Nach einer vollkommen windstillen Nacht erwache ich bei 17 Grad und Nebel. Das Meer unter mir ist kaum, der Leuchtturm in 200 m Entfernung gar nicht zu erkennen. Vier Kastenwägen haben bei der Punta Estaca de Bares übernachtet.

Bei diesem Wetter bringt es zwar wenig, zum Mirador de Coitelo zu fahren, aber ich möchte schauen, wie man dorthin gelangt, für den Fall, dass ich noch einmal in der Gegend sein sollte. Der Wohnmobil-Tourguide schreibt von einer schmalen Straße und recht abenteuerlichen Zufahrt, ist aber nicht mehr aktuell, denn die Straße zwischen Loiba und O Picon dürfte erst kürzlich auf zwei Spuren verbreitert worden sein. Nur die letzten paar hundert Meter legt man auf einem nicht asphaltierten Feldweg zurück, den aber auch große WoMos sicherlich problemlos schaffen. Neben dem Weg gibt es genug Platz zum Halten. "El banco mas bonito del mundo" (die beste Bank der Welt) dürfte recht bekannt sein, denn ich habe eine Werbetafel gesehen, die eine Zeichnung von ihr zeigt, und Wegweiser dorthin. Ein Abstecher, der sich bei Sonnenschein auf jeden Fall lohnt!

Auf guten Straßen mit sehr wenig und später wenig Verkehr fahre ich zum Cabo Ortegal (die letzten 5 km eineinhalbspurig und teilweise etwas schlechter). Während vorher das feine Nieseln vom Regenradar gar nicht angezeigt wurde, regnet es nun stärker, und es ist Donner zu hören. Das Kap liegt in dichtem Nebel. Die Zufahrt zum recht kleinen Parkplatz gelingt nur mit einmaligem Reversieren. An einem schönen Tag am Wochenende oder im Sommer kann es hier für Wohnmobile ziemlich eng werden. Die Internetverbindung ist nur 3G.

Es ist 10:40. Laut Regenradar soll das Gewitter in spätestens 30 Minuten abgezogen sein. Ich nütze die Zeit für ein verfrühtes Mittagessen.

Während ich esse, kommen sogar an einem Tag wie heute zwei PKWs. Die Insassen springen heraus, machen im Regen ein paar Fotos und verschwinden wieder.

Nach 30 Minuten verzieht sich der dichte Nebel. Kurz ist sogar ein Stück blauer Himmel zu sehen. Vier weitere PKWs und drei Motorräder tauchen auf, was meine Einschätzung bestätigt, dass dieser Ort an einem schönen Tag sehr gut besucht ist.






Auf den fünf Kilometern zurück nach Carino begegnet mir kein Fahrzeug. Bald danach muss ich rechts abbiegen. Auf einer eineinhalbspurigen Straße gelange ich in rund acht Kilometern auf über 600 m Seehöhe zum Mirador Vixia de Herbeira inmitten der Gebirgskette Serra da Capelada. Bald hüllt mich dichter Nebel ein, so dass ich oft nicht weiter als 20 m sehe (zum Glück begegne ich nur einem einzigen Auto). Von den laut Womo-Reiseführer 95 Windrädern sehe ich nur ein einziges, und das bloß schemenhaft (und nur kurz, denn dann wird es wieder von der Nebelsuppe verschluckt). Am folgenden Foto könnt ihr euch Ludwig van Tourer vor zahlreichen Windrädern vorstellen.

Auf der anderen Straßenseite gelangt man in 100 m zum Miradoiro de Garita da Herbeira. Die Klippen, die ihr am nächsten Foto nicht seht, sind mit 600 m die höchsten Europas.

Beim Miradoiro de Teixidelo-Cruceiro erinnert ein Gedenkstein an den britischen Schauspieler Leslie Howard, der 1943 in einem in der Nähe abgeschossenen Flugzeug gestorben ist.

Vom Aussichtspunkt mit einem Kreuz sieht man das Dorf Santo Andre de Teixido heute nicht.

Gerade als ich wegfahren will, laufen einige Wildpferde auf der Straße vorbei. Wenig später kommen sie zurück, so dass ich sie aus dem Auto heraus fotografieren kann.

Santo Andre de Teixido ist laut Wikipedia nach Santiago de Compostela Galiciens wichtigster Wallfahrtsort, wobei die Hauptzeit für Wallfahrten zwischen August und November liegt. Da es nicht allzu viele Parkplätze gibt, frage ich mich, ob die Mehrzahl der Pilger zu Fuß kommt.

Andererseits ist die Wahlfahrt wahrscheinlich rasch erledigt, denn der winzige Ort (weniger als 50 Einwohner) verfügt nur über eine kleine Kirche.



In der Hafenstadt Cedeira scheint die Sonne.

Ich frage mich, ob sich 15 km weiter im Nordosten der Nebel aufgelöst hat. Aber als ich Santo Andre verließ, musste ich etwas bergauf fahren und bin gleich wieder in den Nebel geraten. Deshalb bezweifle ich es und verzichte darauf, noch einmal auf 600 m Höhe zu fahren (wenig später habe ich freien Blick in diese Richtung und finde bestätigt, dass die Höhen weiterhin wolkenverhüllt sind). Ich gebe Koordinaten aus dem WoMo-Reiseführer ein, die ich für jene des Leuchtturms Faro de Punta Frouxeira halte, die aber in Wirklichkeit zu einem Strand führen, wo ein paar deutsche Wohnmobile stehen (deren Eigentümer haben vermutlich auch den WoMo-Reiseführer gekauft).

Der Leuchtturm ist aber von hier zumindest schon zu sehen.

Er sieht sehr ungewöhnlich aus.

Ich fahre weiter zum Leuchtturm am Cabo Prior. Die letzten zwei Kilometer sind sehr holprig und einspurig, aber es wäre leicht, einem entgegenkommenden Auto auszuweichen (es kommt jedoch nur ein Radfahrer).

Rund um den Leuchtturm gibt es einige Bunker und Ruinen.

Ferrol, der Geburtsort des Diktators Franco, verfügt über zwei Lidl-Filialen. Ich steuere die nähere an und ergänze meine Lebensmittel-Vorräte.

Nun brauche ich noch einen Platz zum Schlafen. Der offizielle Stellplatz von Ferrol liegt am Rand des großen Parkplatzes des Fußball-Stadions. Ich denke, hier ist es in der Nacht sehr ruhig.

Mein Abendessen: Würste aus Tofu mit Salat.

Mein Abenddessert: Joghurt, Nüsse, Heidelbeeren.

Mein Weg durch Santo Andre de Teixido:

Meine Route:


Kilometerstand: 4619 km (159 km gefahren).
PS: Ich habe ChatGPT auf Grundlage des Fotos von Ludwig mit den nicht sichtbaren Windrädern ein Bild bei Sonnenschein generieren lassen. Dass dort auch ein wenig vom Meer zu sehen ist, fällt wohl unter künstlerische Freiheit.

Da ich danach im gleichen Dialog auch das Bild vom Mirador über den 600 m hohen Klippen hochgeladen habe, hat ChatGPT auch in dieses Bild Ludwig und Windräder integriert, ohne dass ich die KI dazu aufgefordert habe. So sieht es dort zwar bestimmt nicht aus, aber schön wäre es schon. Die Richtung des Schattens stimmt jedoch nicht mit dem Stand der Sonne überein.
