Nach einer ruhigen Nacht in Taverna ist es heute bewölkt bei 21 Grad. Ich befinde mich in fast 600 m Seehöhe.

Die Fahrt zur Hauptstraße bereitet mir Sorgen. Tomtom und Google Maps wollen, dass ich links hinunter fahre (diese Straße - auf der mich beide Navis gestern gegen die Einbahn hinaufschicken wollten - ist jedoch sehr steil und nicht allzu breit). Der WoMo-Reiseführer schreibt, man soll sich unbedingt rechts halten. Ich begutachte Satellitenaufnahmen in Google Maps und finde anhand dort zu sehender parkender Autos eine brauchbare Route. Tomtom weiß es zuletzt natürlich wieder besser und will das letzte Stück zur Hauptstraße abkürzen, aber das ignoriere ich. Ich verlasse Taverna, schieße noch ein Foto ...

... und nehme die SS179dir, die auch die Womo-Reiseführer-Autoren gefahren sind. Viele Kurven und kaum Verkehr später (wobei erstaunlicherweise die Straßen im Landesinneren oft besser sind als in Küstennähe) treffe ich im Sila-Nationalpark beim Besucherzentrum ein (Seehöhe: fast 1300 m).

Das Besucherzentrum dürfte um diese Jahreszeit nicht mehr offen sein, ...

... aber man kann ein Rotwildgehege besichtigen.

Ich durchquere Villagio Mancuso, einen Ferienort mit Hotels, Ferienhäusern, Restaurants und einem Biergarten (die meisten warten auf die nächste Sommersaison, aber eine Handvoll scheint noch offen zu haben). Ich erreiche einen früheren Skilift, auf dessen dem Verfall preisgegebenen Parkplatz man übernachten könnte, ...

... sofern die illegale Mülldeponie am Rand nicht stört (aber ich habe in Süditalien schon viel schlimmere gesehen).

Ich folge der Tour 10 aus dem Womo-Reiseführer nach Südosten. Obwohl die SP22 weniger Kurven aufweist, zuckle ich gemütlich mit 15 bis maximal 30 km/h dahin, denn die Strada ist deformata (d.h. man muss auf Schlaglöcher aufpassen). Gelegentlich stehen Autos am Wegrand - ich vermute, dass es sich um Schwammerlsucher handelt. Um 11:20 erreiche ich den Area da Picnic Fraina.

Mein Picknick besteht aus einer Dose Thunfisch.

Ich fahre weiter und biege dann auf eine schmale Straße (Fahrverbot für LKWs und Fahrzeuge, die breiter als 2,5 m sind) nach Zagarise ab. Wenn einem ein Auto begegnet, schafft man es an fast allen Stellen, einander langsam zu passieren (das kommt nur zweimal vor, einer der Wagen gehört zu den Carabinieri). Ich ignoriere zwei Versuche Tomtoms, mich auf eine "Abkürzung" abbiegen zu lassen. In Sersale gibt es einen offiziellen Stellplatz mit V+E. Kurz vor der Stadt teilt sich die Straße, wobei beide ein längeres Stück fast parallel zueinander verlaufen. Tomtom und Google Maps wollen, dass ich rechts fahre, die linke Straße sieht aber breiter aus und ist neu asphaltiert, also nehme ich die. Somit sind diesmal nicht die Navis schuld, dass ich mich in engen Gassen zwischen in zweiter Spur parkenden Autos hindurchzwängen muss, um den Stellplatz zu erreichen.

Ich entleere das Grauwasser durch ein Kanalgitter.

Ich suche in Park4night einen Übernachtungsplatz und gebe die Koordinaten eines Parkplatzes in Cropani Marina als Ziel ein. Dieses Mal will mich Google Maps auf einen Feldweg schicken - die Navis sind offenbar alle gleich schlecht.

Der Parkplatz befindet sich direkt am Strand, wobei die Straße hier endet.

Zwei Campingplätze, ein Restaurant und eine Bar befinden sich bereits in der Winterpause. Hin und wieder spazieren Spaziergänger vorbei (was sonst sollen Spaziergänger machen?). Ich sitze neben Ludwig im (Wind-)Schatten und nicke beim monotonen Rauschen des Meeres einmal beinahe ein. Ab und zu ein halber Ruhetag ist nicht schlecht.

Google behauptet, dass das Primaopoi Ristorante & Pizza in der Nähe geöffnet hat ("Nicht stark besucht"). Um 18 Uhr spaziere ich hin. Es ist tatsächlich offen, aber Essen bekommt man ab 19:30.

Als ich um 19:35 eintreffe, sind drei Tische besetzt. Statt einer Speisekarte steht am Tisch ein Aufsteller mit einem QR-Code, über den man die Speisekarte online aufrufen kann (ich nehme an, man bekommt eine Papierversion, wenn man danach fragt). Ich bestelle Cola Zero ...

... und Pizza Quattro Stagioni. Die Rechnung beträgt 10 Euro, davon 7 Euro für die Pizza, 2,50 Euro für das Cola, 2 Euro für das Gedeck, abzüglich 1,50 Euro Rabatt (wofür auch immer). Als ich gehe, sind Gäste für fünf weitere Tische eingetroffen.

Meine Route:


Kilometerstand: 3911 km (86 km gefahren).