Montag, 16. Juni 2025

Spanien, Tag 56 (Montag, 16.6.2025): Drei Dörfer

Ruhiger als auf dem Pass Puerto de Foncebadon kann man eine Nacht nur mit Ohrstöpsel verbringen. Am Morgen weckt mich Vogelgezwitscher. Der Himmel ist wolkenlos. Die Temperatur in 1504 m Höhe: 14 Grad.


Mein erstes Tagesziel, das Dorf Castrillo de los Polvazares, liegt in rund 900 m Seehöhe. Nach 10 km Fahrt muss ich links abbiegen. Die nächsten 10 km sind sehr holprig, so dass ich maximal mit einer Geschwindigkeit von 40 bis 50 km/h fahren kann. Immer wieder sehe ich Jakobswegs-Pilger (manche sind mit dem Fahrrad unterwegs). Ich parke am Ortsanfang ...


... und spaziere durch das denkmalgeschützte Dorf mit traditionellen Häusern aus rötlichen Steinen. Die Straßen sind grob gepflastert.







Die Besichtigung von Leon (ca. 120.000 Einwohner) hebe ich mir für eine andere Reise auf. Heute lasse ich mich von Tomtom nur zu einer von vier Lidl-Filialen lotsen.


Ich esse Weckerl mit Mortadella und Käse sowie eine Apfeltasche (kostet in Spanien 89 Cent - sind es in Österreich 1,29 Euro?).


Bei einer Tankstelle 3 km weiter zahle ich 1,289 Euro pro Liter Diesel.


Nun geht es auf die Autobahn in Richtung Burgos. Es fahren nur wenige Autos. Die Landschaft ist flach, trocken, langweilig. Ich halte bei einer Raststation nahe Sahagun (hier kostet Diesel 1,476 Euro, das ist nicht mehr, als in Spanien vielerorts auch abseits der Autobahn verlangt wird), um die Büsche mit leuchtend gelben Blüten zu fotografieren, die überall neben der Autobahn wachsen. Die Temperatur beträgt 28 Grad.


Nach einer Weile verlasse ich die Autobahn und fahre nach Fromista. Die Umgebung des Stellplatzes ist nicht schön, aber die Parzellen sind ausreichend groß und eben - so gehört es sich.


Ich spaziere ins Dorfzentrum zur schönen Kirche San Martin (zumindest von außen schön, das Innere kann ich nicht besichtigen) und zur Iglesia de San Pedro (ebenfalls geschlossen). Ich entdecke auch ein UNESCO-Welterbe-Logo, das sich allerdings nicht aufs Dorf oder die Kirchen bezieht, sondern auf den Jakobsweg.





Ich zeige Google Gemini eine Aufnahme des Busches mit gelben Blüten. Es handelt sich um Ginster, sagt die KI.


Am Ortsrand kann man eine Schleuse des Canal de Castilla aus dem 18. Jh. fotografieren.


Zu den drei wichtigsten christlichen Pilgerstätten Jerusalem, Rom und Santiago de Compostela sind es von hier 4478, 1587 und 424 Kilometer.


Ich fahre weiter nach Castrojeriz, einem der "Schönsten Orte". Der Übernachtungsplatz ist allerdings mit Gittern abgesperrt. Es wäre neben dem letzten Gitter zwar genug Platz, um hineinzufahren, aber ich bin nicht sicher, ob das erlaubt ist. 


Ich könnte zwar bei der Zivilgarde im Gebäude nebenan fragen, aber in Park4night finde ich in 30 km Entfernung einen offiziellen Stellplatz mit hervorragenden Bewertungen. Auf den guten Straßen mit wenigen Kurven und wenig Verkehr bin ich im Nu dort - nur zwischendurch kommt ein 3 km langer Abschnitt, der eineinhalbspurig ist und wo ich kurz halte, um Fotos von Mohnblumen zu schießen.


Der Stellplatz ist mit einer Schranke versehen ("nur für Camper"), die man selbst öffnen und schließen muss.


Der Stellplatz ist wunderbar. Zwischen den Parzellen wurden Bäumchen gepflanzt, in der Mitte ist eine große Rasenfläche, und es gibt ein paar Picknicktische und Sitzbänke (und natürlich eine V+E-Station) - und das alles gratis. Herzlichen Dank an die Gemeinde Santa Maria del Campo.


Ich spaziere ins Dorf (etwas über 500 Einwohner), das von einer großen Kirche dominiert wird. Es ist 31 Grad heiß.



Mein Abendessen: Tofu-Würste mit Linsensalat, Joghurt mit Him- und Heidelbeeren und Nüssen.


Mein Weg durch Castrillo de los Polvazares:


Mein Weg durch Fromista:


Mein Weg durch Santa Maria del Campo:


Meine Route:



Kilometerstand: 6226 km (248 km gefahren).