Ein weiterer schöner Tag steht bevor. Beim Aufwachen um 7 Uhr hat es 16 Grad. Die Wettervorhersage prophezeit für die nächsten 10 Tage keinen Regen. Eigentlich sollte ich also hier bleiben, aber erstens würde mir dabei langweilig werden und zweitens muss die Bordbatterie geladen werden. Der andere Camper (aus Deutschland) steht noch da und scheint noch nicht abfahren zu wollen.

Um 9 Uhr verlasse ich den wunderbaren Stellplatz beim Picknick-Platz nahe Bivongi. Nach einem Kilometer halte ich bei einem Brunnen und fülle Ludwigs Wassertank.

Ich probiere, ob es beim Leuchtturm! von Punta Stilo einen Parkplatz gibt, aber Süditalien hat für einen Leuchtturm!-Aficionado wenig zu bieten. Die Zufahrt ist wieder einmal als Militärgebiet gesperrt. Ich fahre weiter nach Badolato, einem weiteren schönsten Ort Italiens (der in keinem meiner Reiseführer erwähnt wird). Die Bewohner haben mitgedacht, denn sie haben einen Rastplatz mit schöner Sicht auf das Städtchen (nicht ganz 3000 Einwohner, aber ich denke, das umfasst auch Badolato Marina am Meer) angelegt.

In Park4night ist ein Park-/Übernachtungsplatz eingetragen. Tomtom will mich durch das Städtchen dorthin führen, ich bleibe aber lieber auf der breiten Straße, die den Ort umrundet. Als ich kurz vor dem westlichen Ortsbeginn einen Parkplatz sehe, stelle ich Ludwig dort ab.

Ich mache einen Spaziergang durch Badolato, wo es mindestens fünf Kirchen gibt (alle geschlossen). Ein paar Fotos:






Nach der Stadtbesichtigung habe ich Gusto auf eine Pizza. Eine Pizzeria hat offen, nur gibt es nichts zu essen (zumindest nicht zu Mittag), ich würde nur ein Getränk bekommen. Ich begnüge mich mit Aufstrich-Zwiebel-Broten.

Auf dem Nachbarhügel befinden sich ein Kloster ...

... mit Blick auf Badolato ...

... und ein Friedhof, dessen übernachtungsgeeigneter Parkplatz in Park4night nicht vermerkt ist.

Mein nächstes Ziel Squillace hat zwar nicht das Prädikat erhalten, zu den schönsten Orten Italiens zu gehören, wird aber immerhin in zwei meiner drei Reiseführer erwähnt. Die Fahrt zum Tagesparkplatz (da zu schief, um hier zu übernachten; es gibt jedoch zwei Parzellen, die fast waagrecht sind) führt über enge Serpentinen mit Fahrverbot für LKWs und Busse steil bergauf.

Squillace hat rund 3500 Einwohner, wobei ich vermute, dass die Mehrzahl in Squillace Lido am Meer wohnt. Ich befinde mich in Squillace Superiore, vier Kilometer Luftlinie von der Küste entfernt. Es gibt hier eine große normannische Burg (von Oktober bis Ende April nur am Wochenende geöffnet) und eine Basilika. Nachfolgend Fotos meines Spaziergangs:






Es ist fast 16 Uhr. Ich habe bis Sonnenuntergang zweieinhalb Stunden Zeit, um einen Übernachtungsplatz zu finden. Der erste ist eine Schotterfläche bei Torre Elena in 250 m Seehöhe. Da die Straße schon tagsüber wenig befahren ist, wird es in der Nacht sehr ruhig sein.

Ich beschließe, auch noch einen Platz am Strand von Caminia zu begutachten. Die SP52 schraubt sich in zahlreichen engen Serpentinen den Hang hinunter und mündet in einem spitzen Winkel in die Hauptstraße SS106, so dass ein Rechtsabbiegen mit Ludwig nicht möglich ist. Ich fahre nach links, bis ich umdrehen kann. Laut Kommentaren in Park4night ist die Zufahrt zum Strand von Caminia sehr eng. Das ist nicht übertrieben. Zum Glück ist es eine Einbahn. Am Strand sind die Parkplätze blau markiert und kosten zwischen 8 und 19 Uhr in der ersten Stunde zwei Euro, danach ein Euro (pro Tag maximal 10 Euro). Man soll bei der automatischen Kassa bezahlen - die jedoch nirgends zu finden ist (vermutlich wird sie nur in der Hauptsaison aufgestellt).

Auch wenn das Thermometer noch 27 Grad anzeigt, gibt es keine Badegäste. Die Häuser scheinen Ferienwohnungen zu sein und schauen alle unbewohnt aus. Am Ende des Lungomare (der Strandpromenade) befindet sich ein Restaurant, das laut Google offen ist und nicht stark besucht - kein Wunder, es ist nämlich geschlossen.

Das La Cabana am Beginn des Lungomare hat beim Vorbeifahren ausgesehen, als wäre es offen. In Google Maps steht: Weniger Besucher als gewöhnlich. An einem Tisch sitzen vier Personen (Angestellte?). Ich frage zuerst auf Englisch, ob offen ist, da ich aber nicht verstanden werde, krame ich eines meiner wenigen italienischen Wörter hervor: "Aperto?" Nein, das Restaurant ist nicht aperto.

So muss ich also doch selbst kochen: Gebratene Nudeln und Eisbergsalat.

Mein Weg durch Badolato:

Mein Weg durch Squillace:

Meine Route:


Kilometerstand: 3723 km (100 km gefahren).