Sonntag, 8. Juni 2025

Spanien, Tag 48 (Sonntag, 8.6.2025): Von Noia bis zur Illa de Arousa

Ich stehe wie üblich um 7 Uhr auf. In Noia ist es bewölkt bei 15 Grad.


Ich habe gestern Abend lange in den Reiseführern geschmökert, so dass die weitere Route bis zur portugiesischen Grenze nun weitgehend festgelegt ist. Meine erste Tagesetappe führt mich zum Leuchtturm Faro de Cabo Corrubedo. 


Er liegt am Rande oder in einem Naturschutzgebiet. Jedenfalls ist Übernachten hier nicht erlaubt.


Während ich bei der Gegend um den Leuchtturm nicht ganz sicher bin, befindet sich der nächste Parkplatz eindeutig in einem Naturschutzgebiet. "Camping and overnight stays in caravans, motor homes and other vehicles are forbidden", steht auf einer Tafel bei der Einfahrt - eine schlaue Formulierung, denn "other vehicles" inkludiert auch Autos wie Ludwig Junior.


Ich spaziere zuerst zu einer Wanderdüne (ich sehe keine Bewegung - vielleicht ist sie unterwegs nach Santiago de Compostela und rastet gerade?) und dann zur Lagune Lagoa de Carregal. Inzwischen haben sich die Wolken weitgehend aufgelöst, es ist aber recht dunstig. Die Wege zu verlassen oder gar auf die Düne zu steigen, ist streng verboten und kann eine Strafe zwischen 600 und 6000 Euro nach sich ziehen.





Ich esse Brote mit Aufstrich und Zwiebeln.


Etwas mehr als drei Kilometer weiter fotografiere ich das Steinzeitgrab Dolmen de Axeitos.


Die Durchquerung der Stadt Ribeira führt durch einige schmale Gassen. Die schlechte Fernsicht kann mich nicht davon abhalten, zum Aussichtspunkt Miradoiro da Curota zu fahren. Zuvor erreiche ich den Miradoiro de Valle-Inclan, benannt nach dem galicischen Autor Ramon del Valle-Inclan (1866 - 1936). 


Direkt vor mir liegt die Insel Illa de Arousa, die ich voraussichtlich morgen besuchen werde. Der Ort O Grove weiter rechts ist im Dunst fast nicht auszumachen. Vor 18.000 Jahren war dieses Gebiet noch nicht vom Meer bedeckt. 


Nun verschmälert sich die Straße auf eineinhalb Spuren. Der Miradoiro da Curota liegt in einer Höhe von fast 500 m.




Es dürfte hier kürzlich einen Unfall gegeben haben, wie eine zerbrochene Autoscheibe und Motoröl auf dem Asphalt zeigen.


Etwas verwirrend sind die im Wohnmobil-Tourguide abgedruckten GPS-Koordinaten der Torres de Oeste. Tomtom behauptet, dass ich das Ziel fast erreicht habe, obwohl ich mich auf einer langen Brücke befinde, auf der man nicht einfach stehen bleiben kann. Tatsächlich sind rechts unter der Brücke die Ruinen der Türme zu erkennen. Hinter der Brücke entdecke ich Wegweiser zu den Torres de Oeste. So gelange ich zu einem übernachtungsgeeigneten Parkplatz, ...


... von dem aus man zu den Resten einer Festung (die auf das 2. und 1. Jh. v. Chr. zurück geht) spazieren kann.




Nicht weit von den Türmen entfernt stoße ich auf ein Boot, das mich an eines der Wikinger erinnert. Des Rätsels Lösung: am ersten Sonntag im August findet hier ein Wikingerfest statt. Aus der Wikipedia: "Es wird dabei eine historische Begebenheit nachgespielt, als Wikinger versuchten, über Flüsse ins Inland zu gelangen und den sagenumwobenen Schatz von Santiago de Compostela zu plündern - und von den Einheimischen abgewehrt wurden."


Weiter oben habe ich geschrieben, dass ich die Illa de Arousa voraussichtlich morgen besuchen werde. Da die Insel der nächste Stopp auf meiner Liste ist, geht sie sich heute noch aus. Ich gebe die Koordinaten eines Parkplatzes aus Park4night in der Nähe des Leuchtturms Faro de Punta Cabalo ins Navi ein. Die Illa de Arousa ist über eine Brücke erreichbar. Unmittelbar dahinter befindet dich ein großer Parkplatz mit dedizierten Wohnmobil-Parzellen. Beim Vorbeifahren habe ich den Eindruck, dass alle belegt sind. In der Stadt Arousa will mich Tomtom gegen eine Einbahn schicken. Ich muss einen Umweg über den Hafen machen (bzw. die korrekte Route nehmen). Zuletzt wird die Straße schmal. Der kleine Schotterparkplatz ist voller PKWs - kein Wunder, es ist heute der erste warme Tag, den ich in Nordspanien erlebe (27 Grad), und die Leute bevölkern die nahen Strände. Näher an den Leuchtturm darf man nur fahren, wenn man Kunde eines Restaurants dort ist. Mit Müh und Not schaffe ich es, umzudrehen. Ich fahre etwas zurück und folge dann einer schmalen Straße in Küstennähe, entlang der in Park4night drei Übernachtungsplätze eingetragen sind. Am ersten stehen wieder lauter PKWs, so dass alle meine Hoffnungen schwinden. Aber ich habe Glück - am zweiten Parkplatz neben einem Fußballplatz kann ich Ludwig abstellen.


Mein Abendessen: die letzten Faschierten Laibchen mit Salat, danach Heidelbeer-Nuss-Joghurt.


Anschließend wähle ich Fotos für den heutigen Blogbeitrag aus und bearbeite sie. Um 20:15 Uhr gehe ich zur Küste und zum Leuchtturm. Leider fehlen mal wieder die passenden Abendrot-Wolken. Als ich zwei Stunden später bei Ludwig zurück bin, sind fast alle PKWs verschwunden. Ein weiterer Kastenwagen und drei Minicamper werden hier übernachten.






Mein Weg bei der Wanderdüne:


Mein Spaziergang zum Dolmen de Axeitos:


Mein Spaziergang zu den Torres de Oeste:



Mein Abendspaziergang zum Leuchtturm:


Meine Route:



Kilometerstand: 5306 km (146 km gefahren).