Samstag, 17. Mai 2025

Spanien, noch einmal Tag 25 (Freitag, 16.5.2025): Wanderung durch die Cares-Schlucht

Ich habe auf dem Parkplatz zwei Kilometer vor dem Dorf Poncebos, wo die Wanderung durch die Cares-Schlucht beginnt, gut geschlafen. Bis auf das Rauschen des Baches ist dort nichts zu hören (tagsüber fahren natürlich immer wieder Autos vorbei). Nach mir sind gestern noch drei WoMos gekommen. Ich stehe um 6:30 Uhr bei 13 Grad Temperatur auf ...


... und fahre nach Poncebos. Beim Kraftwerk gibt es eine Haltebucht, wo vier Camper übernachtet haben. Hier parke ich Ludwig. Man könnte zwar noch bis zu 500 m näher an die Schlucht fahren, doch dann steht man praktisch auf der Straße. Das werden im Laufe der nächsten Stunden vor allem PKWs machen. Aus diesem Grund empfiehlt der WoMo-Reiseführer, gleich in der Früh zu wenden, weil es dafür später möglicherweise keinen Platz mehr gibt.


Ich frühstücke und bereite mein Wander-Outfit vor. Um 8:25 breche ich auf. Komoot sagt, dass die Tour 23,1 km lang ist (hin und zurück) und dass dabei 990 Höhenmeter zu überwinden sind. Die Länge schreckt mich weniger, aber ob ich gleichzeitig 1000 Höhenmeter schaffe? In einem Kommentar schreibt ein Komoot-Nutzer jedoch, dass die von Komoot angegebenen Höhenmeter nicht stimmen. 


Tatsächlich scheinen sowohl Komoot als auch Garmin Probleme zu haben: meine Uhr zeigt beispielsweise 12 Anstiege an, wobei der zweite 94 Höhenmeter hoch sein soll, obwohl es dort die ganze Zeit bergab geht. Nach dem Ende der Wanderung bin ich laut Komoot 27,5 km mit 890 Höhenmetern gegangen, laut Garmin 27,09 km mit 713 Höhenmetern. Das Problem dürfte daran liegen, dass sowohl das iPhone als auch die Garmin-Uhr in der engen Schlucht des öfteren Schwierigkeiten haben, mittels GPS die exakte Position zu bestimmen, und dadurch Bewegungen protokolliert werden, die ich gar nicht gemacht habe. Meiner Schätzung nach bin ich 24, vielleicht 25 km gegangen und habe dabei rund 500 Höhenmeter überwunden. Die Uhr hat über 34.000 Schritte registriert, das dürfte (mit den üblichen Ungenauigkeiten) korrekt sein. Außerdem schlägt die Uhr 20 Stunden Erholung vor - daran werde ich mich nicht halten, denn das schöne Wochenende muss ausgenutzt werden.


Wie gesagt, um 8:25 marschiere ich los, zuerst auf der Straße, wo schon einige PKWs abgestellt wurden. Das letzte Straßenstück ist nicht asphaltiert. Nach etwas mehr als einem Kilometer zeigt ein Wegweiser den Beginn des Wanderwegs Ruta del Cares nach Cain de Valdeon an. Nun geht es zwei Kilometer nicht ganz 300 Höhenmeter bergauf, dann wieder ein Stück bergab und danach mal ein wenig nach oben und mal nach unten, aber ohne große Steigungen oder großes Gefälle. Der Pfad führt ungesichert am Abgrund entlang, er ist aber immer mindestens einen Meter breit - wenn man auf der Bergseite bleibt, ist die Tour problemlos machbar, auch wenn man wie ich nicht schwindelfrei ist. Ich komme an ein paar Hausruinen und später an Wasserfällen vorbei. Der Weg führt anfangs nach Westen, so dass man die Sonne im Rücken hat - das bedeutet gutes Licht, wenn man in Gehrichtung fotografiert. Ich werde von einigen Wanderern überholt, weil ich oft stehen bleibe, um Fotos zu schießen (ich muss mich zwingen, dies nicht alle zwanzig Meter zu machen, denn die Landschaft ist wunderschön). Manchmal wurde der Pfad in den Felsen gegraben oder gesprengt, so dass man unter Felsüberhängen geht. Später kommen auch ein paar kurze Tunnel. Gelegentlich verläuft neben dem Weg ein Kanal, der Wasser zum Kraftwerk in Poncebos leitet, meistens dürfte der Kanal aber durch die Felsen führen. Nach ca. der Hälfte des Weges verläuft die Schlucht nach Süden. Sie wird immer enger. Mehrmals wechselt man über Brücken auf die andere Schluchtseite. In einem etwas längeren Tunnel ist die Sicht schlecht (ich schalte die Taschenlampe des Handys ein), und ich muss gebückt gehen, um nicht mit dem Kopf an die Decke zu stoßen. Am Ende der Schlucht liegt das Dorf Cain de Valdeon, das aus ein paar wenigen Häusern besteht, darunter mehrere Restaurants. Ich treffe kurz nach 12 Uhr ein und lege bei der Kapelle 30 Minuten Pause ein (mit Yfood, wie üblich beim Wandern). Ein WoMo aus UK bietet mir die Gelegenheit, die Insassen nach ihren Erfahrungen bei der Fahrt nach Cain zu befragen. Die Straße sei sehr schmal mit wenigen Ausweichmöglichkeiten, sagen sie - sie hätten gebetet, dass kein Auto entgegen kommt. Eine solche Aussage von Briten, die mit engen Straßen vertraut sein müssten, sollte man ernst nehmen. Da inzwischen die Sonne weiter gewandert ist, habe ich am Rückweg wieder gutes Licht für Fotos in Gehrichtung. Einige Ziegen lassen sich von den Menschen nicht stören. Kurz vor 16 Uhr treffe ich bei Ludwig ein. Fazit: Ex aequo mit der Tour auf den Preikestolen in Norwegen ist die Ruta del Cares die tollste Wanderung, die ich bisher unternommen habe.



























Ich beschließe, in der Parkbucht beim Kraftwerk zu übernachten, weil das iPhone hier Internetverbindung hat (die Fritzbox mit der Vodafone-Simkarte hingegen nicht), allerdings reicht die Geschwindigkeit nicht, um Fotos für den Blog hochzuladen. 


Da ich nach der Wanderung Proteine brauche, esse ich Eierspeise mit Salat. Und danach wie üblich Joghurt mit Heidelbeeren und Nüssen.


Meine Wanderung:


Meine Route:



Kilometerstand: 3382 km (3 km gefahren, aber 24 km gegangen und mehr als 34.000 Schritte gemacht).