Da die Arbeit am Blog gestern wieder bis Mitternacht gedauert hat, schlafe ich heute ausnahmsweise bis 8 Uhr. Andererseits: Im wenige Kilometer entfernten Portugal ist es erst 7, ich bin also eigentlich doch zur üblichen Zeit aufgestanden. Wie dem auch sei: es ist bewölkt bei 18 Grad. Ein weiterer Kastenwagen und zwei Minicamper haben am Ufer bei A Guarda übernachtet.

Die Fahrt auf den Hausberg von A Guarda, den etwas über 300 m hohen Monte de Santa Trega, wäre auch ohne Navi einfach, denn in A Guarda fährt plötzlich ein bekannter Schweizer La Strada-Kastenwagen vor mir, dem ich nur zu folgen brauche. Die Mautstation ist nicht besetzt, die Schranke ist offen. Der Gipfel liegt in dichtem Nebel. Der Parkplatz ist für PKWs gedacht, doch da noch wenig los ist, stelle ich Ludwig quer auf zwei Parzellen ab.

"Die Aussicht über die Küstenlinie und den Rio Minho ist grandios", schreibt der Müller-Reiseführer. Mit ein wenig Fantasie könnt ihr euch das sicher vorstellen.

Ich steige zuerst auf den Gipfel hinauf, dann gehe ich zur Wallfahrtskapelle Ermita de Santa Trega ...

... und zu einem Obelisk.

Ein paar hundert Meter vor dem Gipfel liegt ein weiterer Parkplatz.

Von hier kann man die Reste einer keltischen Siedlung (gebaut ab dem 6. Jh. v. Chr.) besichtigen.

Zwei der Häuser wurden rekonstruiert.

Die Mautstation ist jetzt besetzt. Ich möchte die Gebühr von 4 Euro bezahlen, aber der Kassier meint, dass die Fahrt auf den Berg gratis ist, wenn die Schranke offen steht. Ich fahre zu einem Parkplatz am Ufer des breiten Grenzflusses Rio Minho.

Man kann mit einer Fähre nach Caminha in Portugal übersetzen. Vor etwas mehr als 7 Jahren standen Christian und ich gegen Ende der dritten großen Reise mit Ludwig van Tourer dort und schauten nach Spanien hinüber.

Mein Mittagessen: Brote mit Aufstrich und Zwiebeln.

Von nun an geht's wieder ostwärts, und zwar deutlich schneller, als die Tour ans Nordwestende von Spanien gedauert hat, denn die Reise nähert sich ihrem Ende. Ich tanke zum Preis von 1,279 Euro pro Liter Gasoleo A voll.

Beim Lidl in Tui ist der Asphalt nass, es hat kürzlich geregnet. Als ich mit dem Einkauf fertig bin, nieselt es - damit hatte ich für heute eigentlich nicht gerechnet.

Der offizielle Stellplatz in Tui hat nur Platz für drei Wohnmobile. Es gibt aber zentrumsnah mehrere geschotterte Parkplätze, wo genügend Platz für Ludwig ist. Ich denke, ich werde hier auch die Nacht verbringen. Es regnet jetzt mehr. Ich schaue einige Youtube-Videos. Ab 15 Uhr wird das Wetter besser, so dass ich mich für eine Stadtbesichtigung bereit mache.

Eigentlich sind es ja Städtebesichtigungen. Zuerst marschiere ich in die Altstadt von Tui, wo die Kathedrale die größte Sehenswürdigkeit darstellt (Eintritt: 5 Euro, was auch ein kleines Museum inkludiert). Danach gehe ich am Fluss entlang bis zur Ponte Internacional, der internationalen Brücke, wo unten Autos und Fußgänger und oben Züge den Rio Minho überqueren können. Die Grenze mitten über dem Fluss ist markiert. Auf portugiesischer Seite befindet sich die Stadt Valenca, deren sehenswertes historisches Zentrum innerhalb einer riesigen Festungsanlage liegt. Man merkt, dass man in Portugal ist, denn manche Häuser sind verfliest. Die Garmin-Uhr zeigt kurz nach Grenzübertritt die korrekte portugiesische Zeit an, während das iPhone bei der spanischen Uhrzeit bleibt. Kurz nach 19 Uhr treffe ich wieder bei Ludwig ein.




















Mein Abendessen: gebratene Nudeln, Salat, Joghurt, Himbeeren, Nüsse.

Mein Weg durch Tui in Spanien und Valenca in Portugal:

Meine Route:


Kilometerstand: 5643 km (51 km gefahren).