Da für den Nachmittag Regen prophezeit wird, stehe ich schon um 5:30 auf. Ich löse das Rätsel, ob das WC der Silbersee Ranch in der Nacht geöffnet ist (nein, aber das Sackerl fürs G... kann leicht in der Restmülltonne entsorgt werden). Um 6:30 mache ich mich auf den Weg zur Villacher Alpenstraße. Es ist noch niemand da, die Maut zu kassieren, aber die Schranke ist offen. Zur Sicherheit lege ich oben am letzten Parkplatz (in etwas über 1700 m Seehöhe) die Kärnten-Card hinter die Windschutzscheibe (Apropos Parkplatz: die meisten Parkplätze sind mit Betonblöcken abgesperrt - warum?). Um 7:30 marschiere ich los, auf eine Tour, die Komoot als schwer klassifiziert (ich stufe sie als mittelschwer ein).
Anfangs folge ich der Schotterstraße, die zum Sender auf dem Dobratsch führt.
Dann biege ich auf einen Wanderweg ab. Um 8:10 erreiche ich den Gipfel des Zehnernocks (1956 m), auf dem noch die Bergstation eines ehemaligen Sessellifts steht.
Kurz verziehen sich die Wolken, so dass mein Ziel zu sehen ist.
Es geht nun wieder bergab, bis ich auf den Jägersteig treffe. Um 8:20 fotografiere ich einen Wegweiser, der eine Wegzeit von 1 Stunde bis zum Dobratsch-Gipfelhaus angibt. Da ich immer wieder fotografiere und filme, glaube ich nicht, dass ich diese Zeit schaffen werde.
Laut Garmin-Uhr habe ich noch 273 Höhenmeter vor mir.
Der Jägersteig ist an einigen Stellen felsig und recht steil. Als ich merke, dass mein Komoot-Handy, das als Navi fungiert, nur noch 20 % Akku hat (obwohl der Akku am Beginn der Tour voll war), muss ich einen unfreiwilligen Halt einlegen, um die Powerbank aus dem Rucksack zu holen und ans Handy anzuschließen.
Meistens wachsen auf beiden Seiten des Wegs Latschen. Nur manchmal hat man freie Sicht auf die Felswände.
Um 9:09 taucht plötzlich die Spitze des Dobratsch-Senders vor mir auf, während der untere Teil des Turms von Wolken verhüllt ist.
Jemand hat mit Steinen ein Motto ins Gras geschrieben:
Um 9:35 bin ich so gut wie am Ziel.
Ich stoppe nicht beim Gipfelhaus, sondern steige sofort zur Knappenkirche „Maria am Stein“ hinauf, laut einer Tafel Europas höchstgelegene Wallfahrtskirche in 2167 m Seehöhe.
Von dort gehe ich zum Dobratsch-Gipfel hinüber, ...
... den ich um 9:56 bezwinge. Laut Wikipedia ist der Dobratsch 2151 m hoch. Irgendwas stimmt mit den Höhenangaben nicht, ...
... denn an der ein paar Meter darunter errichteten Kirche Mariä Himmelfahrt (erbaut 1690 an der Stelle einer älteren Holzkapelle) befindet sich eine Inschrift, die eine Höhe von 2155 m angibt.
Das Gipfelhaus ist geschlossen, aber Tische und Bänke stehen im Freien. Während ich dort raste, bekomme ich unerwarteten Besuch.
Um 10:30 mache ich mich auf den Rückweg, wobei ich der Straße folge.
Ein kurzer Abstecher bringt mich zu einer Aussichtsplattform, auch wenn die Sicht heute sehr schlecht ist. Hier beginnt der untere Teil des Jägersteigs, für den laut einer Tafel Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich sind, da Absturzgefahr besteht.
Auf der Wiese unterhalb der Plattform haben sich viele Besucher namentlich verewigt.
Um 11:17 kommt erstmals der Parkplatz in Sicht. Dort eingetroffen, gehe ich noch ein paar Schritte hinauf zu einigen Skulpturen.
Um 12 bin ich in Ludwig zurück. Da meine Uhr nach den drei Wanderungen der letzten Tage meint, ich solle mich 72 Stunden ausrasten, beschließe ich, bis zum Abend hier zu bleiben und dann nach Villach zu fahren, um bei der Campingwelt Falle zu übernachten.
Die Wettervorhersage war korrekt: um 13:30 beginnt es leicht und später stärker zu regnen. Kurz nach 16 Uhr hört der Regen wieder auf.
Da bei Falle gebaut wird, suche ich in Park4Night einen anderen Platz in Villach. Eine Umleitung hindert mich aber, dorthin zu gelangen (das Navi will mich wieder zur gesperrten Straße zurück leiten). Ich komme durch die Zeno-Goess-Straße, ein Wohngebiet, wo neben der Straße Autos parken. Ich stelle mich dazu und werde hier die Nacht verbringen.
Meine Route:
Kilometerstand: 2085 km (45 km gefahren).