Erwartungsgemäß habe ich am Stellplatz in Ferrol eine ruhige Nacht verbracht. Ebenfalls erwartungsgemäß ist es am Morgen bewölkt. Die Temperatur beträgt 17 Grad.

Kurz nach 9 Uhr mache ich mich auf den Weg. Ferrol (ca. 65.000 Einwohner) ist keine besondere Schönheit, auch wenn die Stadt wegen einiger Festungsbauten auf der Vorschlagsliste zum UNESCO-Welterbe steht. Was man jedoch nicht überall findet (Zitat aus dem Müller-Reiseführer): der aus Ferrol stammende Künstler Eduardo Herrida lädt jedes Jahr im Herbst "internationale Straßenkünstler in das Viertel Canido, nördlich des Zentrums, damit sie an den Fassaden ihre Version von Velazquez' "Meninas" hinterlassen."

"Mehr als 300 Exemplare gibt es mittlerweile, eines soll sogar von Banksy sein..." (siehe das erste Foto). Bis zu den ersten Wandbildern sind es nur 700 m. Ich gehe durch Canido ins Zentrum (das Rathaus ist schön renoviert) und dann wieder durch Canido zurück. Zweimal werde ich von Einheimischen angesprochen, die mich auf weitere Wandbilder hinweisen (sie sprechen zwar nur Spanisch, es ist aber leicht zu verstehen, was sie sagen). Um halb 12 kommt die Sonne hervor, womit ich heute nicht gerechnet habe. Insgesamt bin ich dreieinhalb Stunden unterwegs.

























Ich esse Lachsfilet in Senfsauce. Anschließend entsorge ich Grauwasser und Urinkanister und fülle Ludwigs Wassertank.

A Coruna ist mit 250.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt in Galicien. Da trifft es sich gut, dass morgen Sonntag ist. Ich möchte heute einen Stellplatz in der Nähe von A Coruna finden. Der erste Kandidat befindet sich in Betanzos und kommt durchaus in Frage (übrigens fängt die westliche Länge seit gestern mit einer 8 an).

Aber vielleicht gibt es Übernachtungsplätze, die näher bei A Coruna liegen. In Park4night ist einer zwischen O Batan und O Veiga eingetragen. Man hört hier zwar ein wenig die Autos auf der Hauptstraße, in der Nacht sollte das aber unproblematisch sein. Er bietet jedenfalls viel Platz, allerdings schwankt die Internetverbindung zwischen 3G und schwachem LTE. Sollte ich nichts Besseres finden, kann ich hierher zurückkommen.

Ich beschließe, zu einem Parkplatz für WoMos und PKWs im Westen von A Coruna zu fahren. An einem Samstag Nachmittag ist der Verkehr nicht so schlimm, und zwei- und dreispurige Kreisverkehre fahre ich inzwischen wie ein Profi (was nicht heißt, dass ich sie nicht weiterhin hasse). Der Parkplatz besteht aus drei Ebenen und verfügt über keine Bodenmarkierungen. Manche Abschnitte sind schief, aber ich positioniere Ludwig schön waagrecht. Hier werde ich bleiben.

Mein Abendessen: die zweite Hälfte der Tofu-Würste, wie üblich mit Salat. Ins Nuss-Joghurt gebe ich heute sowohl Heidel- als auch Himbeeren.

Mein Weg durch Ferrol:

Meine Route:


Kilometerstand: 4702 km (83 km gefahren).