Dienstag, 1. Oktober 2024

Italien, Tag 27 (Dienstag, 1.10.2024): Pizzo

Gestern habe ich beim Lidl eine Packung Batterien gekauft. Als ich eine davon ins Thermometer einlege, funktioniert es weiterhin nicht. Ich nehme die Batterie noch einmal heraus, überprüfe die Richtung der Pole (ich habe sie natürlich nicht verwechselt) und lege sie erneut ein - plötzlich ist das Display wieder aktiv. Ich glaube nicht, dass die andere Batterie leer oder kaputt war, es dürfte sich um einen Wackelkontakt handeln. Jedenfalls kann ich nun wieder die aktuelle Temperatur am Strand südlich von Amantea melden: 19 Grad.


Ich folge der SS18 südwärts. Anfangs ist verhältnismäßig viel Verkehr, aber als die Autobahn aus dem Landesinneren kommend die Küste erreicht, biegen viele Fahrzeuge auf sie ab. Ich fahre nach Lamezia Terme, weil im Womo-Reiseführer dort eine V+E-Station erwähnt wird (die ich aber nicht finde, wahrscheinlich parkt dort jemand). Bei Regen würde ich mir den Besuch der Therme überlegen, aber das Wetter ist dafür zu schön. 


Ich kehre zur SS18 zurück und bleibe auf ihr, obwohl ich auch ein Stück auf der Autobahn fahren könnte. Ich biege dann rechts auf die SS522 ab. Zwei Kilometer vor Pizzo befindet sich die Chiesetta di Piedigrotta. Laut Park4night kostet dort das Parken 10 Euro, ein Kommentar schreibt von 5 Euro für eine Stunde und 10 Euro für einen Tag - ganz schön teuer! In Pocket Earth ist 100 m davor ein weiterer Parkplatz eingezeichnet. Ich habe dessen Koordinaten als Ziel ins Navi eingegeben und gelange zu einer Schotterfläche, wo drei PKWs stehen und auch Ludwig Platz findet. So einfach kann man 5 bis 10 Euro sparen.


Ich spaziere zur Chiesetta di Piedigrotta, eine Höhlenkirche, die im 17. Jahrhundert von Schiffbrüchigen aus Dankbarkeit, dass sie überlebt haben, gebaut wurde. Später wurde das Kirchlein um Heiligenfiguren erweitert. Der Eintritt kostet 5 Euro.





In Pizzo sind in Park4night mehrere Parkplätze eingetragen, von den Beschreibungen und Fotos her wirken diese jedoch schwer erreichbar. Ich wähle einen Parkplatz knapp außerhalb der Stadt, der außer im Juli und August nur an Feiertagen und dem Tag vor einem Feiertag (inkludiert das Samstage und Sonntage?) kostenpflichtig sein soll. Der Parkplatz ist fast leer. Man kann mit der App Easypark bezahlen, für die ich mich schon vor einiger Zeit registriert, die ich aber noch nie verwendet habe. Ich probiere sie aus, stelle ein, dass ich für 24 Stunden parken möchte (was übertrieben ist) und bezahle tatsächlich 0 Euro und ebensoviel Servicegebühr für Easypark. Im Laufe der nächsten drei Stunden bekomme ich 13 SMS folgenden Inhalts: "Du hast einen aktiven Parkvorgang in Zone La Parrera Auto mit dem Kennzeichen Wxxxxxx. Schon ausgeparkt? Dann schnell stoppen." Später entdecke ich, dass man diese Benachrichtigungen in der App ausschalten kann.


Ich esse zwei Brote mit Aufstrich und Zwiebeln.


Die Wetter-App zeigt 23 Grad an, mein wieder funktionierendes Thermometer 25 Grad, als ich einen Rundgang durch das nette Städtchen Pizzo (nicht ganz 9000 Einwohner) beginne:













Der hiesige Tichy hieß Giuseppe di Maria. Er hat Anfang der 1930er Jahre die Eisspezialität Tartufo (Nuss- und Schokoladeneis, gefüllt mit Schokosauce und in einer Mischung aus Kakaopulver und Zucker gewälzt) erfunden. Ein Tartufo ist größer als ein Eismarillenknödel, aber auch deutlich teurer (7 Euro).


Es ist nach 15 Uhr - da die Sonne schon in dreieinhalb Stunden untergeht, wird es Zeit, einen Übernachtungsplatz zu suchen. Auch wenn der Parkplatz in Pizzo leicht schräg ist, eignet er sich durchaus - wenn ich nichts finde, kann ich hierher zurückkehren. Im Womo-Reiseführer ist ein Platz direkt am Meer kurz vor Briatico vermerkt, den will ich mir anschauen. Ein französisches Reisemobil steht dort. Ich parke Ludwig dahinter. Später sehe ich, dass der Platz auch in Park4night eingetragen ist.


Einige hundert Meter weiter befindet sich die Ruine des Wachturms Torre della Rocchetta. Dort kann man auf Asphalt parken (kostenpflichtig tagsüber vom 1. Juni bis 30. September, entweder 50 Cent pro Stunde oder 3 Euro pro Tag).


Die Straße ist eine Sackgasse, das heißt, in der Nacht wird nur das Meeresrauschen zu hören sein (eine Pizzeria öffnet um 19 Uhr, also werden zu Nachtbeginn ein paar Autos vorbeifahren). Ich beschließe, hier zu übernachten. Ich setze mich neben Ludwig in den Schatten des französischen WoMos. Wie fast überall in Süditalien liegen am Straßenrand Plastikflaschen und ähnlicher Abfall, aber der Strand ist ungewöhnlich sauber. Ich springe ins Wasser, das eine angenehme Temperatur hat, und schwimme etwas.


Kurz vor Sonnenuntergang gehe ich noch einmal zum Torre della Rocchetta, allerdings ist die Sonne, wenn sie im Meer versinkt, um diese Jahreszeit von hier aus nicht zu sehen. Wenn man bis ans Ende der Mole geht, kommt der Stromboli ins Blickfeld. Leider gibt es heute wieder einmal keine Wolken. 





Mein Abendessen: Eierspeise mit Salat.


Mein Weg zur Chiesetta di Piedigrotta:


Mein Weg durch Pizzo:


Mein Weg zum Torre della Rocchetta:


Meine Route:



Kilometerstand: 3129 km (84 km gefahren).