Nach einer ruhigen Nacht auf dem empfehlenswerten Stellplatz in San Cibrao direkt am Meer erwache ich bei bewölktem Himmel und etwas Nebel. Laut Vorhersage soll es aber sonnig werden. Die Temperatur beträgt 16 Grad.

Einer der Reiseführer (eigentlich der schlechteste, nämlich von Marco Polo) empfiehlt die Wanderung Ruta Fucina do Porco. Als ich gestern im Internet danach suchte, musste ich leider feststellen, dass der Pfad wegen Sturmschäden bis auf weiteres gesperrt ist. In keinem Reiseführer hingegen wird der Leuchtturm Faro Roncadoira erwähnt. Ich probiere, ob er mit dem Auto erreichbar ist (er ist - und zwar auf einer zweispurigen Straße mit ein paar Schlaglöchern, die letzten zwei Kilometer eineinhalbspurig). Der kleine Parkplatz ...

... am Leuchtturm ist in Park4night als Picknickplatz eingetragen, mit vielen positiven Kommentaren von Leuten, die dort geschlafen haben.

Laut Wegweisern führt hier der Wanderweg Senda Costeira de Xove vorbei.

Der angepeilte Parkplatz in Viveiro, einer Stadt mit 15.000 Einwohnern, ist voll, darum fahre ich weiter zum Stellplatz (eigenartigerweise mit einem Verbotsschild > 2,5 t an der Einfahrt). Die Stadt erweckt nicht den Eindruck, dass man viel versäumt, wenn man nicht durchmarschiert.

In Porto do Barqueiro halte ich am schiefen Schotterparkplatz ...

... und esse Brote mit Aufstrich und Zwiebeln.

Anschließend unternehme ich einen Rundgang durch das Dörfchen. Die meisten Wolken haben sich mittlerweile verzogen, es ist aber dunstig.





Weiter geht's auf einer guten zweispurigen Straße (die letzten eineindrittel Kilometer eineinhalbspurig) zum Leuchtturm Faro Estaca de Bares. Ein deutscher Camper, zwei PKWs und ein Motorrad sind anwesend - mehr als genug Platz für Ludwig. Internet funktioniert. Ich habe meinen heutigen Übernachtungsplatz bereits gefunden.

Das Kap Punta Estaca de Bares ist der nördlichste Punkt Spaniens und der iberischen Halbinsel. Laut Wikipedia gehört es mit durchschnittlich 1500 mm pro Jahr zu den regenreichsten Orten Europas. Aber nicht heute! Da es in den nächsten drei Tagen in Galicien zwar nicht regnen, aber immer bewölkt sein soll, nutze ich den Sonnenschein für eine spontane Rundwanderung. Ich gehe am Leuchtturm vorbei zu einem Aussichtspunkt (um noch weiter nördlich zu gelangen, müsste man zum Meer hinunter klettern). Danach marschiere ich zu einer ehemaligen amerikanischen Militärstation, die jetzt verfällt. Wenn es beim Leuchtturm zu stürmisch ist, kann man hier windgeschützter stehen. Meine Wandertour verläuft meistens auf der Straße, aber es begegnet mir anfangs nur ein Auto (erst auf der Zufahrt zum Leuchtturm sind es dann vier). Ich gehe hinunter ins Dorf O Porto de Bares, dann hinauf nach A Vila de Bares und danach zurück zu Ludwig.











Mein Abendessen: Pasta mit Salat, Joghurt mit Heidelbeeren und Nüssen.

Es ist leider nicht möglich, den Leuchtturm und die untergehende Sonne zu fotografieren. Stattdessen muss Ludwig als Motiv herhalten. Die richtigen Wolken in der richtigen Höhe fehlen.

Mein Weg durch Porto do Barqueiro:

Mein Weg an der Punta Estaca de Bares:

Meine Route:


Kilometerstand: 4460 km (58 km gefahren).