Nach einem regnerischen Ruhetag in Potes gehe ich erholt in die fünfte Woche. Die Sonne scheint, der Himmel ist wolkenlos. Die Temperatur beträgt 12 Grad.

Um 8:40 Uhr breche ich zu einer Südumfahrung der Picos de Europa auf. Es gibt hier nur ein paar kleine Dörfer und viel Natur. Die gut ausgebaute Straße führt in vielen Kurven zwischen bewaldeten Berghängen aufwärts. Bis zum ersten Aussichtspunkt (Area descanso Vejo) in 11 km Entfernung begegnen mir 8 Autos. Der Rastplatz liegt außerhalb des Nationalparks und eignet sich für eine ruhige Übernachtung.

Wenig später kommt der nächste Aussichtspunkt, wieder mit Picknicktischen und einer Mülltonne (Spanien ist ein sehr sauberes Land, in dem keine Plastikflaschen neben den Straßen liegen - was für ein Unterschied zu Süditalien!).

Bis zum Mirador del Corzo begegnen mir zwei Autos (darunter ein WoMo) und ein Motorrad. Eine Motorrad-Karawane aus UK überholt mich und verstellt mir den Parkplatz. Ich halte auf der Straße, was bei dem geringen Verkehrsaufkommen kein Problem ist.

Auf dem Pass Puerto de San Glorio (1609 m, Parkplatz übernachtungsgeeignet, ein Auto kommt mir bis dorthin entgegen) verlasse ich Kantabrien und gelange in die Region Kastilien und Leon.


Ich steige zu einem Bär-Monument hinauf und genieße den Ausblick auf die Felsberge der Picos de Europa.

Auf der anderen Seite des Puerto de San Glorio durchquere ich das Dorf Llanaves de la Reina und danach eine Schlucht (neun Autos).

In Portilla de la Reina biege ich rechts ab und begegne einem Schäfer mit seiner Herde und mehreren Hirtenhunden.

Da ich nicht weiß, wie lange ich ihm im Schritttempo folgen muss, halte ich und esse (es ist genau 11 Uhr) Heringsfilets in Mango-Pfeffer-Creme.

Die Straße ist nun schmäler (aber immer eineinhalb- bis zweispurig) und schlechter. Man muss auf vereinzelte Schlaglöcher achten. Die Straße führt zuerst durch ein Tal und dann bergauf.

Ich erreiche den Nationalpark Picos de Europa.

Ein PKW kommt mir entgegen, einen anderen und mehrere Motorräder lasse ich vorbei. Letztere hole ich beim Aussichtspunkt am 1562 m hohen Pass Puerto de Pandetrave ein - nur ein Brite diesmal, der Rest sind Spanier.

Vor mir ragen die kahlen Gipfel der Picos de Europa auf.

Mit der Bergabfahrhilfe des Ducato fahre ich bremsenschonend bergab, vorbei am Dorf Santa Marina de Valdeon. Die Straße ist nun wieder gut. Der Müller-Reiseführer ist nicht mehr aktuell, die letzten Kilometer nach Posada de Valdeon sind zwar steil, aber zweispurig und breit (daneben sieht man aber noch die alte, wirklich schmale Straße vom Typ "Beten, dass keiner entgegen kommt"). Ich finde in Posada kein Plätzchen zum Parken (es gibt zwar einen WoMo-Stellplatz, aber der kostet 15 Euro, was mir für 30 Minuten Dorfbesichtigung zu teuer ist). 10 km nördlich von hier liegt Cain, wohin ich am Freitag durch die Schlucht von Cares gewandert bin. Angesichts des damaligen Erfahrungsberichts der britischen Camper verzichte ich, dorthin zu fahren, das wäre Stress pur. Außerdem steht an der Abzweigung ein Fahrverbot-Schild für Wohnmobile. Ich setze die Fahrt durch ein Tal zwischen niedrigeren, bewaldeten Bergen fort - bis der Mirador de Valdeon wieder den Blick auf schneebedeckte Gipfel gestattet.

