Samstag, 14. Oktober 2023

Slowakei, Tag 6 (Samstag, 14.10.2023)

Ich stehe um 7 Uhr auf, frühstücke und bereite mich auf die Wanderung vor. Draußen hat es 11 Grad. Die Wettervorhersage verspricht erneut einen schönen Herbsttag mit ca. 20 Grad. Am Abend bzw. in der Nacht soll es regnen, danach bleibt es schön, aber deutlich kälter. Die Jackery zeigt 75 % an. Ich hatte gestern befürchtet, dass es bis vier Uhr früh Lärm geben würde, so dass ich Ohrstöpsel würde verwenden müssen, aber es war nicht schlimm, ich konnte gut schlafen.


Nach dem Frühstück ziehe ich mein Wander-Outfit an. Kurz vor halb neun mache ich mich auf den Weg. Die Tour, die ich in Komoot gefunden und kopiert habe, beginnt am Hauptplatz.


Zunächst gehe ich an der Kirche vorbei und etwas oberhalb der Straße zu einem kostenpflichtigen Wanderparkplatz (Auto: 3 Euro, Bus: 9 Euro; ich denke, Ludwig würde als Auto gelten), der bereits voll ist. Von hier beginnt der erste Anstieg über etwas mehr als 200 Höhenmeter zu einer Ruine. Eisengriffe und eine Leiter erleichtern das Klettern über sie steilsten Abschnitte. Dann geht es steil bergab (das Komoot-Höhenprofil zeigt diesen Abschnitt nicht in rot an, obwohl er dunkelrot sein müsste), aber mit Leitern, Geländer und gelegentlichem Festhalten an Wurzeln und Felsen lässt sich diese Passage bezwingen (den Fotoapparat habe ich im Rucksack verstaut). Dann folgt ein zweiter Anstieg über 160 Höhenmeter, meistens auf gut begehbaren Waldwegen, nur gegen Ende kommt ein etwas steilerer Abschnitt. Es ist bereits nach 11 Uhr, deshalb lege ich eine Mittagspause ein, trinke eine Flasche Yfood und esse eine Banane. Von nun an geht es meistens bergab, es kommen nur noch zwei Anstiege über jeweils rund 30 Höhenmeter (wobei der letzte ein Abstecher ist, man ihn also auch auslassen kann). Es empfiehlt sich, diese Tour nicht nach Regentagen zu gehen, denn es folgen zwei steile Abstiege (insbesondere ein längerer bei einem Felsentor), die bei feuchtem Boden ziemlich rutschig und daher nicht ungefährlich sein dürften. Die letzten zweieinhalb Kilometer wandert man auf einer Wiese sowie auf der Straße zurück zum Hauptplatz von Sul‘ov-Hradna. Von hier muss ich noch zum Campingplatz marschieren, wo ich kurz nach 13 Uhr eintreffe. Fazit: eine sehr schöne Tour. Zum Glück bin ich in Turnau kürzlich zum Speicherteich aufgestiegen, dadurch wußte ich, dass ich eine Wanderung dieser Länge und mit diesen Höhenmetern trotz mangelhafter Kondition schaffen würde - auch wenn mir die Garmin-Uhr danach eine dreitägige Pause verordnet. Hier sind ein paar Fotos:


















Ich schalte den Boiler ein und setze mich vor Ludwig in den Schatten. Die Jackery lade ich mit dem Solarmodul auf. Nach rund einer Stunde müsste ich es allerdings auf dem Fahrweg positionieren, damit es in der Sonne steht - was wohl keine gute Idee wäre. Ich bringe die Jackery ins Auto (der Ladestatus hat sich um 5 % erhöht) und dusche. Anschließend wasche ich die CPAP-Ausrüstung und fülle Ludwigs Wassertank (wenn ich mich nicht verzählt habe, sind vier oder fünf Kanister dafür notwendig). Dann bleibe ich noch bis 16:45 im Freien sitzen und schreibe den Blog, bis es mir zu kühl wird. Der Campingplatz ist so voll, dass manche Autos gar nicht wegfahren könnten (Ludwig ist zum Glück nicht verstellt, wenn nicht später noch jemand kommt, kann ich am Morgen aufbrechen). Die Entsorgungsstation ist nicht zugänglich, aber ich bin sicher, dass es genügt, den Abwassertank in ca. einer Woche auf dem nächsten Campingplatz auszuleeren. Die meisten Autos kommen aus SK und CZ, außerdem gibt es ein paar Polen - ich glaube, ich bin der einzige Gast, der nicht aus diesen drei Ländern stammt.  


Zum Abendessen lasse ich mir Berner Würste mit grünem Salat munden.


Meine Wanderung zu den Sul‘over Felsen:


Kilometerstand: 541 km (0 km gefahren).