Der Grasparkplatz hinter dem Fußballplatz beim Besucherzentrum des Nationalparks Picos de Europa war die richtige Entscheidung. Die Autos sind hier kaum zu hören - das Vogelgezwitscher, das mich nach einer kurzen Nacht (wegen des Song Contests) um 7 Uhr geweckt hat, war deutlich lauter. Bei Regen sollte man hier aber eher nicht stehen. Die Temperatur beträgt 12 Grad.

Um 9 Uhr mache ich mich auf den Weg nach Fuente De. Die Reiseführer sprechen von einer schmalen Straße. In Wirklichkeit ist sie zweispurig und breit. Vielleicht ist aber auch die Schlucht Desfiladero de la Hermida zwischen Panes und Potes gemeint, in der - wie ich gestern gesehen habe - die Straße derzeit verbreitert wird.

Der Parkplatz der Seilbahn in Fuente De (der Ort dürfte nur aus ein paar Hotels, einem Campingplatz und der Seilbahn bestehen) weist eine Höhenschranke auf, aber 2,90 m stellen für Ludwig kein Problem dar. Übernachten ist leider verboten, ich habe aber den Eindruck, dass einige WoMos es trotzdem getan haben.

Ich nehme heute den kleineren Stadtrucksack, den ich mit Wanderjacke, Getränken, Yfood und den Wanderstöcken fülle. Bei der Seilbahn fragt mich der Ticketverkäufer nach meinem Alter. Obwohl ich die Wahrheit sage, bekomme ich 10 Prozent Rabatt für Über-65-Jährige. Ich zahle für die Berg- und Talfahrt 18 statt 20 Euro.

Die Gondel kommt gerade an, so dass ich nur eine Minute warten muss. In vier Minuten bringt sie mich mehr als 700 m nach oben zur Bergstation "El Cable" ...


Ich habe zwei Wanderungen geplant. Angesichts des schönen Wetters - tagsüber wird es weder Regen noch Nebel geben, und es weht auch wenig Wind - entscheide ich mich für die längere Tour von rund 10 km. Zuerst geht es recht steil bergauf und danach mehr als 3 km bergab. Mehrmals ist der Pfad schwer zu erkennen, aber ein Blick auf die Karten auf der Uhr und dem Komoot-Handy zeigt mir, wo ich gehen soll (hier gibt es keine GPS-Probleme). Außerdem führt dieser Teil der Wanderung über Almwiesen mit gelegentlich verstreuten Felsen, wo man eigentlich keinen Weg benötigt. Um 11:45 erreiche ich den tiefsten Punkt der Wanderung und lege eine kurze Yfood-Pause ein. Ab nun folge ich einer Schotterstraße, die zuerst zu einem Hotel (öffnet vermutlich erst im Sommer) und dann zur Königlichen Villa (erbaut 1912 für König Alfonso XIII) führt. Manchmal weht jetzt etwas mehr Wind, was den letzten Anstieg durch Gegenwind erschwert. Zurück bei der Seilbahn warten nun mehr Leute auf die Fahrt, so dass ich erst in der nächsten Gondel Platz finde. Um 14 Uhr erwarten mich in Ludwig 34 Grad, während es im Freien 22 Grad hat.



















Um 15:30 verlasse ich Fuente De und fahre zum Kloster Santo Toribio de Liebana. Am Parkplatz könnte man gut übernachten, nur leider ist es nicht gestattet.

Im Kloster ...

... kann ein vergoldetes Kreuz besichtigt werden, in das ein Stück Holz eingearbeitet ist, das von jenem Kreuz stammen soll, an dem Jesus gestorben ist.

Ich merke, dass ich nach 3 Wanderungen an 3 Tagen und einer kurzen Nacht (Song Contest, wie oben erwähnt) nun doch recht müde bin. Da es möglicherweise regnen wird, fällt der gestrige Stellplatz hinter dem Fußballplatz aus. Ich probiere es in Potes und habe Glück, dass gerade ein PKW von einem günstigen Plätzchen wegfährt. Die Neigung beträgt 2 Grad nach links und 1 Grad nach vorne - da bin ich schon deutlich schlechter gestanden. Schade, dass der Platz nicht asphaltiert ist.

Es ist 17 Uhr. Ich habe schon Hunger und genehmige mir Faschierte Laibchen mit Salat. Und natürlich Heidelbeer-Nuss-Joghurt. Um 19 Uhr donnert es in der Ferne. Laut Regenradar sitze ich mitten in einer Regenzone, obwohl es in Potes gar nicht regnet. Um 20:45 beginnt es wirklich zu regnen, hört aber bald wieder auf.

Meine Wanderung:

Meine Route:


Kilometerstand: 3497 km (54 km gefahren).