Letzter Tag der dritten Reisewoche. Wie meistens stehe ich um 7 Uhr auf. Der Himmel zeigt eine Mischung aus Blau und Wolken (letztere werden im Tagesverlauf zunehmen, und ab ca. 15 Uhr könnte es regnen) bei 13 Grad.

Ich leere den Grauwassertank und den Urin-Kanister.

Mein erstes Ziel ist der Leuchtturm Faro de Cabo Mayor. Das Tor ist offen, aber ich bleibe neben der Stichstraße stehen.

Der Leuchtturm ist sehr schön. Daneben befinden sich ein kleines Restaurant und ein Parkplatz.


Jetzt wird es stressig, denn ich muss durch Santander zum Lidl fahren. Es gibt mehrere Filialen in der Stadt. Ich schaue sie mir in Google Maps in der Luftbild-Ansicht an und wähle jene mit dem größten Parkplatz.

Nach dem Einkauf ist es leicht, Santander zu verlassen, denn die Autobahn verläuft in der Nähe. Allerdings ist die Auffahrt unangenehm, denn es gibt keine Beschleunigungsspur, und man sieht schlecht, ob von links ein Auto kommt (tatsächlich taucht gerade eines auf, als ich Gas gebe, und hupt warnend). Ich fahre zum kostenlosen WoMo-Stellplatz (mit V+E) in Lierganes.

Wie in Frankreich und Italien existiert auch in Spanien ein Verein, der die schönsten Dörfer des Landes kürt. Lierganes hat diese Auszeichnung erhalten. Ich spaziere durch das Dorf mit einigen alten Steinhäusern. Die Brücke El Puente Mayor wird als "puente romano" bezeichnet, obwohl sie nicht von den Römern erbaut wurde, sondern zwischen 1587 und 1606 entstanden ist. Daneben befindet sich die Statue des Hombre Pez (Fischmann).





Es ist kurz nach 12. Ich esse Weckerl mit Pechiga de pavo (Putenbrust) und Käse.

Nach der Mittagspause lasse ich das Meer immer weiter hinter mir zurück, während ich südwärts fahre.

Eine wenig befahrene Straße führt durch eine dünn besiedelte Landschaft auf den 674 m hohen Pass Puerto de Alisas hinauf.

Ich steige weitere 10 Höhenmeter zum Mirador hinauf.

Eigentlich hatte ich geplant, ab dem aus einer Handvoll Häusern bestehenden Dorf Ason eine Wanderung zum Wasserfall Salto del Ason zu unternehmen. Aber das wären 10 Kilometer mit ca. 300 Höhenmetern - das Risiko, dass es währenddessen zu regnen beginnt, ist zu groß, auch wenn es momentan wettermäßig gar nicht schlecht ausschaut (ich habe keinen Mobilfunkempfang und kann daher die Regenvorhersage in der Regenradar-App nicht checken). Ich fahre weiter und sehe bald den Wasserfall in der Ferne. Schön, dass hier so viele Parkbuchten gebaut wurden.

Den besten Blick auf den Wasserfall bietet die zweite Haarnadelkurve.

Der Mirador Collado de Ason liegt 682 m hoch.

Es erscheint mir wenig sinnvoll, die gleiche Strecke zurück zu fahren. Deshalb gebe ich die Koordinaten des Stellplatzes in Corconte am Ebro-Stausee ins Navi ein. Dort treffe ich erstmals auf eine Tour aus dem WoMo-Reiseführer (der das Baskenland und die Gegend bis Santander ignoriert).

Den höchsten Punkt meiner heutigen Fahrt erreiche ich am Pass Portillo de la Sia in 1200 m Seehöhe. Ich befinde mich jetzt in der Region Kastilien und Leon. Die modernen Windmühlen drehen sich heute nicht - vielleicht warten sie auf Don Quijote?

Die Zufahrt zum Stellplatz sieht nicht danach aus, sondern wie ein schmaler Schotterweg zu einem Badeplätzchen am Ebro-Stausee. Ich fahre lieber weiter, bis ich in La Poblacion halten kann. Dort merke ich, dass ich irrtümlich tatsächlich die Koordinaten eines Picknickplatzes und nicht des Stellplatzes eingegeben habe.

Westlich von mir befindet sich ein im WoMo-Reiseführer erwähnter Aussichtspunkt im Gebirge auf fast 2000 m Höhe, nur rund 45 km entfernt. Aber in dieser Richtung sind sehr dunkle Wolken aufgezogen, und es wird immer wieder kurz regnen. Bei diesem Wetter hat es keinen Sinn, in die Berge zu fahren. In Park4night entdecke ich, dass nur 1 km von La Poblacion entfernt ein neuer offizieller Stellplatz mit V+E angelegt wurde. Da es schon fast 18 Uhr ist, beschließe ich, dort zu übernachten. Ein spanisches WoMo und ein Kastenwagen aus Belgien hatten die gleiche Idee.

Wenig später kann ich dem Prasseln des Regens lauschen.

Mein Abendessen: Gebratene Nudeln und Salat.

Mein Spaziergang zum Leuchtturm:

Mein Weg durch Lierganes:

Meine Route:


Kilometerstand: 3111 km (153 km gefahren).