Die lange Schönwetterphase in Süditalien geht langsam zu Ende. Am Morgen ist es größtenteils bewölkt bei 17 Grad.

Ich entdecke in Google Maps den Aussichtspunkt Belvedere dei Calanchi in der Nähe des Dorfes Alianello Nuovo und beschließe, dort hin zu fahren. Seit gestern befinde ich mich nicht mehr in Kalabrien, sondern wieder in der Region Basilikata. Die Straßen sind sehr gut, die Landschaft wenig fruchtbar und kaum besiedelt.

Aber auch die wenigen Menschen, die hier vorbei kommen, schaffen es, ihren Abfall in Parkbuchten zu entsorgen :-(

Um 10:05 treffe ich am Belvedere ein.

Rund zwei Kilometer weiter in Richtung Aliano biege ich scharf rechts ab (nur mit Zurücksetzen schaffbar) und fahre auf einer einspurigen Straße mit vereinzelten Ausweichstellen zu einem Wanderparkplatz.

In Komoot finde ich eine mittelschwere Rundwanderung, die hier ihren Anfangs- und Endpunkt hat. Ich lade sie auf Handy und Uhr und mache mich um 11 Uhr auf den Weg. Ich befinde mich im Gebiet der Calanchi, was Google mit "Schluchten" übersetzt, wobei der englische Begriff "badlands" (schlechtes Land) besser passen würde - und in der Tat sieht es hier aus wie in einem US-amerikanischen Nationalpark (man erspart sich jedoch einen langen Flug). Die Tour folgt zunächst der Asphaltstraße, bald geht es aber bergab und bergauf mehr oder weniger querfeldein (es sind Reifenspuren von Geländefahrzeugen zu erkennen). Später tritt allerdings ein Problem auf: ein Bauer hat ein großes Gebiet gepflügt (vielleicht um Olivenbäume einzusetzen), inklusive des Pfades, auf dem ich eigentlich gehen müsste, so dass ich mich nur noch anhand der GPS-Position orientieren kann. Der lockere Boden wirbelt bei jedem Schritt Staub auf. Schlimmer aber ist, dass man darin wie in einer Schicht Schnee versinkt, was das Vorankommen (vor allem bergauf) sehr anstrengend macht. Die mittelschwere Wanderung ist unversehens zu einer schweren geworden. Ich bin froh, dass die Sonne nicht vom Himmel brennt, auch wenn es recht warm ist (das Thermometer in Ludwig zeigt 26 Grad an). Um 13 Uhr lege ich eine kurze Pause ein und trinke eine Flasche Yfood. Ein paar hundert Meter muss ich danach noch durch lockeren Boden stapfen (jetzt zum Glück eben), dann erreiche ich wieder einen festen Weg und bald danach die asphaltierte Straße. Vor dem letzten, zwei Kilometer langen Abschnitt mit nicht ganz 100 Höhenmetern pausiere ich ein zweites Mal. Um 14:15 treffe ich bei Ludwig ein. Nachfolgend Fotos der Wanderung:


















Ich befinde mich in keinem italienischen Nationalpark und meines Wissens auch nicht in einem Naturschutzgebiet, deshalb beschließe ich, auf dem Wanderparkplatz zu übernachten. Ich positioniere nur Ludwig um, so dass die Seitentür nicht zur Straße zeigt, falls jemand vorbeifahren sollte.

Mein Abendessen: zerbröckelnde vegetarische Burger mit Salat.

Meine Wanderung durchs Gebiet der Calanchi bei Aliano:

Meine Route:


Kilometerstand: 4546 km (53 km gefahren).