
Bei Amazon gibt es heute zahlreiche Angebote für Prime-Abonnenten, darum mache ich einen virtuellen Einkaufsbummel und zahle für zwei Artikel, die ich ohnehin kaufen wollte, 120 statt fast 170 Euro - so macht sich Prime rasch bezahlt. Um 9 Uhr bin ich fertig und fahre los. In Senica sehe ich einen Billa. Baguettes gibt es hier nur in halber Länge (oder noch etwas kürzer) um 43 Cent. Eine Kaisersemmel kostet 15 Cent und ist derzeit im Angebot um 10 Cent zu haben.

Über wenig befahrene, etwas holprige Nebenstraßen mit mehreren Baustellen geht es nun 20 km weiter zu einem im Womo-Reiseführer erwähnten Übernachtungsplatz nahe Brezova pod Bradlom. Ich glaube allerdings, dass hier Parken verboten ist (während der Fahrt habe ich jedoch drei Plätze neben der Straße und einen Parkplatz gesehen, wo man wahrscheinlich übernachten könnte).

Eigentlich wollte ich von hier aus zum Grabdenkmal für Milan Rastislav Stefanik (1880 - 1919) wandern, aber das Wetter ist dafür nicht gut genug, da es jederzeit zu regnen beginnen könnte. Darum fahre ich mit Ludwig 6,1 km zu einem Parkplatz in der Nähe (die Wanderung wäre weniger weit gewesen). Tatsächlich ist die Strecke noch etwas länger, denn bei einer ziemlich scharfen Rechtskurve suche ich eine bessere Wendemöglichkeit, und außerdem möchte mich das Navi zu einem völlig falschen Platz lotsen (ich bin mir nicht sicher, ob der schmale Waldweg mit einem Wohnmobil überhaupt befahrbar wäre). Die meisten Parkplätze sind schief, aber auf zweien könnte man übernachten (wobei man damit rechnen müsste, dass dieser Ort bei schönem Wetter ein Treffpunkt für Jugendliche aus der Gegend ist).

Der Hügel, auf dem das Denkmal errichtet wurde, liegt in dichtem Nebel.

M.R. Stefanik wurde 1918 Kriegsminister der Ersten Tschechoslowakischen Republik und starb 1919 bei einem Flugzeugabsturz nahe Bratislava. Das Grabmal stammt aus dem Jahr 1928 und wurde in den 1990ern restauriert.

Inzwischen ist es halb zwölf, darum esse ich Kaisersemmeln mit Käse und dem restlichen Schinken. Anschließend steige ich erneut den Hügel hinauf, weil mir eingefallen ist, dass ich diesen kurzen Spaziergang für Komoot dokumentieren sollte. Unterhalb des Parkplatzes gibt es eine Infostelle (ein kleines Museum?) und ein Cafe, doch sie sind geschlossen.

Als ich aufbreche, verzieht sich der Nebel ziemlich rasch, der Ausblick über die Hügellandschaft erscheint mir aber nicht sehenswert genug, um noch einmal zum Grabmal hoch zu gehen. In Myjava komme ich bei einem Lidl vorbei. Ich brauche zwar nichts, möchte aber die hiesigen Preise sehen und besorge mir daher ein Dessert für heute Abend. Manches ist etwas billiger als in Österreich, anderes teurer - in Summe wird das ungefähr aufs gleiche hinauslaufen. „Normale“ Baguettes gibt es nicht, aber ein leicht dickeres und kürzeres kostet 1,19 EUR. Für Kaisersemmeln dürfte 15 Cent der slowakische Standardpreis sein. Eis ist deutlich teurer als bei uns, die Sechserpackung Lidl-Magnum kommt auf 4,49 Euro (statt 2,99 in Österreich).

Die restlichen 20 km bis zum Dorf Beckov lege ich auf Hauptstraßen (3 Baustellen mit Ampelregelung) zurück. Man kann Parken entweder für eine Stunde (1 Euro) oder den ganzen Tag (5 Euro) bezahlen, wobei dies vom 1.5. bis 31.10. zwischen 9 und 18 Uhr erforderlich ist. Durch Scannen eines QR-Codes mit dem Handy gelangt man zur Webseite, wo man das Kennzeichen einträgt und mit Kreditkarte bezahlt. Ich wähle die Zeitspanne bis Mitternacht. Da auch zwei oder mehr Tage zur Auswahl stehen, gehe ich davon aus, dass man hier übernachten kann (was ich auch zu tun beschließe). Ich stehe zwar praktisch in der Dorfmitte, aber in dieser Straße gibt es nur ein paar Wohnhäuser, und es sind schon tagsüber wenige Leute unterwegs.

Ich spaziere zur Burg hinauf, bezahle 5 Euro Eintritt und besichtige die Ruine. Anfangs bin ich der einzige Besucher, später kommen noch ein paar mehr. Nach der Besichtigung unternehme ich eine Rundwanderung, die mich in einem Bogen zurück nach Beckov bringt. Ich komme an einer Kirche vorbei. Auch hier gibt es Parkplätze. Da hier weniger Wohnhäuser stehen und man durch einen kleinen Park verdeckt stehen kann, beschließe ich, mit Ludwig kurz vor dem Schlafengehen hierher zu fahren. Ich erreiche den Hauptplatz und gehe zu zwei weiteren Kirchen, die ich von der Burg aus gesehen habe. Alle drei Kirchen sind versperrt. Nachfolgend ein paar Fotos meines Nachmittags in Beckov:













Um 17 Uhr bin ich bei Ludwig zurück. Ich koche gebratene Nudeln mit grünem Salat.

Mein Spaziergang zum Grabdenkmal des Milan Rastislav Stefanik:

Meine Besichtigung der Burg Beckov und die anschließende Rundwanderung:

Meine Route:


Kilometerstand: 332 km (93 km gefahren).