Die Schönwetterphase im Süden Italiens hält an. Am Morgen geht die Sonne kurz vor 7 Uhr bei 20 Grad auf. Nach dem Frühstück schiebt sich zwar eine Wolke davor, aber diese wird bald abziehen. Es ist niemand gekommen, um für die Übernachtung am Strand von Ferruzzano Marina zu kassieren oder einen Zahlschein zu verteilen, so dass ich gratis übernachten konnte.

Die Hauptstraße führt meist nicht weit vom Meer entfernt nach Norden bzw. Nordosten. In Bovalino fahre ich versehentlich geradeaus durch die hässliche Stadt (hässlich wie viele langgezogene Küstenstädte in Italien - man denke an die Gegend um Rimini), statt die Umfahrung zu nehmen. In Locri biege ich ins Landesinnere ab. Das auf einem Felsen in 400 m Seehöhe errichtete Gerace ist schon von weitem zu sehen.

Kurz vor dem Ort gibt es einen Parkplatz für Busse und Wohnmobile. Ein Tagesticket für Camper ist mit 15 Euro angeschrieben, das Häuschen für den Kassierer/die Kassiererin ist aber geschlossen (vermutlich muss man nur im Sommer bezahlen). Ein Touristenzug bringt Besucher von hier in die Stadt (2400 Einwohner), er fährt aber ab, bevor ich mit den Vorbereitungen für die Besichtigung fertig bin.

Ich spaziere in das sehenswerte Städtchen hinauf, das so wie gestern Bova und rund 300 andere zu den schönsten Orten Italiens gehört. Der Eintritt in die Kathedrale inkl. Museum kostet 3 Euro. Bei einer anderen Kirche werden üblicherweise auch 3 Euro verlangt, jedoch nicht heute. Nachfolgend Fotos aus Gerace:









Die Vorhersage der Apple-Wetter-App stimmt nicht (Kachelmannwetter liegt genauso falsch): eigentlich sollte es wolkenlos sein, der Himmel ist aber größtenteils bewölkt. Manchmal findet die Sonne jedoch eine Lücke, beispielsweise während ich eine Flasche Yfood als Mittagessen trinke. Am Parkplatz gibt es ein WC, einen Müllbehälter und zwei Außenwaschbecken - letztere nutze ich zum Reinigen meiner Trinkflasche.

Ich kehre in Küstennähe zurück und fahre nach Nordosten, ein Stück des Weges auf einer Autobahn. Ich lasse die meisten Wolken hinter mir zurück. Es ist sehr wenig Verkehr. In Monasterace Marina nehme ich die Straße, die nach Stilo in 350 m Seehöhe führt.

Kurz vor Stilo biege ich rechts ab, um das Kloster San Giovanni Theristis zu besuchen. Die letzten zweieinhalb Kilometer vor dem übernachtungsgeeigneten Parkplatz sind einspurig zurückzulegen.

Ich besichtige das Kloster (im Innern darf nicht fotografiert werden, wobei ein Mönch anwesend ist, der darauf aufpasst).

Ich fahre weiter zu einem Picknick-Platz, auf dem ich heute wahrscheinlich übernachten werde, um morgen von hier aus eine Wanderung zu unternehmen.

Danach lasse ich mich von Ludwig via Bivongi und Pazzano nach Stilo bringen. Ich parke oberhalb des Städtchens (2400 Einwohner) bei der Cattolica di Stilo, laut Dumont-Reiseführer einer der vollkommensten Bauten byzantinischer Architektur in Süditalien.

Die winzige Kirche wurde zwischen dem 10. und 12. Jahrhundert vermutlich auf einer Vorgängerkirche des 6. Jahrhunderts errichtet. Der Eintritt kostet 4 Euro, ist heute aber gratis (ich glaube, das passiert immer am ersten Sonntag eines Monats).

Im Inneren sieht man Reste von Fresken aus dem 9. bis 14. Jahrhundert.

Stilo gehört ebenfalls zu den schönsten Orten Italiens. Mein Spaziergang durch die Stadt beginnt einfach, da es bergab geht, aber zuletzt muss ich wieder hinauf zur Cattolica schnaufen. Schaut euch die Bilder an (mehr wie üblich auf Komoot), während ich mir den Schweiß von der Stirn wische und etwas trinke:





Ich fahre danach wieder etwas über 6 km zum Picknick-Platz, wo auch ein zweiter Camper übernachten wird.

Mein Abendessen: Kaiserschmarrn mit Apfelmus.

Mein Weg durch Gerace:

Mein Weg durch Stilo:

Meine Route:


Kilometerstand: 3623 km (118 km gefahren).