Während ich frühstücke, lockern die Wolken jedoch auf, und es scheint sogar die Sonne. Zurück zu Plan A. Ich richte die Wanderausrüstung her und breche kurz nach 8 Uhr auf.
Zunächst marschiere ich wie gestern die gepflasterten Serpentinen hinunter ins Dorf Dardha. Bald stehe ich jedoch an: dort, wo ich gehen soll, befindet sich ein Zaun. Ich kann zwar daneben über die niedrige Mauer steigen, doch es ist bei bestem Willen kein Pfad zu erkennen. Ich versuche es mit einem Umweg und gelange tatsächlich wieder auf den richtigen Weg (in der Komoot-Karte, aber auch in Pocket Earth ist dessen letztes Stück nicht eingezeichnet).
Aber nicht weit: denn bald darauf stehe ich vor einem ebenfalls in den Karten fehlenden Bach. Seitlich liegen die Überreste einer Brücke.
Ich kann mir vorstellen, dass der Bach zu anderen Jahreszeiten ein Bächlein ist, über das man hinwegsteigen kann, aber durch die häufigen Regenfälle der letzten Zeit würde man sich nasse Füße holen. Ich breche daher die Wanderung ab und kehre zu Ludwig zurück.
Also Plan B: Besichtigung der 50.000-Einwohner-Stadt Korca. Ich fahre den Pass hinauf und dann - um die Bremsen zu schonen - meistens mit der Bergabfahrhilfe des Ducato hinunter.
Oh, wie habe ich das Chaos in den albanischen Städten vermisst! Zum Glück ist es in Korca nicht ganz so groß wie anderswo (oder ich habe mich schon daran gewöhnt). Jedenfalls erreiche ich um halb elf das Stadion, wo es entlang einer Straße genügend freie Parkplätze gibt.
Ich schreibe ein paar Absätze des Blogs und verschnabuliere ein frühes Mittagessen (Brote mit Wurst und Käse). Dann breche ich zu einer Besichtigung der sehenswerten Stadt auf, wobei ich im Großen und Ganzen der Tour folge, die im Womo-Reiseführer empfohlen wird. Nach einer Umrundung des Skanderbeg-Stadions gehe ich ein Stück durch den Park Rinia und dann den Bulevardi Republika entlang bis zur Kathedrale. Dort wende ich mich nach rechts. Durch die Fußgängerzone gelange ich zum Theater. Weiter geht es durch das Basar-Viertel zur Mirahor-Moschee. Danach folge ich dem Bulevardi Fan Noli bis zur Bierbrauerei Korca. Die Rruga Nene Tereza führt mich zur Rruga Thoma Huaja, die am Stadtrand etwas erhöht verläuft, so dass man auf die Dächer Korcas hinunterschauen kann. Die Stufen hinauf zum Heldenfriedhof Varrezat e Deshmoreve bringen mich zum Schwitzen. Die Berge im Westen schauen sehr verregnet aus, deshalb beeile ich mich, zum Stadion zu gelangen, wo ich - nach Kauf eines Cornetto und einer Flasche Cola Zero in einem Mini-Markt - kurz vor 15 Uhr eintreffe. Bald fallen ein paar (aber nicht viele) Regentropfen, und eine halbe Stunde später ist Donner zu hören. Nachfolgend ein paar Fotos:
Um 16 Uhr werfe ich mich wieder ins Verkehrsgetümmel, um zu schauen, ob man beim Bergrestaurant La Montagna übernachten kann. Sowohl das Navi als auch Google Maps wollen mich ganz woanders hinlotsen (obwohl letztere Software den Marker aufgrund der GPS-Koordinaten an die richtige Position setzt). Mit einem Tipp auf die entsprechende Position zwinge ich Google Maps, das Ziel zu akzeptieren. Danach ignoriere ich mehrere Linksabbiege-Anweisungen durch schmale Gassen und erreiche schließlich die Straße, die auf den Berg führt. Auf dem Weg hinauf sind mehrere brauchbare Plätze mit Steinen verbarrikadiert. Oben gibt es einen großen Parkplatz, bei dem nicht klar ist, ob er zum Restaurant gehört. Wenn man berücksichtigt, dass ihn niemand in Park4night eingetragen hat, ist zu vermuten, dass Übernachten hier nicht erwünscht ist. Ich gehe daher bei leichtem Nieseln nur ein paar hundert Meter bis zum Gipfel, wo eine Kirche ...
... und ein großes Kreuz gebaut wurden.
Ich fahre wieder in die Stadt hinunter. Dieses Mal stelle ich Ludwig auf der Straße hinter dem Stadion ab. Auf einem Fußballplatz trainieren Schüler. Sofern heute im Stadion kein Match stattfindet, müsste es hier nach Trainingsende ziemlich ruhig sein.
Meine abgebrochene Wanderung:
Meine Besichtigung von Korca:
Meine Route:
Kilometerstand: 3513 km (33 km gefahren).