Mittwoch, 4. Juni 2025

Spanien, Tag 44 (Mittwoch, 4.6.2025): Am westlichsten Punkt Kontinentalspaniens

Wie ich an ein paar Tropfen auf den Scheiben erkenne, hat es in der Nacht kurz geregnet. Der Boden ist aber trocken. Der Himmel ist bewölkt bei 16 Grad. Außer drei WoMos und einem PKW ist der Parkplatz am Kap von Muxia leer. Busse und PKWs mit Tagestouristen werden vermutlich erst ab 10 Uhr auftauchen.


Die letzten 13 Kilometer zum Cabo Tourinan verlaufen eineinhalbspurig (mit einer Handvoll Schlaglöcher am Anfang), wobei mir vier PKWs, ein Traktor und ein Motorrad begegnen. Am kleinen Parkplatz hat ein Kastenwagen aus UK übernachtet, außerdem steht ein PKW dort.


Das Kap ist der westlichste Punkt Kontinentalspaniens.


Die Wolken lockern etwas auf. Das kleine Gebäude dürfte der Leuchtturm von 1898 sein. Der 11 m hohe Turm stammt aus dem Jahr 1981.


Ich fahre weiter zum Miradoiro da Moina (eigentlich hätte ich nach links gar nicht abbiegen dürfen, aber es ist wenig Verkehr) mit Blick auf das Städtchen Fisterra und das Cabo Fisterra.


Die Ausfahrt vom Aussichtspunkt nach links würde Reversieren erfordern. Da die Sicht auf die Straße schlecht ist, fahre ich lieber ein Stück in die falsche Richtung, bis ich umdrehen kann (wenn man mal einen Kreisverkehr braucht, wurde keiner gebaut). Auf dem Weg zum Kap begegnen mir rund 10 WoMos. Entweder waren sie früh dort und sind jetzt nach der Besichtigung auf dem Rückweg, oder sie haben keinen Parkplatz gefunden, oder sie haben dort übernachtet (bei den meisten dürfte letzteres zutreffen). Zum Parkplatz am Leuchtturm dürfen Wohnmobile nicht fahren. Für sie gibt es einen schiefen geschotterten Parkplatz (wo eine größere Anzahl WoMos die Nacht verbracht haben dürfte).


Ein Touristenbus ist gerade angekommen, und wenig später kommt ein zweiter. Das Cabo Fisterra ist ein beliebtes Ausflugsziel - gut, dass nicht Wochenende und noch nicht Hochsaison ist. Manche Jakobsweg-Pilger kommen von Santiago de Compostela hierher und holen den letzten Stempel für den Wanderpass ab. Manche lassen die ausgetretenen Wanderschuhe zurück (einer ist mit "Rest in Peace" nach 2000 km beschriftet).











Es ist 12 Uhr. Ich esse Sardinen in Sonnenblumenöl ohne Haut und Gräten.


Der Wohnmobil-Tourguide erwähnt einen kuriosen Friedhof. Man versäumt aber nur ein paar Betonquader, wenn man die 40 Höhenmeter nicht hinunter und wieder hinauf geht. 


Zum Faro de Cabo Cee fahre ich drei Kilometer ein- bis eineinhalbspurig, ohne einem Fahrzeug zu begegnen (es gibt aber auch eine zweispurige Zufahrt auf der östlichen Seite der Halbinsel). Große Autobusse hätten hier Probleme beim Wenden. Direkt beim Leuchtturm würde sich auch Ludwig schwer tun, darum drehe ich 50 m vorher um und stelle das Auto neben der Straße ab (das ist allerdings kein Parkstreifen, sondern ein Gehweg).


Es ist heute sehr dunstig.


Ich suche in Google Maps in der Luftbild-Ansicht einen Supermarkt mit Wohnmobil-geeignetem Parkplatz und werde im Norden von Cee fündig.


12 km weiter kann man in O Ezaro neben einem Kraftwerk den Wasserfall Fervenza do Ezaro besichtigen. 


Apropos Wasserfall: Eigentlich sollte ich mal wieder nach Norwegen fahren. 


Laut Wohnmobil-Tourguide ist die Praia de Carnota der längste und einer der schönsten Strände Galiciens. Die Benutzung des Parkplatzes ist für Wohnmobile verboten, aber zweihundert Meter davor dürfen sie in einem Pinienwald übernachten. 5 WoMos stehen bereits da. Ich stelle Ludwig zwischen eines aus Deutschland und ... ein La Strada Kastenwagen aus der Schweiz! Den kenne ich doch! Neben genau diesem Wagen ist Ludwig schon drei Mal gestanden (siehe Tag 37)! Da ich als zweiter angekommen bin, ist auch geklärt, wer hier wen verfolgt.


Ich mache einen Spaziergang am fast menschenleeren Strand (nur eine Handvoll Leute sitzt im feinen, hellen Sand oder spaziert zwischen Felsen, die aussehen wie von Trollen vergessene Spielsachen). 





Da es schon fast 17 Uhr ist, beschließe ich, dass ich am Waldparkplatz bei Carnota schlafen werde.


Mein Abendessen: Gebratene Nudeln mit Salat, ...


... und zur Versorgung mit wichtigen Nährstoffen und Fetten: Himbeeren und Nüsse in Joghurt.


Mein Weg am Cabo Fisterra:


Mein Weg zum Wasserfall Fervenza do Ezaro:


Meine Route:



Kilometerstand: 5010 km (102 km gefahren).