Ich gehöre zu den ersten, die kurz nach 9 Uhr hinauf transportiert werden.
Bei der Bergstation weht starker Wind. Um mich nicht zu verkühlen, hole ich meine Wanderjacke aus dem Rucksack und ziehe sie an. Um 9:25 ziehe ich los.
Der erste Abschnitt führt wie gestern neben dem Skilift bergauf.
Bei der Bergstation des Schlepplifts angekommen, wende ich mich heute nicht nach rechts, sondern folge dem Wegweiser „P12 Kordeschkopfsteig“ nach links.
Dieser Weg zum Kniepssattel ist ungefähr gleich lang wie jener, den ich gestern gegangen bin, aber einfacher zu gehen, da er nicht einen steilen Hang quert. Einige Stellen sind felsig, und man muss - vor allem bergab - aufpassen, dass man auf den kleinen Steinen nicht ins Rutschen kommt.
Vor mir taucht der Kniepssattel und rechts daneben der Gipfel des Knieps auf.
Heute wandere ich am Sattel nach links. Dort ist der Kordeschkopf zu sehen, mit 2126 m der höchste Berg des Petzen-Massivs. Der Weg führt durch slowenisches Staatsgebiet leicht bergab, dann bergauf und nochmals bergab, bis schließlich der letzte Anstieg zu bewältigen ist.
Um 11 Uhr treffe ich auf dem Gipfel ein. Er liegt genau auf der Grenze zwischen Österreich und Slowenien.
Es ist wieder dunstig, aber die slowenischen Berge sind heute etwas besser zu sehen.
Statt eines Gipfelkreuzes wurde eine slowenische Flagge aufgestellt. Ich trage mich ins Gipfelbuch ein.
Jemand hat eine Bank hinaufgeschleppt. Ich nehme darauf Platz und trinke etwas, aber der starke Wind hier am Gipfel vertreibt mich rasch wieder. Um 11:10 mache ich mich auf den Rückweg.
Der Weg zurück zum Kniepssattel führt großteils über Almwiesen.
Für den Retourweg zur Kabinenbahn, die in der Ferne zu sehen ist, nehme ich wieder den gleichen Pfad wie beim Aufstieg.
Einmal ist der Speicherteich zu erkennen.
Um 12:15 treffe ich bei der Kabinenbahn ein. Von den mittelschweren Wanderungen gehört diese sicherlich zu den leichteren.
Ich raste mich in Ludwig etwas aus und dusche dann. Ich beschließe, morgen möglichst früh die Villacher Alpenstraße hinauf zu fahren, in der Hoffnung, dass sich eine Wanderung auf den Dobratsch ausgeht, bevor der Regen kommt. Ich fahre nach Ferlach, um dort am Wohnmobil-Stellplatz zu übernachten, und kaufe beim dortigen Hofer Obst und Gemüse und Löskaffee (letzterer macht deutlich weniger Arbeit).
Mir kommt der Gedanke, dass ich doch noch zu weit von Villach entfernt bin. In Park4Night entdecke ich einen privaten Womo-Stellplatz am Silbersee knapp außerhalb der Stadtgrenze. Die Übernachtung kostet dort zwar 2,5 mal so viel wie in Ferlach (nämlich 10 Euro), aber ich möchte mir den Platz einmal anschauen, und da es in Österreich ohnehin viel zu wenige Stellplätze gibt, sollten solche Initiativen unterstützt werden (es besteht dann jedenfalls keine Gefahr, dass mitten in der Nacht die Polizei oder sonst jemand ans Fenster klopft - und vielleicht finde ich ja den Schatz im Silbersee). Der Stellplatz ist der Parkplatz eines Gasthauses namens Silbersee Ranch (dürfte derzeit geschlossen sein), ...
... nur ein Imbiss ist in Betrieb. Ich zahle dort die Gebühr. Der Wirt hatte offensichtlich die Idee für einen kleinen Nebenverdienst (es gibt so viele Parkplätze, die in der Nacht leer sind - warum machen das nicht auch andere Gasthäuser und Gemeinden?).
Gleich hinter dem Gasthaus befindet sich der See, wo man im Sommer auch schwimmen könnte. Im Gasthaus gibt es eine Toilette (ob sie in der Nacht offen ist, wird sich zeigen), und man kann Abfälle in großen Mülltonnen entsorgen. Der Tennisplatz in der Nähe gehört wohl nicht zur Silbersee Ranch.
Meine Route:
Kilometerstand: 2040 km (99 km gefahren).