Freitag, 13. Oktober 2023

Slowakei, Tag 5 (Freitag, 13.10.2023)

Ich stehe um 6 Uhr auf und kontrolliere den Jackery-Status (in der Nacht von 89 auf 72 % gefallen). Als ich - bevor der Parkwächter kommt und 10 Euro kassiert - um 6:30 abfahren möchte, bemerke ich, dass das Abblendlicht links vorne nicht funktioniert. Ich warte, bis kurz nach 7 die Sonne aufgeht, und fahre zu einem kostenlosen Parkplatz bei einem Badeteich am Ortsrand von Prievidza. Laut Ducato-Bedienungsanleitung muss der Scheinwerfer ausgebaut werden, doch es gelingt mir nicht, die Schrauben zu lösen. In der Nähe befinden sich mehrere Autowerkstätten, deren nächstgelegene ich ansteuere. Mit Hilfe eines kleinen Spiegels wechselt der junge Mechaniker die Glühbirne, ohne den Scheinwerfer zu entfernen. Ich bezahle für Glühbirne und Arbeitszeit 10 Euro und gebe dem Mechaniker 2 Euro Trinkgeld. Danach fahre ich (froh, dass das Problem heute und nicht am Wochenende aufgetreten ist) zum Parkplatz beim Badeteich zurück, wo ich dusche und frühstücke.


Da die meisten der am Montag gekauften Tomaten von Schimmel befallen sind (Plastikboxen sind möglicherweise nicht die geeignetsten Aufbewahrungsbehälter für Obst und Gemüse), suche ich im Navi den nächsten Lidl.


Das nächste Ziel ist ein Übernachtungsplatz auf dem Pass Fackovske Sedlo. Dieser ist aber kostenpflichtig (Parkschein gibt’s am Automaten) und mit einer Schranke versperrt, deshalb gebe ich gleich wieder Gas. Bergab bei bis zu 12 % Gefälle ist die Straße recht holprig. Ich erreiche das Dorf Rajecka Lesna, wo ich beim Supermarkt parke.


Zuerst werfe ich einen Blick in die Kirche, ...


... dann betrete ich ein kleines Museum, ...


... wo man das Slowakische Bethlehem besichtigen kann, eine 25 m2 große Weihnachtskrippe ...


... mit bewegten Figuren, die Jozef Pekara (1920 - 2005) mehr als 15 Jahre lang geschnitzt hat. Der Eintritt kostet nichts. Ich gebe eine freiwillige Spende.


Da es schon 11:30 ist, esse ich ein paar Brote mit Aufstrich und Zwiebeln und als Dessert einen Krapfen.


Da das CPAP-Gerät plus Zubehör einmal pro Woche gewaschen werden soll, empfiehlt es sich, ab jetzt einmal wöchentlich einen Campingplatz aufzusuchen. Ich gebe die Koordinaten eines Platzes in der Nähe der Sul‘over Felsen ein, wo ich morgen eine Wanderung unternehmen möchte. Bis dorthin sind es 50 km bzw. 5 Baustellen mit Ampelregelung. Was ich Mitte Oktober nicht erwartet hätte: der Campingplatz ist fast ausgebucht, wobei die meisten Gäste aus der Slowakei, Tschechien und Polen zu einer geschlossenen Gesellschaft - das sogenannte Overland-Filmfestival - gehören.


Ich checke für zwei Nächte ein und bezahle inkl. Kurtaxe 24 Euro (auf Strom, der pro Nacht 6 Euro kosten würde, verzichte ich). Ich werde auch nicht die Dusche in einer offenen, ungeheizten Baracke um 2,50 Euro benützen.


Ich mache einen Spaziergang durch das Dorf Sul’ov-Hradna.


Außer zwei Kirchen ...


... hat es wenig Sehenswertes zu bieten - aber es liegt in einem beliebten Wander- und Klettergebiet.


Ich plane die morgige Wanderung in Komoot und lade die Tour auf meine Uhr. Danach koche ich das Abendessen: Eierspeise mit Tomatensalat.


Mein Spaziergang durch Sul‘ov-Hradna:


Meine Route:



Kilometerstand: 541 km (93 km gefahren). Jackery-Ladestatus: 90 %.