Mittwoch, 16. Oktober 2024

Italien, Tag 42 (Mittwoch, 16.10.2024): Tursi

Letzter Tag der 6. Reisewoche. Am Morgen beträgt die Temperatur in 1000 m Seehöhe in der Nähe der Kirche Santa Maria dell'Armi 15 Grad.


So wie gestern ist es heute sehr dunstig.


Ich fahre noch einmal zur Kirche, da ich dort meinen Abfall in einem Mülleimer entsorgen kann.


Die tief eingeschnittene Raganello-Schlucht ist einen kurzen Fotostopp wert.


Bei den zahlreichen Serpentinen bergab kommt bremsenschonend die Bergabfahrhilfe des Ducato zum Einsatz. Ich schaue oft in den Rückspiegel, um mich einholende Autos vorbei zu lassen. Bis Cerchiara di Calabria tritt dieser Fall nie ein, ...


... und auch danach nur ein einziges Mal. Kaum erreiche ich eine dichter besiedelte Gegend, sind die Straßenränder wieder voller Müll. Insbesondere leere Plastikflaschen werden von Süditalienern offenbar mit Vorliebe einfach aus dem Auto geworfen. Es ist zu hoffen, dass auch Italien Pfand auf Plastikflaschen einführt - vielleicht würde das zu etwas mehr Sauberkeit führen. Da ich keinen Lidl in der Nähe habe, halte ich in Villapiana Scalo bei einem Eurospar, um Salat, Zwiebeln und Bananen zu kaufen. Dieses Mal denke ich daran, dass in Spar-Filialen in der Kassa keine Waage eingebaut ist.


Bei einer Tankstelle in der Nähe (1,659 Euro pro Liter Diesel) suche ich vergeblich nach dem Bezahlautomaten. Ein Tankwart bedient mich und tippt dann den Preis in eine mobile elektronische Kasse ein (ich achte darauf, dass er nicht 20 Cent pro Liter mehr verrechnet, schließlich ist die Zapfsäule mit "Self" angeschrieben), die mein Handy mit Apple Pay akzeptiert. Anschließend fahre ich auf der SS106 nach Norden. Meistens sind 90 km/h erlaubt, da aber viele LKWs unterwegs sind, kann ich meistens nur 60 bis 70 km/h fahren. Die Straße wird vierspurig. Bei der Ausfahrt nach Rocca Imperiale nehme ich im Kreisverkehr versehentlich die falsche Ausfahrt, gelange auf die SS106 nach Süden und muss zweimal 5 km zur nächsten Ausfahrt und zurück fahren. Dadurch kann (bzw. muss) ich die Mülldeponien in jeder Haltebucht ein zweites Mal betrachten (es ist erschreckend!). Weitaus besser als der allgegenwärtige Abfall gefällt mir Rocca Imperiale, ein weiteres auf einem Hügel gebautes schönstes Dorf mit engen Gassen. Am Ortsrand ist in Park4night eine Parkmöglichkeit eingetragen.


Ich esse Thunfisch zu Mittag.


Anschließend spaziere ich durch den Ort (etwas über 3000 Einwohner, wobei die Mehrzahl ein paar Kilometer entfernt in Meeresnähe wohnen dürfte) bis zur Burg aus dem 13. Jahrhundert. Ein paar Fotos:






Mein nächstes Ziel ist das Santuario Santa Maria Regina D'Anglona ... 


... mit alten Fresken.


Leider gibt es am großen Parkplatz keine ebene Stelle, sonst könnte man hier sehr gut übernachten.


Der Weg zum Santuario führt durch eine durch Erosion entstandene karge Landschaft, die Calanchi genannt wird.


Weiter geht es nach Tursi. Tomtom will mich zum Parkplatz beim oberhalb der Stadt gelegenen Ortsteil Rabatana durch eben diesen leiten (durch enge Gassen für maximal 1,70 m breite Autos, und selbst bei dieser Breite frage ich mich, wie solche Autos dort durchkommen sollen), aber zum Glück warnt ein Kommentar in Park4night davor. Die beste Zufahrt führt am Rand von Tursi entlang. Da Tomtom das letzte Stück dieser Straße nicht kennt, will es mich mehrmals ins Stadtzentrum abbiegen lassen. Ich erreiche den Parkplatz, auf dem ich eigentlich übernachten wollte - er ist eine Baustelle! Aber da hier so gut wie niemand fährt, kann ich Ludwig problemlos abstellen.


Rabatana war lange verlassen, aber um 2000 wurde begonnen, Häuser zu renovieren und wieder zu bewohnen. Ich gehe hinunter in die Altstadt von Tursi bis zur Kathedrale und danach wieder hinauf (Komoot behauptet, ich sei 170 Höhenmeter bergab und nur 140 bergauf gegangen, aber da in den Statistiken als tiefster Punkt eine Seehöhe von 170 m und als höchster Punkt 340 m angegeben werden, bin ich nach Adam Riese 170 m hinauf geschnauft - Italien ist kein Land für alte Menschen, die Städte sind alles andere als barrierefrei). Zuletzt besichtige ich eine Höhle, die in den weichen Sandstein gegraben wurde. Beeilt euch mit dem Ansehen der Fotos, denn ich habe wenig Zeit zum Ausrasten, damit ich einen Übernachtungsplatz erreiche, bevor es dunkel wird:








In Park4night sind im Dorf Colobraro zwei sehr gut bewertete Plätze eingetragen. Laut Navi brauche ich für die knapp über 20 km dorthin 40 Minuten, also bis 17:30 Uhr (die Sonne geht inzwischen bereits um 18:13 unter). Es werden 15 Minuten mehr, nicht nur wegen einiger Rindviecher, die den Weg blockieren (aber Ludwig ist stärker, so dass sie schließlich nachgeben), ...


... sondern weil die kurvenreiche SP154 zahlreiche Bodensenkungen und mehrere kurze Abschnitte ohne Asphalt aufweist - was aber den Vorteil hat, dass ich keinem einzigen Auto begegne (deshalb liegt auch so gut wie kein Abfall am Straßenrand). Rund einen Kilometer vor Colobraro komme ich an einem erst kürzlich angelegten Parkplatz bei einem Aussichtspunkt vorbei. Spontan entscheide ich, hier zu übernachten - wenn schon tagsüber hier kaum Autos unterwegs sind, wird in der Nacht erst recht keines fahren. Ich werde diesen Parkplatz in Park4night eintragen.


Mein Abendessen: Eierspeise mit Salat.


Mein Weg durch Rocca Imperiale:


Mein Weg durch Tursi:


Meine Route:



Kilometerstand: 4493 km (152 km gefahren).