Donnerstag, 12. Juni 2025

Spanien, Tag 52 (Donnerstag, 12.6.2025): A Guarda

Die Imbissbude beim Flussbadeplatz hat laut Musik gespielt, so dass ich schon befürchtet habe, dass ich erst spät einschlafen werde. Aber kurz nach 22 Uhr wurde die Lautstärke gedrosselt, so dass einer ruhigen Nacht in Ponte Sampaio nichts im Wege stand. Heute morgen ist es bewölkt bei 18 Grad.


Die Straße, auf der man den Parkplatz verlässt, ist sehr steil und für Ludwig nur im ersten Gang zu schaffen. Ich überquere erneut die Römerbrücke und fahre zur Burg von Soutomaior aus dem 12. Jahrhundert, die um 10 Uhr öffnet (Eintritt: 5 Euro).


Am Anfang besichtige ich sie allein. Später kommen weitere Touristen und eine Schulklasse. Die Infotexte sind u.a. in Englisch, und auch einen animierten Film über die frühe Geschichte des Castillo kann man in dieser Sprache aufrufen.





Vigo ist laut übereinstimmender Aussage zweier Reiseführer keine Schönheit. Zwei Wohnmobil-Reiseführer lassen die größte Stadt Galiciens (ca. 300.000 Einwohner) völlig links liegen. Das werde auch ich machen. Nachdem ich den Inhalt einer Dose Thunfisch verspeist habe, gebe ich den Lidl in Nigran südwestlich von Vigo als Ziel ins Navi ein. Tomtom wählt eine Route um Vigo herum, was mir nur recht sein kann. Es beginnt zu regnen. Als ich nur noch zwei Kilometer zu fahren habe, hört es - wie bestellt - zu regnen auf. Tomtom will, dass ich rechts in eine schmale Straße einbiege. Das kann nicht die Zufahrt zum Lidl und einigen weiteren Märkten sein. Ich fahre geradeaus weiter, bis mir eine Straße nach rechts breit genug erscheint. Allerdings wird sie bald schmäler. Als ich die Wahl habe, entweder nach rechts oder nach links zu fahren, zeigt ein Verkehrszeichen eine Maximalbreite von 2,20 m an - nur ist nicht klar, ob rechts oder links gemeint ist. Ich fahre rechts. Nach einigen Kurven wird die Straße so schmal, dass ich nicht weiterfahren kann. Glücklicherweise ist es möglich, umzudrehen. Dreimal nach rechts, dann sehe ich vor mir einen Autobus queren - hurra, ich habe wieder eine breite Straße gefunden und bleibe nicht irgendwo stecken! Nach ein paar Minuten treffe ich beim Lidl ein - verdammt, er hat eine Tiefgarage! Eine der wenigen Parzellen im Freien ist aber leer und liegt günstig, so dass ich mit Ludwig rückwärts einparken kann. Uff!


Nach dem Einkauf fahre ich nach Baiona. Kurz vor dem Parkplatz sehe ich einen freien Spot in einem Parkstreifen, den ich mir sofort schnappe (wie ich wenig später sehe, ist auch der Parkplatz nicht voll).


Ich unternehme einen Stadtrundgang. Das Wetter ist eigenartig: Es scheint die Sonne, gleichzeitig spüre ich aber auch ein ganz feines Nieseln. Als ich am Meer ankomme, sehe ich, dass es im Osten stark regnet. Ich weiß nicht, in welche Richtung der Regen zieht (leider sagt mir das auch die Regenradar-App nicht, denn sie zeigt keine Niederschläge an), darum beeile ich mich, zurück zu Ludwig zu gelangen.




Ich beschließe, heute noch nach A Guarda zu fahren, und gebe die Koordinaten eines potenziellen Schlafplatzes ins Navi ein. Zuerst führt die Straße nach Westen. Dort, wo sie die Richtung ändert und entlang des Atlantiks nach Süden verläuft, befinden sich zwei Leuchttürme: der Faro Velho de Silleiro ...


... und der Faro de Cabo Silleiro. Ich mache ein paar Fotos, dann beginnt es zu regnen.


Die Küstenstraße ist Teil eines Jakobsweges. Immer wieder sehe ich Pilger nach Norden wandern. Als ich den Parkplatz am Meer kurz vor A Guarda erreiche, hört es zu regnen auf. Der Parkplatz ist nicht ganz eben. Ludwig steht zwei Grad nach vorn und zwei Grad nach links geneigt, aber das ist akzeptabel. 


Ich beschließe, hier die Nacht zu verbringen.


Mein Abendessen: Eierspeise mit Salat. Und natürlich Himbeer-Nuss-Joghurt.


Eigentlich will ich nun Feierabend machen (bzw. am Blog arbeiten), aber in den Wolken entstehen Lücken, und die Sonne kommt hervor. Mehr noch: die App Viewfindr zeigt an, dass heute die Wolken für Abendröte passen. Allerdings wird nur eine Wahrscheinlichkeit von 19 Prozent angezeigt, dass man sie auch wirklich sieht (wie sich später herausstellt, treffen die 81 Prozent zu: eine Schicht Nebel und dunkle Wolken über dem Meer lassen die Sonne schon eine Stunde vor Sonnenuntergang verschwinden - von Abendröte leider keine Spur!). Aber ich krame Stativ und Filter hervor und mache einige Langzeitaufnahmen der Wellen. Anschließend spaziere ich in die nicht allzu sehenswerte Stadt A Guarda und zum Hafen. Da dies ziemlich spontan passiert, vergesse ich darauf, meine Route mit Komoot zu tracken.












Mein Weg durch Baiona:


Meine Route:



Kilometerstand: 5592 km (91 km gefahren).