Der Sonntag beginnt mit ein paar Regentropfen bei 14 Grad. Inzwischen sind meine Wandersachen wieder trocken, mit Ausnahme der Hose (und dabei dachte ich, sie sei aus schnelltrocknendem Material).

Als ich vorgestern durch Santona spaziert bin, habe ich eine Tankstelle mit einem Dieselpreis von 1,239 (!) Euro gesehen. Dort spendiere ich Ludwig 48 Liter.

Ich fahre nach Somo (bei Tomtom ist nun die Option, Autobahnen zu verwenden, wieder eingeschaltet). Dort angekommen, überlege ich: es ist Sonntag, das heißt, auf den Straßen ist relativ wenig los. Ich könnte also mit wenig Stress den offiziellen Stellplatz in Santander anfahren. Sollte ich Pech haben und er voll sein, kann ich nach Somo zurückkehren. Ich treffe um 10:30 Uhr bei Sonnenschein ein. Der Stellplatz ist gut ausgelastet, weist aber ein paar freie Parzellen auf.

Ich verspeise ein frühes Mittagessen, ein halbes Baguette mit Pechuga de pollo und Emmentaler.

Danach verwende ich den Sunblocker, packe den kleinen Rucksack (der Knirps kommt sicherheitshalber mit), hänge mir die Fototasche um und marschiere los. Zwischen dem Stellplatz und dem Zentrum der Stadt, die ca. 175.000 Einwohner hat, muss ein Hügel überwunden werden - aber was sind schon 197 Stufen und ein paar weitere Steigungen für jemanden, der gestern 800 Stufen gemeistert hat! Auf der anderen Hügelseite erleichtern Rollbänder und -treppen den Aufstieg (übrigens auch auf der Stellplatz-Hügelseite, allerdings entlang der Strecke, die ich für den Rückweg genommen habe). Die Calle Burgos ist eine Fußgängerzone. Ich passiere das Parlamento de Cantabria (Santander ist die Hauptstadt der Region Kantabrien) und den Bahnhof. Nun gehe ich kreuz und quer durch das Zentrum (von Altstadt kann man nicht sprechen, denn diese ging 1941 bei einem Großbrand in Flammen auf). Die Kathedrale darf nicht besichtigt werden, da eine Messe stattfindet. Beim Kunst- und Kulturzentrum Centro Botin (errichtet im Auftrag der Familie Botin, den Gründern der Santander-Bank) kann man mit einem Aufzug auf eine Aussichtsplattform fahren. Statt Fahrstuhlmusik sagt eine Stimme "Si, si, si, si, si ...", zuerst in tiefem Tonfall, dann immer höher. Beim Runterfahren hört man (erraten!) "No, no, no, no, no ..." mit hoher und dann immer tieferer Stimmlage. Ich gehe noch einmal zur Kathedrale, aber die Messe ist noch nicht aus (oder es hat schon die nächste begonnen). Die Wolken werden dunkler. Regenradar prophezeit Regen um 16:30. Ich überlege, ob ich es - wenn ich schnell gehe - bis dahin schaffe, bis zur Halbinsel La Magdalena und dem Leuchtturm Faro de la Cerda und anschließend zurück zu Ludwig zu gelangen. Ich beschleunige mein Tempo, doch als ich am Strand Playa de los Peligros durch Sand stapfen müsste (zur Straße hätte ich früher nach links gehen müssen) wird mir klar, dass dieser Weg zu weit ist. Ich drehe um und beeile mich, den Hügel zu überwinden, der mich vom Stellplatz trennt (Rolltreppen, Rollbänder und Aufzüge nehmen etwas Arbeit ab). Ich sehe eine Bank, die dem Comiczeichner Francisco Ibanez ("Clever und Smart") gewidmet ist, und eine mit Filmszenen bemalte Mauer.






















Um 16 Uhr treffe ich am (inzwischen vollen) Stellplatz ein, wobei auch auf Längsparkplätzen entlang der Straße WoMos stehen (ich interpretiere ein Verkehrszeichen so, dass Touristen hier parken dürfen, auch wenn ihr Auto schwerer als 1,8 t ist). (Nachtrag vom 12.5.: ich habe Google Gemini gefragt. Turismos hat nichts mit Tourismus zu tun, sondern bedeutet PKWs. Auf der Straße parkende WoMos laufen also Gefahr, einen Strafzettel zu bekommen oder abgeschleppt zu werden.)

Ich fülle Ludwigs Wassertank mit dem Kanister (ich darf mit dem Auto nicht zur V+E-Station fahren, denn dann könnte jemand meine Parzelle schnappen) und wasche die Linsen für den heutigen Salat. Um 16:33 fallen die ersten Regentropfen. Der Regen ist viel weniger stark als gestern, doch ich bin trotzdem froh, ihn im trockenen Ludwig zu erleben.

Als Abendessen koche ich Eierspeise mit Linsensalat. Später gibt es wie jeden Tag (auch wenn ich nicht immer ein Foto davon poste) Joghurt mit Beeren und Nüssen.

Mein Weg durch Santander:

Meine Route:


Kilometerstand: 2958 km (62 km gefahren).