Die zweispurige Straße bringt Ludwig und mich auf den nächsten Pass (Puerto de Panderrueda, 1450 m) mit Picknicktischen, Rindviechern ...

... und Motorrädern.

Am Pass Puerto del Ponton (1290 m) rennt ein Fuchs umher. Er dürfte keine Tollwut haben, sondern auf Leckerlis aus sein.

Der höchste von hier sichtbare Gipfel ist fast 2400 m hoch.

Hinter dem Tunel de Oseja de Sajambre kommen zwei Stellen mit Felsüberhängen, wo ich sicherheitshalber in die Fahrbahnmitte ausweiche. Gleich danach wurde ein weiterer Mirador gebaut.

In Oseja de Sajambre sehe ich eine interessante Kirche. Sie ist jedoch geschlossen.

Hinter Ribota windet sich die Straße in die Schlucht Desfiladero de Los Beyos hinunter. Um 14:40 Uhr erreiche ich Asturien.

Um 15:30 treffe ich beim Stellplatz in Cangas de Onis ein. Es handelt sich um für WoMos reservierte Plätze (die alle belegt sind) am Rand eines großen PKW-Parkplatzes, wobei es laut Kommentaren in Park4night nicht gern gesehen wird, wenn man die PKW-Parzellen benutzt. Aber das Wetter hält, deshalb setze ich die Fahrt gleich fort in Richtung Covadonga. Als Ziel gebe ich einen Tagesparkplatz hinter dem See Lago Enol in rund 1100 m Seehöhe an. Ich passiere die große Wallfahrtskirche von Covadonga. In der Hochsaison ist die Weiterfahrt tagsüber nur mit dem Bus möglich, aber derzeit ist die Schranke offen. Die bis zu 15 Prozent steile, ca. 12 km lange Straße zu Los Lagos (es gibt nämlich zwei Seen) weist eineinhalb bis (schmale) zwei Spuren auf. Neben der Straße geht es manchmal steil hinunter, wobei an manchen Stellen Leitplanken oder Zäune fehlen. Ich begegne mehr Autos als den ganzen Tag davor, darunter einmal einem großen Bus (den ich zum Glück rechtzeitig sehe, so dass ich an einer breiteren Stelle warten kann, bis er vorbei ist). Dieses Gebiet wurde bereits 1918 zum Nationalpark erklärt und später in den größeren Nationalpark Picos de Europa integriert. In 900 m Seehöhe halte ich am Mirador de la Reina ...

... und bewundere die Aussicht.

Direkt beim Lago Enol kann man nicht stehen bleiben. Zum Lago de la Ercina darf nur der Shuttle-Bus fahren. Ich stelle Ludwig auf einem großen Parkplatz hinter einem Hügel ab.

Allerdings ziehen nun Wolken und auch etwas Nebel auf. Ich verzichte darauf, zum See zu marschieren, und begnüge mich mit einem Foto aus dem Autofenster.

Kurz vor dem kleinen Ort Covadonga gibt es ein paar freie Tagesparkplätze. Im Tal scheint die Sonne.

Ich spaziere zur Cueva Santa, der Heiligen Höhle, ...

... mit einem Marienaltar ...

...und durch einen in den Felsen gegrabenen Tunnel zu einem großen Museum sowie zur Wallfahrtskirche (es findet gerade eine Messe statt, aber Fotografieren wäre ohnehin verboten). Es ist nach 18 Uhr, da ist der größte Touristenrummel schon vorbei.

Zweieinhalb Kilometer entfernt befindet sich der Parkplatz P3, wo WoMos übernachten dürfen. Ich stelle Ludwig zu einigen Wohnmobilen. Wahrscheinlich ist dieser Teil des Parkplatzes für PKWs vorgesehen, aber es ist in dieser Jahreszeit unter der Woche nicht damit zu rechnen, dass PKWs so weit von Covadonga entfernt parken möchten.

Ich esse gebratene Nudeln, Salat, Himbeeren, Nüsse und Joghurt.

Mein Weg durch Covadonga:

Meine Route:


Kilometerstand: 2656 km (159 km gefahren).