Samstag, 5. Oktober 2024

Italien, Tag 31 (Samstag, 5.10.2024): Bova

So ruhig, wie meine französischen Nachbarn gesagt haben, war es auf dem Parkplatz im Süden des Lungomare von Reggio Calabria nicht. Des öfteren sind Autos mit laut aufgedrehtem Radio gekommen, auch aus einer anderen Richtung war bis vermutlich 1 Uhr Musik zu hören, und einige Fahrer machten sich einen Spaß daraus, die Motoren aufheulen zu lassen. Vermutlich eignet sich der Parkplatz im Norden des Lungomare besser für eine Übernachtung. Am Morgen begrüßen mich blauer Himmel und Sonnenschein bei 19 Grad.


Ich mache etwas Hausarbeit und reinige Ludwigs Scheiben. Als ich den Müllsack zu einen Abfallkorb bringe, sind schon mehrere Angler dabei, ihr Mittagessen zu fischen.


Ich verlasse Reggio Calabria auf einer anfangs vierspurigen Straße. Die angrenzenden Orte sind mit der Stadt zusammen gewachsen. Als die Häuser spärlicher werden, bleibt die Geschwindigkeit auf 50 km/h beschränkt. Obwohl ich 70 fahre, werde ich trotz doppelter Sperrlinien immer wieder überholt. Ich sehe am Hang einen Leuchtturm!, es gibt aber keine Möglichkeit, für ein Foto zu halten. Ich fahre ein paar Kilometer landeinwärts nach Pentedattilo, einem vor Jahrzehnten verlassenen Dorf (weil die Gefahr besteht, dass es beim nächsten Erdbeben verschüttet wird) und habe Pech: ein Autobus mit Touristen ist vor mir angekommen und blockiert weitgehend den kleinen Parkplatz. Indem der Bus zurückschiebt, kann ich umdrehen und weiter weg in einer recht breiten Kurve halten. Die Landschaft hier ist so, wie ich sie mir in ganz Süditalien vorgestellt habe: sehr kahl.


Ich nutze die Zeit, um in den Reiseführern und Park4night-Kommentaren zu schmökern. Als aber der Bus nach 45 Minuten immer noch nicht an mir vorbei gefahren ist, beschließe ich, Ludwig in der Kurve stehen zu lassen ...


... und Pentedattilo zu Fuß aufzusuchen (nach dem Parkplatz hat man eh keine andere Möglichkeit). Hier ein paar Fotos:






Kurz vor der Hauptstraße bleibe ich stehen, um ein paar Brote mit Schinken und Käse zu essen.


Ich passiere den südlichsten Teil des italienischen Festlands. Bald verlasse ich die Küste wieder und fahre landeinwärts bis zum Dorf Amendolea. Die letzten drei Kilometer verlaufen auf einer sehr schlechten einspurigen Straße.


Da in den Reiseführern vor den schlechten Straßen in dieser Gegend gewarnt wird, verzichte ich auf die Weiterfahrt nach Bova. Stattdessen kehre ich zur Hauptstraße zurück und nehme die Straße, die von der Küste nach Bova führt. Es geht öfters steil bergauf auf über 750 m Seehöhe.


Um zum Parkplatz aus Park4night (wo, wie ich später sehe, nicht viel Platz ist) zu gelangen, müsste ich eine sehr scharfe Linkskurve fahren (die nicht einmal ein Kleinwagen ohne Zurücksetzen schafft). Ich fahre geradeaus, weil es auf der Karte so aussieht, als könnte ich das Dorf durchqueren. Nach dem Hauptplatz (wo ich eine Parkmöglichkeit finde) wird die Gasse aber so eng, dass Ludwig auch mit Anlauf stecken bleiben würde.


Bova, ein Dorf mit 400 Einwohnern, gehört zu den belli Borghi und hat dieses Prädikat auch redlich verdient. Ich spaziere bis zum Gipfel des Hügels, genieße die schöne Landschaft (auch wenn sie sehr kahl ist) und gehe auf anderen Wegen hinunter, wo ich eine Lokomotive bestaune.











In Park4night sagt mir ein Stellplatz in Ferruzzano Marina zu, da ich dort den Inhalt des Urinkanisters entsorgen kann. Auf dem Weg dorthin sehe ich einen Leuchtturm! (mal wieder ohne Möglichkeit, für ein Foto zu halten). Kurz vor dem Ziel bemerke ich am Ufer mehrere Wohnmobile, doch der Weg dorthin ist wegen einer Baustelle gesperrt. Ich halte bei einem Spielplatz, wo ich durchaus übernachten könnte, ...


... und erkunde die Lage zu Fuß. Es wurde eine provisorische Zufahrt zur Uferstraße angelegt.


Ich fahre zum Stellplatz, leere den Urinkanister in den dafür vorgesehenen Schacht und stelle Ludwig in eine freie Parzelle. Die Übernachtung soll 5 Euro kosten. Laut Park4night kommt ein Gemeindebediensteter und verteilt Zahlscheine - bin neugierig, ob das an einem Samstag Abend im Oktober passieren wird.


Gleich auf der anderen Seite der wenig befahrenen Uferstraße (die eine Sackgasse sein dürfte) befindet sich ein Sandstrand.


Mein Abendessen: Reisfleisch mit Salat.


Meine Besichtigung von Pentedattilo:


Meine Besichtigung von Bova:


Meine Route:



Kilometerstand: 3505 km (118 km gefahren).