In der Nähe des Parkplatzes am Westrand von A Coruna befindet sich ein Fußballplatz, wo bis Sonnenuntergang gespielt wurde. Danach sind die PKWs weggefahren, und ich konnte eine ruhige Nacht verbringen. Am Morgen ist es bewölkt bei 17 Grad. Die Wolkenschicht ist dünn, das heißt, es könnte zwischendurch auch die Sonne scheinen, weshalb ich zur Sicherheit Sonnencreme verwende.

Ich will versuchen, einen Parkplatz näher am Zentrum zu finden. Die blaue Zone sollte an Sonntagen kostenlos sein. Ich habe das nicht geprüft, denn erstens sind die Plätze neben der Straße voller PKWs und zweitens so kurz, dass ich (wenn ich zwei Längsparzellen hintereinander fände) beide belegen müsste (was laut Kommentaren in Park4night in A Coruna teuer werden kann). Auch ein Parkplatz mit Schrägparzellen aus Park4night eignet sich maximal für 5 m lange Fahrzeuge (das hätte eigentlich jemand dazuschreiben können). Dann sehe ich Schilder mit der Aufschrift ZBE und einem Kamerasymbol. Ich weiß nicht genau, was das bedeutet, ich fürchte jedoch, dass das Zentrum eine Zone mit beschränkter Zufahrt ist. Andererseits gibt es einige explizite Womo-Parkplätze, das heißt, zumindest auf einer breiteren Straße muss das Fahren erlaubt sein. Ich entdecke eine Straße mit jeweils zwei Fahrspuren in jede Richtung und biege rechts ab. Verdammt - wieder das ZBE-Schild! Ich kann die Richtung nicht mehr wechseln. Okay, jetzt ist es sowieso schon egal. Ich fahre zum Aquarium. Rechts gibt es einen Parkstreifen, aber die wenigen freien Lücken eignen sich nur für PKWs. Die Wohnmobil-Parkplätze beim Aquarium sind natürlich belegt. Daneben befinden sich Parzellen für Autobusse, wo teilweise auch Wohnmobile stehen - darauf verzichte ich, denn das könnte zwischen 100 und 200 Euro kosten. Ich beschließe ohne große Hoffnung, es noch beim Herkules-Turm zu versuchen. Dazu muss ich fast einen Kilometer bis zum nächsten Kreisverkehr zurück fahren. Dabei entdecke ich im Parkstreifen eine etwas größere Lücke, die ich zuvor entweder übersehen habe oder die gerade entstanden ist. Jetzt heißt es beten, dass sich keiner hineinstellt. Die Lücke ist noch da - hurra!

