
Kurz scheint die Sonne, aber vor mir sind dunkle Wolken, und es könnte jederzeit zu regnen beginnen. Es ist wenig Verkehr. Die Straße führt meistens durch Wald (auch durch Gebiete, wo 2004 ein Orkan gewütet hat und wo nun junge Bäume wachsen). Stehenbleiben kann man fast nirgends, aber es gibt auch keine schöne Aussicht. Einmal komme ich an einem Wanderparkplatz vorbei, wo einige Autos stehen und ein Parkwächter Geld kassieren möchte. Kostenlose Parkplätze dürfte es in der Hohen Tatra selten geben. Ich halte etwas später für ein Foto am Straßenrand.

Ich fahre nach Strbske Pleso zum im Womo-Reiseführer genannten Parkplatz bei der Schanze. Bei der Zufahrt steht irgend etwas von 30 Euro, aber ein Parkwächter bei der Schranke sagt, dass hier Parken nicht möglich sei. Ich drehe um. Ich sehe ein paar kostenpflichtige Parkplätze, die größtenteils bereits mit PKWs belegt sind. Einige Parkplätze sind gesperrt. Ich fahre lieber nicht ins Ortszentrum, da ich nicht weiß, wie schwierig es dort ist, umzudrehen. Etwas weiter unten habe ich in einer Kurve einen Camper stehen gesehen. Dort sind 5 Parkplätze für Wohnmobile eingezeichnet, die laut einem Schild 20 Euro kosten. Wo man bezahlen soll, ist nicht ersichtlich (eine der Insassen des anderen Campers fragt mich danach, aber ich kann ihr leider nicht helfen). Hinter den Womo-Parkplätzen gibt es ein paar PKW-Parkplätze entlang der Straße. Ein Schild besagt, dass Parken ohne Anwesenheit des Parkdienstes verboten ist (ein Hoch auf die Google-Übersetzer-App!). Von einem Parkwächter ist aber weit und breit nichts zu sehen.

Da meine CPAP-Ausrüstung wieder gewaschen werden sollte, gebe ich die Koordinaten eines Campingplatzes ins Navi ein, der das ganze Jahr geöffnet sein soll. Ich halte bei einem Aussichtspunkt. Später kommen noch mehrere weitere, wo man aber praktisch keine Aussicht hat.

Nach 5 Baustellen mit Ampelregelung erreiche ich Stary Smokovec, auf Deutsch Altschmecks, einen Ortsteil von Vysoke Tatry. Am Bus-Parkplatz entdecke ich einige freie PKW-Parkplätze. Ich zahle am Automaten 6 Euro für 3 Stunden (ein Tag zwischen 6 und 18 Uhr würde 10 Euro kosten; möglicherweise könnte man zwischen 18 und 6 Uhr gratis übernachten, aber vermutlich müsste das im Stealth-Modus erfolgen). Zum Glück gilt Ludwig nicht als Bus, denn die kosten fünfmal so viel. Ich mache einen Spaziergang durch den Ort, der ganz auf Tourismus eingestellt ist. Es gibt zahlreiche Hotels, Souvenirläden und kostenpflichtige Parkplätze (einer wirbt mit 6 Euro für den Tag, ein anderer sowie ein Parkhaus mit 12 Euro für 24 Stunden), die meisten davon für Womos allerdings eher ungeeignet. Ich komme an drei Kirchen vorbei. Hier ein paar Fotos dieses Spaziergangs:






Ein Parkschein über 2 Stunden hätte auch gereicht, aber so kann ich gemütlich einige Wurstbrote mit Käse verspeisen, ehe ich weiterfahre (eine Baustelle mit Ampelregelung). Der angekündigte Regen lässt auf sich warten. Stattdessen kommt die Sonne heraus, und es wird richtig warm (fast 20 Grad).

Ich erreiche das Hotel Tatranec mit angeschlossenem Campingplatz, der auch einige Hütten vermietet (eine davon ist offen, dort können die Camper duschen und das WC benutzen. Eine Nacht kostet für Ludwig und mich jeweils 5 Euro, dazu kommen 2 Euro Kurtaxe. Auf Strom verzichte ich wie meistens. Außer mir sind zwei Wohnwagen, ein Wohnmobil und ein Zelt anwesend.

Der Campingplatz liegt etwas außerhalb von Tatranska Lomnica. Ich unternehme eine Wanderung dorthin. Der Ort ist weniger überlaufen als Strbske Pleso, es wäre nicht schwer, eine Parkmöglichkeit für Ludwig zu finden (auch hier 2 Euro pro Stunde oder 10 Euro pro Tag zwischen 6 und 18 Uhr). Es gibt zwei Kirchen, viele Hotels, Restaurants, Souvenir- und Sportshops, aber keine Supermärkte (bis ich schließlich doch einen in der Nähe des Bahnhofs entdecke, wo ich einen Laib Brot kaufe). Bei der Einfahrt zum großen Parkplatz bei der Seilbahn muss man ein Ticket ziehen und es vor dem Wegfahren am Automaten bezahlen. 12 bis 24 Stunden kosten 15 Euro, jeder weitere Tag 20 Euro - das heißt, hier kann man ganz offiziell übernachten. Die Seilbahn ist heute außer Betrieb, vielleicht noch wegen des starken Windes von gestern. Will man (mit zweimaligem Umsteigen) ganz nach oben auf die Lomnitzer Spitze (2634 m hoch), kostet das mehr als 70 Euro (Pensionisten kommen mit 60 Euro weg). Viel tun außer die Aussicht genießen kann man dort oben nicht, denn es ist wenig Platz, und der Aufenthalt am Gipfel ist auf 50 Minuten begrenzt. Die Fahrt lohnt sich daher nur bei schönem Wetter, und weil man wahrscheinlich mehrere Tage im Voraus reservieren muss, braucht man dafür eine stabile Schönwetterphase - sonst kann es passieren, dass man mitten in den Wolken sitzt und das Geld verschwendet hat. Nachfolgend ein paar Fotos aus Tatranska Lomnica:











Zurück am Campingplatz, wasche ich die CPAP-Ausrüstung, fülle Ludwigs Wassertank mit dem Kanister und entleere den Abwassertank. Anschließend koche ich Pasta in Pilz-Sauce mit Tomatensalat.

Mein Spaziergang durch Stary Smokovec:

Meine Wanderung nach Tatranska Lomnica und zurück:

Meine Route:


Kilometerstand: 1121 km (52 km gefahren).