Freitag, 20. Oktober 2023

Slowakei, Tag 12 (Freitag, 20.10.2023)

Gestern sind mehrmals Autos auf den Parkplatz gekommen, die dann den Motor längere Zeit laufen oder gar aufheulen ließen oder laute Musik spielten - vermutlich Jugendliche, die sich hier treffen. Wahrscheinlich wegen des schlechten Wetters - wie vorhergesagt begann es leicht zu regnen - fuhr der letzte Wagen nach 21 Uhr ab, und ich konnte eine ruhige Nacht verbringen. Am Morgen ist es bewölkt bei 11 Grad. Der Ladestand der Jackery beträgt 72 %.


Drei Schulklassen marschieren an mir vorbei zum Freilichtmuseum, als ich um 8:45 aufbreche. Ich umrunde das Zentrum von Martin auf einer Umfahrungsstraße mit zwei Fahrspuren in jeder Richtung, vorbei an Einkaufszentren, Bau- und Möbelmärkten. Dann gelange ich auf die Autobahn (ich habe die elektronische Vignette vor meiner Abreise um 17 Euro für 30 Tage gekauft), die aber nur 10 km lang ist. Weiter geht es auf einer stark befahrenen Hauptstraße. Ein Abschnitt davon ist mir bekannt von meiner Fahrt nach Sutovo, wo ich zum Wasserfall gewandert bin. Ich biege dann nicht ab, um nach Terchova zu gelangen, sondern fahre weiter nach Osten. Hinter Ruzomberok beginnt wieder ein Stück Autobahn, die ich aber gleich wieder verlasse. Hier ist nun wenig Verkehr. Ein paar Kilometer vor Svaty Kriz lässt mich das Navi rechts abbiegen (eine Abkürzung über eine schmale Straße), wobei ich einen übernachtungsgeeigneten Friedhof passiere. Nach zwei Baustellen mit Ampelregelung und zwei mit menschlichen Ampeln komme ich um 10:10 Uhr bei der hölzernen Kirche von Svaty Kriz aus dem Jahr 1693 an. Auf deren Parkplatz kann man sicher gut übernachten.


Die Kirche stand ursprünglich in einem anderen Dorf, wurde aber beim Bau eines Staudamms hierher versetzt. Sie ist eines der größten Gebäude aus Holz in Mitteleuropa und bietet Platz für fast 5.000 Personen.


Leider ist das Tor verschlossen, so dass ich sie nur außerhalb der Mauer umrunden kann.


Beim Lidl in Liptovsky Mikulas kaufe ich Brot, Salat und Bananen. Anschließend esse ich ein paar Wurstbrote mit Käse als Mittagssnack.


Durch die grauen Wolken ist es heute so dunkel, dass es in einer Höhle - denke ich mir - auch nicht viel finsterer sein kann. Ich beeile mich daher, zur Demänova-Freiheitshöhle zu gelangen, denn die nächste Führung startet um 12:30 Uhr. Der Parkscheinautomat frisst nur Münzen, aber der Parkwächter ist darauf vorbereitet und wirft 5 2-Euro-Münzen im Austausch eines Geldscheins ein (eigentlich kostet das Parken eines Wohnmobils 15 Euro, aber der Wächter meint, 10 Euro seien für Ludwig ausreichend).


Ein steiler Fußweg führt in mehreren Serpentinen zum Höhleneingang hinauf.


Der Eintritt beträgt für Personen über 60 Jahre 13 Euro (statt 14). Will man ohne Stativ fotografieren und filmen, zahlt man 10 Euro mehr. Für die geneigten Leser dieses Blogs leiste ich mir natürlich die Fotoerlaubnis:








Die Führung dauert 75 Minuten. Dabei muss man 436 Stufen hinauf gehen (Stufen hinunter habe ich nicht gezählt). Der Höhlenausgang liegt etwas höher als der Eingang.


Nach der Höhlenbesichtigung (es ist jetzt heller, gelegentlich scheint sogar die Sonne, und die Temperatur beträgt 20 Grad, allerdings weht oft starker Wind) gönne ich mir eine Tüte Eis, für die ich nach dem Mittagssnack keine Zeit mehr hatte. Anschließend fahre ich zur Autobahn (ein Baum ist auf die Straße gestürzt, man kommt aber daran vorbei, und wenig später ist schon die Feuerwehr unterwegs) und nach Liptovsky Jan. Ich parke bei einigen Souvenirständen ...


... und überquere die Straße zum „Mini Slovensko“, einem Mini-Minimundus mit Modellen slowakischer Gebäude im Maßstab 1:25. Der Eintritt beträgt 5 Euro, für Pensionisten 3.


Einige der Gebäude habe ich schon in echt gesehen, beispielsweise das Schloss Bojnice ...


... oder eines der bemalten Holzhäuser in Cicmany.


In der Nähe befindet sich ein Thermalfreibad (offen bis September). Auf dessen großen Parkplatz konnte man früher kostenlos übernachten. Jetzt müsste man via Internet bezahlen, und zwar für ein Wohnmobil 10 Euro (gültig bis 23:59 Uhr) und erneut 10 Euro für den nächsten Tag. Bei diesen unverhältnismäßig hohen Preisen will man offensichtlich nicht, dass jemand dort steht (drei oder allenfalls fünf Euro für die Nacht wäre angemessen und überlegenswert). Ich gebe jedenfalls gleich wieder Gas. Ein weiteres Stück Autobahn bringt mich nach Liptovsky Hradok. Ich parke beim Kastell Hrad a Kastiel, wo allerdings jemand in einem Park4night-Kommentar geschrieben hat, es sei die Polizei gekommen und habe ihre Pässe fotografiert.


In der Nähe befindet sich ein Soldaten-Denkmal.


In einem kleinen Teich wurde eine Kapelle auf einem Felsen erbaut.


Nun unterquere ich die Autobahn. Vor mir ragen die Berge der Hohen Tatra auf, wobei die Gipfel in den Wolken verschwinden. Ich halte beim Freilichtmuseum Pribylina, wo ich heute übernachten werde.


Zum Abendessen gibt es Eierspeise mit grünem Salat.


Meine Route:



Kilometerstand: 1069 km (131 km gefahren).