Mittwoch, 9. Oktober 2024

Italien, Tag 35 (Mittwoch, 9.10.2024): Tiriolo

Ende der fünften Reisewoche. Aufgrund der geschlossenen Restaurants und der unbewohnten Ferienhäuser konnte ich ganz allein eine ruhige Nacht am Lungomare von Caminia verbringen. Am Morgen hat es bereits 22 Grad. Als Höchsttemperatur werden für heute 27 und morgen sogar 29 Grad vorhergesagt. Es ist Zeit, wieder in die Berge zu fahren.


Zunächst aber muss ich meine Lebensmittelvorräte beim Lidl in Fortuna ergänzen.


Ich habe zuletzt immer nur Dieselpreise um 1,65 Euro aufwärts gesehen, darum tanke ich um 1,649 Euro voll. Über Catanzaro, die Hauptstadt Kalabriens, schreibt der Dumont-Reiseführer, dass sie keinen Besuch wert sei. Da auch die Standseilbahn ins Zentrum wegen Wartung außer Betrieb ist (seit fast zwei Monaten!), folge ich diesem Rat und lasse die 85.000-Einwohner-Stadt links liegen.


Das Aussehen des Parkplatzes bestärkt mich in meinem Entschluss.


Ich fahre auf einer Autobahn westwärts und biege dann nach Norden ab. Die kleine Stadt Tiriolo (ca. 3600 Einwohner) verfügt über einen offiziellen WoMo-Stellplatz (was positiv ist) mit Ver- und Entsorgung und kostenlosem Strom (was sehr positiv ist). Allerdings wirken die Anlagen verwahrlost. Ich bezweifle, dass die Stromsäule funktioniert, und der Grauwasserabfluss dürfte verstopft sein. Außerdem sind die WoMo-Plätze mit Abfallbehältern und PKWs verstellt. Der positive Ersteindruck kippt dadurch sehr schnell ins Negative. Ich parke Ludwig gegenüber ...


... und esse Weckerl mit Mortadella und Käse zu Mittag.


Anschließend spaziere ich durch die Stadt zum Aussichtspunkt Due Mari (von hier sieht man das Meer sowohl im Osten als auch im Westen von Italien; heute ist es jedoch so dunstig, dass man das Wasser nur erahnen kann) und zur Burgruine.








Weiter geht es via Gimigliano ...


... zum Kloster Santuario Madonna del Porto. Der WoMo-Reiseführer schreibt von einer Stichstraße, deshalb denke ich an nichts Böses, als mich Tomtom links in eine Straße mit dem Verkehrsschild Sackgasse abbiegen lässt. Aber es ist wirklich eine Sackgasse, die das Navi für eine Abkürzung hält - und zwar eine, die am Ende für Ludwig nicht genügend Platz zum Umdrehen bietet! Ich muss 250 m im Retourgang eine schmale Straße bergauf fahren - der arme Ludwig und seine arme Kupplung! Als ich es geschafft habe, brauche ich erst einmal ein paar Minuten Pause. Tomtom zeigt danach gleich wieder eine falsche Abkürzung an. Here We Go hätte es auch nicht besser gemacht. Einzig Google Maps hätte mir die richtige Route gezeigt. Ich erreiche den Parkplatz beim Kloster und gönne mir auf diesen Schreck ein Eis.


Nach ein paar Fotos (ins Kloster hinein darf man nicht) ...


... fahre ich via Fossato Serralta nach Taverna. Die Route führt in vielen Kurven hauptsächlich durch Wald. Tomtom und Google Maps laufen gleichzeitig auf iPad bzw. iPhone. Einmal will mich Tomtom auf einen Forstweg abbiegen lassen, wo auf den ersten Blick erkennbar ist, dass er ohne Vierradantrieb unpassierbar ist. In Taverna versagen beide Navis, denn sie wollen mich gegen eine Einbahn zum Parkplatz schicken. Die eigentliche Zufahrt kommt wenig später und weist mehrere enge Kurven auf. Zum Glück gibt es nun Wegweiser, denn sonst hätte ich mir Sorgen gemacht, wieder falsch unterwegs zu sein und plötzlich bei einer Engstelle nicht mehr weiter zu können.


Ich mache einen kurzen Spaziergang. Taverna ist der Geburtsort des Malers Mattia Preti (1613 - 1699), von dem eine Statue vor der Kirche errichtet wurde. Seine Gemälde in der Kirche kann ich leider nicht besichtigen, da demnächst eine Messe beginnt.




Ich beschließe, in Taverna zu übernachten, und esse Eierspeise mit Salat.


Mein Weg durch Tiriolo:


Mein Weg durch Taverna:


Meine Route:



Kilometerstand: 3825 km (102 km gefahren).