Gestern Abend um halb 10 bin ich noch einmal zum Leuchtturm von Ribadeo gegangen (ich weiß jetzt, dass das eckige Gebäude keiner ist), um Fotos bei Sonnenuntergang (der war gestern um 21:58) zu schießen. Ein paar Leute haben auch fotografiert oder eine Drohne fliegen lassen, aber es war wenig los. Leider fehlten die richtigen Wolken für die erhoffte Farbenpracht.

Am Morgen öffne ich gleich die Jalousien, um beim Frühstück den Ausblick aufs Meer zu genießen. Die Gegend des Faro de Ribadeo ist ein herrliches Fleckchen Erde, wo es sich aushalten lässt. Heute ist es bewölkt bei 16 Grad, vereinzelt blinzelt aber blauer Himmel durch die Wolkendecke.

Nach einigen letzten Aufnahmen des Leuchtturms ...

... fahre ich los. Ich befinde mich jetzt in Galicien, der westlichsten Region Spaniens mit einer 7 bei der westlichen Länge der GPS-Koordinaten. Tomtom will mich zur Autobahn führen (was ich verweigere) und danach immer wieder, dass ich in Feldwege abbiege (obwohl "Unbefestigte Straßen vermeiden" eingeschaltet ist). Ich bleibe auf der breiteren Straße in der Nähe des Meeres. Im Dorf Rinlo wird es eng, aber Ludwig lässt sich von einer 2,50 m breiten und 2,70 m hohen Unterführung nicht aufhalten. Am im Wohnmobil-Tourguide vermerkten Parkplatz beim Strand Praia das Catedrais sind nur PKWs erlaubt, aber 150 m weiter dürfen WoMos stehen und sogar übernachten (was rund zwei Dutzend auch getan haben dürften).

Der Strand der Kathedralen ist einer der bekanntesten Strände überhaupt. Bei Flut ist er völlig überschwemmt, aber deren Höhepunkt war heute um 5:52. Ich gehöre zu den ersten Spaziergängern zwischen den Felswänden und Felsbögen. Da manchmal eine Welle in den Bereich schwappt, der eigentlich schon trocken ist, ziehe ich Schuhe und Socken aus und kremple die Hose hoch. Im Sommer ist der Strand so überlaufen, dass man via Internet ein Ticket reservieren muss, aber heute ist recht wenig los. Aufsichtspersonen stellen Absperrbänder auf, wo man sich wegen Steinschlaggefahr nicht aufhalten darf. Zuletzt gehe ich oben auf den Klippen auf Holzstegen zu zwei Aussichtspunkten.











Es ist 11:30 Uhr. Ich esse wie gestern Brote mit Guacamole.

Da jetzt die Sonne hervorgekommen ist, gehe ich für weitere Fotos an den Strand. Einmal muss ich mich auf einen Felsen retten (kann aber nasse Schuhe und Füße nicht vermeiden), als eine Welle weiter über den Sand vordringt, als sie um diese Tageszeit sollte.


Ich setze meine Tour entlang der kaum befahrenen Küstenstraße fort. Bis auf vereinzelte Spaziergänger sind die Strände menschenleer. In San Cosme de Barreiros (kostenloser WoMo-Stellplatz, der sehr ruhig wirkt) werfe ich einen Blick auf die Stadt Foz am anderen Ufer der Ria (so nennt man eine schmale, lange und oft tief ins Landesinnere reichende Meeresbucht, entstanden durch die Überflutung von Flusstälern durch den ansteigenden Meeresspiegel oder durch das Absinken von Küstenabschnitten).

Die Basilica San Martino de Mondonedo geht auf das 8. Jahrhundert zurück.

Man betritt sie durch ein kleines Museum (Eintritt: freiwillige Spende).

Bis nach Mondonedo sind es 24 km. Der Ort gehört zu den "Schönsten Dörfern", ist meiner Meinung nach aber nicht besonders schön. Wahrscheinlich erhielt er die Auszeichnung aufgrund der Kathedrale, die jedoch geschlossen ist.

Ich gebe die Koordinaten eines Stellplatzes in San Cibrao ins Navi ein. Tomtom will mich die gleiche Strecke zurück schicken, die ich hergefahren bin, doch ich setze einen Zwischenstopp weiter westlich. Alle 11 durchnummerierten Parzellen in San Cibrao sind belegt, aber daneben kann man sich aufs Gras stellen. Ich parke Ludwig neben einem Schweizer Kastenwagen der Marke La Strada. Dieser hat ebenfalls beim Leuchtturm von Ribadeo übernachtet, und als ich heute vom Strandspaziergang am Praia das Catedrais zurück gekommen bin, ist er erneut neben Ludwig gestanden. Wer hier wohl wen verfolgt?

Ich unternehme einen Rundgang durch das nette Städtchen, das zum Teil auf einer Halbinsel errichtet wurde. Dort befindet sich auch ein Leuchtturm.





Mein Abendessen: Hühnerfleisch in pikanter roter Linsen-Chili-Sauce, Vollkornreis, Salat, Joghurt, Heidelbeeren, Nüsse.

Mein Weg am Strand der Kathedralen:

Mein Weg durch Mondonedo:

Mein Weg durch San Cibrao:

Meine Route:


Kilometerstand: 4402 km (102 km gefahren).