Ich packe Proviant und die Weste in den kleinen Rucksack, hänge Fototasche und Kamera um, setze die Kappe auf und mache mich auf den Weg. Ich folge der Uferpromenade, biege dann aber auf Wanderwege ab und erreiche den Torre de Hercules, den ältesten noch aktiven Leuchtturm, erbaut von den Römern im 1. Jahrhundert (zumindest einen Vorgänger des jetzigen Turms, der aus dem 18. Jahrhundert stammt). Der Herkules-Turm ist ein UNESCO-Weltkulturerbe. Ich entdecke, dass man ihn innen besichtigen kann. Karten gibt es jedoch nicht beim Turm, sondern online (mein Browser zeigt "403 Forbidden" an, als ich auf den Link zum Ticketkauf tippe) und am Parkplatz. Die Dame, die die Eintrittskarten kontrolliert, schaut nach, für welche Uhrzeit ich eine Karte kaufen könnte. 11:30 Uhr wahrscheinlich nicht mehr, meint sie, aber für 12 Uhr gibt es noch welche. Es ist 11:05. Der älteste Leuchtturm der Welt ist es wert, ein wenig auf den Eintritt zu warten. Ich beeile mich, den Parkplatz zu erreichen, und erhalte für 3,09 Euro tatsächlich noch ein Ticket für 11:30, also mit kaum Wartezeit. Im Inneren kann man das Fundament besichtigen (Achtung: Kopf einziehen, an einer Stelle ist die Decke niedrig) und dann etwas mehr als 200 Stufen zur Aussichtsplattform hochsteigen. Nach der Besichtigung gehe ich zu einer großen Windrose am Boden und danach an der Küste entlang. Ein Monument erinnert mich aus der Ferne an einen Vogel Strauß mit dem Kopf im Sand, stellt sich jedoch als Füllhorn heraus. Es ist 12:40. Ich trinke eine Flasche Yfood. Ich gehe weiter an der Küste entlang und erreiche ein Gebiet mit Gebäuden. Hier gibt es Längs- und längere Schrägparkplätze, und hier hätte ich tatsächlich mit Ludwig stehen könnte (ich denke, man braucht aber trotzdem Glück, denn die meisten Parzellen sind mit PKWs und ein paar WoMos belegt). Auf der langen Uferpromenade erreiche ich die Marina. Am Ende der langen Mole steht ein kleiner grüner Leuchtturm. Ich passiere eine Burg und gelange beim Haupthafen (ein Kreuzfahrtschiff hat angelegt) ins Zentrum von A Coruna, wo am Vormittag offensichtlich eine Veranstaltung stattgefunden hat, denn überall stehen Absperrgitter, die jetzt von Arbeitern entfernt werden. Die meisten Häuser haben weiße Balkonverglasungen, was sehr schön aussieht. Ich gehe zum Platz Praza de Maria Pita, dann durch verschiedene Straßen der Fußgängerzone und schließlich durch die Altstadt, in der wenig los ist. Ich entdecke einen Platz mit Bodenzeichnungen von historischen Personen, aber auch Comic-Figuren (Fred Feuerstein und Barney Geröllheimer heißen in Spanien Pedro und Pablo). Danach gehe ich zur Uferpromenade auf der anderen Seite der Halbinsel, wo Ludwig mit 34,9 Grad auf mich wartet. Ich lasse die Tür offen, während ich am Blog weiter schreibe. Da es im Freien 21 Grad hat, kühlt Ludwig bald auf eine erträgliche Temperatur ab.




































Jetzt heißt es überlegen, was ich unternehmen soll. Die App Viewfindr sagt keine Abendröte voraus und sieht die Wahrscheinlichkeit für goldene Wolken bei 23 Prozent. Das ist nicht viel, aber ich beschließe trotzdem, den Herkules-Turm bei Sonnenuntergang zu fotografieren. Das heißt, ich muss noch einmal mehr als eineinhalb Kilometer hin und genauso weit zurück marschieren. Im Moment zeigt die Garmin-Uhr 27.611 Schritte an, da kommt es auf ein paar Tausend Schritte mehr auch nicht mehr an. Danach werde ich jedoch nicht mehr zum Stellplatz im Westen der Stadt fahren, sondern hier an der Uferpromenade übernachten. Zunächst aber habe ich Hunger. Ich esse Kaiserschmarrn mit Apfelmus.

Die Sonne geht um 22:07 Uhr unter, das heißt, ich sollte um 21 Uhr aufbrechen, damit ich nicht zu schnell gehen muss und trotzdem genügend Zeit habe, einen geeigneten Standort zum Fotografieren zu finden. Bis dahin kann ich beginnen, die heutigen Fotos zu sichern und Bilder für den Blog zu bearbeiten.

Um 21 Uhr breche ich auf. Erwartungsgemäß ist es ein unspektakulärer Sonnenuntergang. Da der Leuchtturm am höchsten Punkt des Hügels steht, muss man sehr nahe heran und extrem weitwinklig fotografieren, um sowohl den Turm als auch die im Meer versinkende Sonne im Bild zu haben (wie ich später sehe, ist eine Position an der Uferpromenade dafür sogar besser geeignet). Meine Uhr zeigt 33.848 Schritte an - kein Rekord.


Mein Weg durch A Coruna:

Mein Weg zum Herkules-Turm:

Meine Route (die Detailroute ist nicht sehr genau, denn ich bin auf der Suche nach einem Parkplatz mehr herumgefahren, als dort zu sehen ist):


Kilometerstand: 4713 km (11 km gefahren).