitweise werden 22 % erreicht. Ich kann mich nicht erinnern, je eine so schwierige Strecke gefahren zu sein. Zum Glück kommen mir nur zwei Autos entgegen sowie mehrere Motorräder.
Oben hat man eine tolle Aussicht (leider ist es ziemlich dunstig).
Steil bergab erreicht man nach ein paar Kilometern in 1300 m Höhe große Skilift-Parkplätze, wo auch Wohnmobile (die von der anderen Seite des Berges herauffahren müssen) übernachten können. Es ist fast 17 Uhr. Ich beschließe, hier zu schlafen. Falls das Wetter gut und die Sicht besser ist, kann ich morgen nochmals den Monte Zoncolan bezwingen.
Ich interpretiere dieses Verkehrszeichen so, dass WoMos hier ohne Campingverhalten parken dürfen. Vielleicht ist aber auch gemeint, dass sie weiter hinten am P4 stehen sollen, denn dort fehlt der "No camping"-Zusatz.
... und esse Berner Würstchen mit dem restlichen Bohnensalat. Und Joghurt mit Heidelbeeren und Nüssen.
Meine Route (ohne die Irrfahrt aufgrund der Straßensperren wegen des Radrennens, denn die kann ich nicht mehr nachvollziehen):





















