Ich habe mit Komoot eine Wanderung zur Kattowitzer Hütte geplant: 550 Höhenmeter, hin und zurück 11,4 km, überwiegend gut begehbare Wege, mittelschwer. Um 9:30 breche ich auf.
Zuerst geht es einen Schotterweg 70 Höhenmeter hinauf.
Dann beginnt der Wanderweg - und gleich liegen große Felsblöcke herum, über die man klettern muss.
Weit unten ist der Stausee Galgenbichl zu sehen ...
... und auf der anderen (Hoch-)Talseite ein Wasserfall.
Nach dem ersten Anstieg muss man 50 Höhenmeter hinunter und danach 70 hinauf wandern. Anschließend geht man bei leichtem Auf und Ab eine Weile weitgehend eben. Rasch unterwegs ist man aber selten. Abgesehen von den Felsabbrüchen sind immer wieder Wurzeln und Steine zu übersteigen. Außerdem kommen mehrmals feuchte Abschnitte, wo man über Steine balancieren muss, um nicht in den Matsch zu treten. Unangenehm ist, dass die Sonne genau so steht, dass sie mir häufig in die Augen scheint.
Sollte meine Trinkflasche auf dem Rückweg leer sein, bietet sich dieses Bächlein als Nachschub an.
Meine Sportuhr zeigt an, dass demnächst ein Anstieg von 379 Höhenmetern zu überwinden ist. Vermutlich muss ich irgendwo da vorne hinauf:
Der Pfad - Salzgittersteig genannt - führt durch das Krumpenkar.
Meistens ist man auf der Tour windgeschützt. Die Wanderjacke habe ich deshalb im Rucksack verstaut, da ich mit ihr zu stark geschwitzt habe.
Ein Viertel des Anstiegs ist geschafft.
Und immer wieder Felsabbrüche, über die man sich - orientiert an den Farbmarkierungen - einen Weg suchen muss.
Ich bin nun in einer Höhe, in der keine Latschen mehr wachsen.
Das letzte Teilstück des Aufstiegs ist mit einem Seil zum Festhalten gesichert.
Von dieser Scharte mit Tor ...
... wandert man mit geringer Höhendifferenz quer über einen steilen Hang. Als wieder einmal über Felsbrocken zu klettern ist, passiert mir ein Missgeschick: mein linker Wanderstock verklemmt sich in einer Spalte und verbiegt sich durch mein Körpergewicht. Beim Versuch, ihn wieder gerade zu biegen, zerbricht er.
Ein erster Blick auf die Kattowitzer-Hütte:
Die Hälfte der Wanderung ist fast geschafft. Ich habe vier Stunden gebraucht (auf einem Wegweiser am Beginn waren 3 Stunden angegeben; Komoot hat 4 Stunden 44 Minuten geschätzt - allerdings inklusive Retourweg).
Ich setze mich in die Hütte, esse Kaiserschmarren und trinke zwei Krügel „Schneewasser“ (20 Euro inkl. großzügigem Trinkgeld - immerhin führt keine Straße zur Hütte, das heißt, alle Lebensmittel müssen zumindest ein Stück weit hergetragen werden).
Nach einer halbstündigen Pause mache ich mich um 14 Uhr auf den Rückweg - mit nur einem Wanderstock (die Hälften des anderen transportiere ich im Rucksack), die Augen immer voll konzentriert auf den Pfad gerichtet.
Die Staumauer kommt in Sicht.
Jetzt sind es noch zwei Kilometer bis zum Hotel - die sich wegen des schlecht begehbaren Weges ganz schön ziehen. Um 17:30 treffe ich bei Ludwig ein. Der Rückweg hat also nur eine halbe Stunde weniger gedauert als der Hinweg, obwohl ich weitaus weniger fotografiert habe - auf den steilen, felsigen Abschnitten ist man bergab kaum schneller unterwegs als bergauf. Ich bin ziemlich erschöpft (Komoot hat sich geirrt - diese Wanderung ist nicht mittelschwer) und fahre nach einer einstündigen Pause nach Malta, wo es einen Parkplatz ohne Übernachtungsverbot gibt. Dort esse ich Knabbernossi mit Senf und Brot - die ich eigentlich für die Wanderung im Rucksack hatte -, dusche und falle ins Bett.
Meine Route:
Kilometerstand: 2258 km (82 km gefahren).