
Ich ziehe die Jacke an, setze die Haube auf, vermumme das Gesicht mit einem Schlauchschal und steige noch einmal zur Christus-Statue hinauf. Nach Norden in Richtung Polen ist der Himmel blau, nach Süden sehe ich dichte Wolken und Nebel.

Als ich den Gipfel des Hügels erreiche, beginnt es ganz leicht zu nieseln.

Hinter der Statue befindet sich ein Unterstand mit zahlreichen religiösen Bildern.

Ich fahre nach Tvrdosin und stelle Ludwig auf den Parkplatz der hiesigen Lidl-Filiale (wo ich dann auch einkaufe).

Zuvor beeile ich mich jedoch, ein paar hundert Meter zur Allerheiligen-Holzkirche aus dem 15. Jahrhundert zu gehen. Gemeinsam mit einigen weiteren Kirchen gehört sie zum UNESCO-Welterbe.

Mein nächstes Ziel ist das Freilichtmuseum in Zuberec. Ich will heute zwar nicht schon wieder ein Freilichtmuseum besichtigen, aber ich möchte sehen, ob es einen brauchbaren Übernachtungsplatz bietet (was es tut). Es gibt in der Slowakei genug anzusehen, dass ich gern wieder in diese Gegend kommen werde. Eine Höhle kann hier übrigens auch besichtigt werden (um 11 Uhr, also kurz vor meinem Eintreffen, hätte es theoretisch die erste von zwei Führungen um 10 Euro - bzw. 9 für Pensionisten - gegeben, aber der Parkplatz ist leer, und ich weiß nicht, ob Führungen tatsächlich stattfinden). Ich befinde mich nun in einem Schlechtwettergebiet, wo es meistens nieselt, gelegentlich regnet und bei 3 Grad sogar etwas Schnee fällt.

Kurz vor 12 breche ich wieder auf. Jetzt scheint die Sonne, aber für ein paar Minuten mit Nieselregen - Aprilwetter im Oktober! Ich kehre zur vielbefahrenen Hauptstraße zurück (vor allem LKWs, vermutlich aus und nach Polen, sind viele unterwegs) und verlasse sie in Horna Lehota. Hier werden Flossfahrten angeboten, theoretisch auch im Oktober, aber ich bezweifle, dass das für einen einzelnen Passagier geschieht. Bei der Anlegestelle könnte ich jedenfalls gut übernachten.

Vier Kilometer weiter wartet ein gebührenpflichtiger Parkplatz in Oravsky Podzamok auf mich. Eine Frau kassiert die Parkgebühr (7 Euro), ansonsten müsste man eine Webseite aufrufen und mit Kreditkarte bezahlen.

200 m die Straße entlang kann man Eintrittskarten für die Burg Oravsky Hrad kaufen. Man hat die Wahl, ob man nur die untere oder die obere Burg besichtigen möchte oder die gesamte Anlage. Ich entscheide mich für letztere Variante und bezahle als Pensionist 6,50 Euro (statt 13 Euro Normalpreis). Wenn man in den Innenräumen fotografieren möchte, kostet die Erlaubnis dafür drei weitere Euro. Danach marschiere ich die steile Auffahrt hinauf. In dieser sehenswerten Burg wurden mehrere Filme gedreht, u.a. der bekannte Stummfilm "Nosferatu" aus dem Jahr 1922. Ich hoffe, die folgenden Fotos machen euch keine Angst:















Das nächste Ziel, das Dorf Lestiny, führt mich in eine schöne, wenig besiedelte Landschaft. Die Straße wird immer schmäler, und bald nachdem ich das folgende Foto geschossen habe, so schlecht, dass ich einen Kilometer nur im Schritttempo vorwärts komme.

In Lestiny steht eine weitere von der UNESCO geadelte Kirche, nur leider gibt es in der Nähe keine Parkmöglichkeit. Ich fahre daher weiter. In Dolny Kubin gerate ich in einen Stau. Bald danach erreiche ich (nach vier Baustellen mit Ampelregelung) den Nationalpark Mala Fatra. Eigentlich wollte ich bei einem Wanderparkplatz halten, doch er ist gebührenpflichtig und mit einer Schranke gesichert. Nicht weit danach kommt die Stadt Terchova, in der es einen offiziellen Womo-Stellplatz geben soll. Ich sehe jedoch keine entsprechenden Schilder und lese erst jetzt im Womo-Reiseführer, dass man sich in der Rezeption eines Hotels anmelden soll. Da suche ich lieber in Park4night nach einer Übernachtungsmöglichkeit. Eine Stichstraße führt von Terchova zur Talstation einer Seilbahn, die im Oktober nur von Freitag bis Sonntag in Betrieb ist. Dort könnte ich die Nacht verbringen. Der Parkplatz ist jedoch nicht völlig eben, deshalb drehe ich um. Auf halbem Weg nach Terchova habe ich einen anderen großen Parkplatz bei einem Skilift gesehen. Dort gibt es auch Restaurants, die jedoch geschlossen sein dürften. Ich parke Ludwig neben einem großen LKW.

Als Abendessen koche ich gebratene Nudeln mit grünem Salat.

Meine kurze Wanderung zur Christus-Statue:

Meine Besichtigung der Burg Oravsky Hrad:

Meine Route:


Kilometerstand: 800 km (136 km gefahren). Jackery: 100 %.