Donnerstag, 26. Oktober 2023

Slowakei, Tag 18 (Donnerstag, 26.10.2023)

Nach einer sehr ruhigen Nacht stehe ich um 6:30 Uhr auf. Es ist ein trüber, bewölkter Tag bei 12 Grad. Der Jackery-Ladestand beträgt 71 %.


Kurz nach 8 Uhr breche ich auf. Mein Ziel ist ein Aussichtsturm am Dukla-Pass, direkt an der polnischen Grenze (1 Baustelle mit Ampelregelung). Es sind viele Autos, insbesondere LKWs, von und nach Polen unterwegs. Die Zufahrt zum Turm ist ausgeschildert, aber gleich danach versperrt eine Schranke den Weg. Der Pass liegt im Nebel, daher hätte ich ohnehin nicht weit gesehen. Da ich unsicher bin, wie die hiesigen Beamten darauf reagieren, wenn jemand an einem Grenzübergang fotografiert (Slowakei und Polen gehören zwar zum Schengen-Raum, aber ich glaube mich zu erinnern, dass Polen so wie Österreich kürzlich Grenzkontrollen zur Slowakei eingeführt hat), schieße ich nur rasch ein Foto aus Ludwig heraus.


Ich fahre ein Stück zurück und biege dann nach links ab. Im Dorf Bodruzal gibt es einen kleinen übernachtungsgeeigneten Parkplatz.


Daneben stehen eine weitere von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärte Holzkirche ...


... sowie eine orthodoxe Kirche.


Ich fahre durch kleine Dörfer und viel Natur ...


... nach Medzilaborce, einer Stadt mit rund 6500 Einwohnern. Hier lebt die Volksgruppe der Russinen, deren Sprache mit dem Ukrainischen verwandt ist. Ortstafeln und viele Beschriftungen sind in dieser Gegend in zwei Schriften ausgeführt.


Das Navi lässt mich eine Straße zu früh abbiegen. Als ich die richtige Abzweigung mit einem Hinweis auf einen Parkplatz finde, gelange ich mitten in eine Baustelle - das Andy-Warhol-Museum (dessen Familie aus einem Dorf in der Nähe stammte) wird renoviert. Somit fällt mein geplanter Museumsbesuch ins Wasser. Ich kann lediglich über den Bauzaun hinweg die Warhol-Statue knipsen.


Immerhin gibt es in der Nähe eine sehenswerte Kirche, allerdings nicht geöffnet.


In Google Maps ist ein Miniatur-Freiluftmuseum eingetragen. Es hat aber nur vom 1.6. bis 31.8. geöffnet.


Auf dem Weg dorthin passiere ich ein Denkmal ...


... und eine Kirche.


Ich folge der Tour 8 aus dem Womo-Reiseführer. Im Dorf Koskovce lege ich um halb 12 Mittagspause ein. Wenn ich mit einem Elektroauto unterwegs wäre, könnte ich hier Strom tanken. Auf meinem Menüplan stehen Brote mit Aufstrich und Zwiebeln.


In Humenne finde ich an den im Womo-Reiseführer angegebenen Koordinaten einen Parkplatz - aber nur kurz, denn er ist kostenpflichtig. Das wäre eigentlich kein Problem, aber die Bezahlung lässt sich nur mittels SMS erledigen. Ich muss also ohne Stadtbesichtigung weiterfahren. Jetzt hat sich aber neben mir ein Auto hingestellt, so dass ich nur schwer wieder ausparken kann. Zum Glück ist der Taxistandplatz vorne bei der Fußgängerzone leer, so dass ich dort umdrehen kann.


Auf der Ausfallstraße sehe ich nach ein paar hundert Metern freie Plätze neben der Straße.


Also wird aus der Stadtbesichtigung (inkl. Umrundung des schönen Schlosses) doch noch was :-) Und es kommt sogar die Sonne hervor, allerdings nur kurz. Nachfolgend ein paar Fotos meines Spaziergangs:





Und weiter geht‘s, wieder der Tour 8 aus dem Womo-Reiseführer nach (1 Baustelle mit Ampelregelung). Am Stadtrand von Humenne komme ich an einem Lidl vorbei, aber den lasse ich heute aus (erst später fällt mir ein, dass ich keinen Salat mehr habe). In Stranany (kurz vor Michalovce) lege ich bei einer Kirche mit ungewöhnlicher Architektur einen Fotostopp ein.


Ich schalte bei Handy und iPad mini die automatische Auswahl des Mobilfunknetzes aus, da ich in die Nähe der Ukraine komme und das teuer werden könnte. Bald darauf erreiche ich über eine vierspurige Straße die Gemeinde Horka am 33 km2 großen Stausee Zemplinska sirava. 


Der Womo-Reiseführer empfiehlt die Übernachtung auf einer frei zugänglichen, leicht schrägen Wiese am Seeufer. Es gibt in der Nähe aber auch zahlreiche asphaltierte Parkplätze, die außerhalb der Saison völlig verlassen sind. Auf Schildern steht zwar eine Tagesgebühr von 2 Euro, aber nicht, wie man sie bezahlen soll. Ich vermute, dass im Sommer Parkwächter kassieren, aber im Herbst kann man hier wohl kostenlos parken.


Der Endpunkt der Tour 8 des Womo-Reiseführers ist der Wanderparkplatz Morske oko im Vihorlatgebirge. Ich folge der vierspurigen Straße nördlich des Stausees nach Osten, die dann in zwei Spuren nach Norden verläuft. Als das Navi verkündet, ich habe mein Ziel erreicht, bin ich erstaunt, denn ich befinde mich in einem Dorf - da wurden für die Offline-Navigation wohl wieder Daten gespart, so dass die Navigation sehr ungenau wird. Tatsächlich muss ich noch 7 km weiter fahren. Ich befinde mich in einem Landschaftsschutzgebiet, das gleichzeitig UNESCO-Weltnaturerbe ist („Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas“). Die Straße endet bei einem großen, etwas schiefen Parkplatz. Im Sommer muss man hier ein paar Euro Gebühr bezahlen, jetzt ist die Preisliste durchgestrichen. 


Man hat hier keinen Mobilfunk-Empfang, darum möchte ich nicht da bleiben. Ursprünglich hatte ich vor, heute in Herl‘any zu übernachten, aber das ist zu weit weg, um es noch bei Tageslicht zu erreichen. Ich fahre daher zu einem Lidl in Michalovce (wo ich u.a. Salat kaufe und an der Kassa hinter Murphy warte) ...


... und danach nach Süden zu einem Platz aus Park4night im Dorf Senne. Die Sonne ist bereits untergegangen, aber es ist noch nicht ganz finster, als ich eintreffe. Bis zur ukrainischen Grenze sind es nicht ganz 13 km Luftlinie (aber bis zur Front weitere 750 km, das ist deutlich mehr als vom westlichsten zum östlichsten Punkt Österreichs). Zum Abendessen mache ich Eierspeise mit grünem Salat.


Mein Spaziergang durch Humenne:


Meine Route:



Kilometerstand: 1664 km (209 km gefahren).

Jackery: 100 %.