Die Regenwolken haben sich verzogen und sollen in dieser Gegend mindestens eine Woche lang nicht wieder kommen. Am Morgen ist es teilweise bewölkt bei 16 Grad.

Ich verlasse den Friedhofsparkplatz in Noci und fahre nach Alberobello. Etwas außerhalb des Zentrums (aber nicht allzu weit weg) ist in Park4night eine Straße mit kostenlosen Längsparkplätzen vermerkt. Als ich eintreffe, sind alle Parzellen leer. Allein für diesen Tipp hat sich die App bezahlt gemacht, denn auf den für Camper freigegebenen Parkplätzen hätte ich voraussichtlich die Park4night-Jahresgebühr bezahlen müssen (die meisten Gratis-Parkplätze, an denen ich vorbeikomme, sind für Campervans verboten oder ungeeignet).

Alberobello (ca. 10.000 Einwohner) ist die "Hauptstadt der Trulli" und seit 1996 UNESCO-Weltkulturerbe. Ich gehe zuerst zur Basilika und zum größten Trullo, dem Trullo Sovrano. In diesem Stadtteil sieht man vereinzelt Trulli. Danach marschiere ich zum Südende der Stadt, wo sich die meisten kostenpflichtigen Parkplätze befinden und schon viele Touristen (vor allem Japaner) unterwegs sind. Von hier gelangt man in zwei Stadtviertel, die weitgehend aus Trulli bestehen. In der Hauptsaison geht es dort wahrscheinlich zu wie in Neapel. Nachfolgend einige Fotos dieses Highlights Süditaliens:











Als ich kurz vor halb eins zu Ludwig zurückkehre, hat er Gesellschaft von zwei WoMos aus Deutschland und Polen (offensichtlich Park4night-Nutzer) bekommen.

Ich esse Brote mit Aufstrich und Zwiebeln.

Mein nächstes Ziel ist Locorotondo. Den Parkplatz beim ehemaligen Covid-Center finde ich nicht (am Abend entdecke ich, dass Tomtom die Zufahrt nicht kennt und mich deswegen falsch hat abbiegen lassen; aber auch Google Maps und Apple Karten sind sich nicht einig, wie man dorthin gelangt). Meine zweite Wahl, der Parkplatz beim Fußballplatz, kostet 1 Euro pro Stunde, zahlbar mit der Easypark-App. Laut Kommentaren in Park4night haben manche WoMo-Fahrer, die dort übernachten wollten, den Platz verlassen, weil Jugendliche Moped-Rennen abgehalten haben. Eben diese Jugendlichen sind heute schon am frühen Nachmittag da. Ich probiere es daher lieber bei einem dritten Parkplatz bei einer Wäscherei, wo viele Parzellen frei sind (Ludwig hat gerade Platz, länger als 6 m dürfte er nicht sein).

Locorotondo ist kein UNESCO-Weltkulturerbe, gehört aber zu den belli Borghi und ist einen Besuch wert. Die weiß getünchten Häuser in der fast kreisrunden Altstadt haben häufig steile Giebeldächer aus grauen Ziegeln (allerdings sind die Gebäude zu hoch, so dass man die Dächer selten sieht). Die engen Gassen werden von den Einwohnern oft mit Blumentöpfen verschönert. Sehenswert ist auch die Hauptkirche Chiesa Madre di San Giorgio Martire. Hier sind ein paar Fotos:













Als ich zu Ludwig zurückkehre, stehen deutlich mehr Autos am Parkplatz. Theoretisch eignet er sich für eine Übernachtung (der Parkplatz, nicht Ludwig; aber Ludwig natürlich auch, und nicht nur theoretisch), aber das könnte bedeuten, dass man den Anrainern einen dringend benötigten Nachtparkplatz raubt (die sich dann beschweren, was in weiterer Folge zu einem WoMo-Verbot auch am Tag führen könnte).

Ich entscheide mich daher, erneut am Friedhofsparkplatz in Noci zu schlafen (die Batterien beim Fahren etwas mehr zu laden schadet auch nicht).

Mein Abendessen: Eierspeise mit Salat.

Mein Weg durch Alberobello:

Mein Weg durch Locorotondo:


Kilometerstand: 4799 km (58 km gefahren).
