Dienstag, 20. Juni 2023

Kroatien und mehr, Tag 55 (Dienstag, 20.6.2023)

Nach dem anstrengenden gestrigen Tag habe ich relativ schlecht geschlafen, weil ein paar ziemlich intelligente Gelsen (die sich bei Licht meistens verstecken und außerdem zickzack fliegen, so dass man sie kaum erwischt) mich auf jeder freien Fläche Haut gestochen haben. Außerdem war es beim Schlafengehen in Ludwig mit 28 Grad zu heiß (am Morgen hat es 25). Nach dem Frühstück kehre ich den Boden. Ver- und Entsorgung ist für die letzten paar Tage nicht erforderlich. Ich zahle die Rechnung (58,45 Euro) und fahre um 9:15 Uhr ab.


Bis zum Lidl sind es ein paar Kilometer immer der Straße nach. Ich tanke (Diesel ist um 2 Cent teurer geworden und kostet jetzt 1,30 Euro). Der Lidl-Parkplatz ist recht klein und voll, so dass ich mir beim Einparken schwer tue und ziemlich knapp neben dem Rückspiegel eines anderen Wagens stehe (die Seitentür darf ich nur zur Hälfte öffnen, sonst gibt es einen Crash). Ich kaufe Baguette und Salat.


Danach gebe ich Koordinaten aus einem Reiseführer in der Nähe von Klis (ein paar Kilometer in den Bergen oberhalb von Split) ein. Ein Kilometer vor dem Verlassen der vierspurigen Straße gerate ich in einen Stau. Das Navi führt mich geradewegs zu einem falschen Punkt - zum Glück ist genug Platz zum Umdrehen. Ich fahre die Hauptstraße weiter und komme bald zum Wegweiser in Richtung der Festung Klis. Parken ist kostenlos.


Ich besichtige die Festung (Eintritt: 10 Euro), in der Szenen für die Staffeln 4 und 5 von „Game of Thrones“ gedreht wurden. Hier ein paar Fotos:








Es ist 12 Uhr. Ich esse gerade eine Dose Thunfischsalat, als mehrere Busse eintreffen und es rasch klar wird, dass ihnen Ludwig im Weg steht. Ich beeile mich mit dem Essen, gebe einen Aussichtspunkt am Beginn der „Winnetou“-Straße ein, und mache mich auf den Weg. Das Navi schätzt für 169 Kilometer drei Stunden Fahrzeit, also bis 15:30. Aber sofort bremsen mich ein ziemlicher langsamer LKW und einige Straßenbauarbeiten mit Ampelregelung ein. Die Straßen sind passabel bis sehr gut, und meistens sind im kroatischen Hinterland wenige Autos unterwegs. Kurz vor 14 Uhr erreiche ich Drnis und halte bei einem Aussichtspunkt, um ein Foto zu schießen.


Eine halbe Stunde später bin ich in Skradin beim Nationalpark Krka. Hinter einer Brücke ist auf einem kleinen, kostenlosen Parkplatz ein Platz frei. Hier werden die Eintrittskarten kontrolliert, wenn man zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu den Wasserfällen will. Ich überlege kurz, ob ich dorthin gehen soll und dann hier in der Gegend übernachte, aber als ich den Eintrittspreis von 40 Euro sehe, verwerfe ich den Gedanken sofort wieder - da sollte man sich schon den ganzen Tag Zeit nehmen und nicht nur einen halben Nachmittag (noch besser ist es natürlich, im April, Mai oder Oktober zu kommen, denn in diesen Monaten zahlt man die Hälfte, und von November bis März werden 7 Euro verlangt).


Um 16 Uhr kommen in der Nähe von Obrovac die „Winnetou“-Berge ins Sichtfeld.


Ich nenne sie so, weil Christian beim Familienurlaub 2014 eine nicht asphaltierte Straße durch ein landschaftlich besonders schönes Gebiet entdeckt hat, in dem einige Winnetou-Filme gedreht wurden (wie habe ich damals anfangs über die schlechte Straße geflucht!). Heute möchte ich diese Strecke in der Gegenrichtung fahren, nämlich über den Pass Mali Alan nach Sveti Rok. Anfangs - bis zur Überquerung der Autobahn, die dort in einem Tunnel verschwindet - ist die Straße asphaltiert.


Dann kommt der Schotterweg, der genauso ist, wie ich ihn in Erinnerung habe: er erlaubt Geschwindigkeiten zwischen 5 und 20 km/h, hat aber keine tiefen Spurrillen und ist immer breit genug, so dass die wenigen entgegenkommenden Autos kein Problem sind. Ich sehe keine Absperrungen wegen Minen - vielleicht wurden sie geräumt, oder die Kroaten sind der Ansicht, dass es auf ein paar Touristen weniger nicht ankommt. Ich halte häufig, um Fotos zu machen, von denen ich nachfolgend einige präsentiere:










Um 18:10 treffe ich am Pass Mali Alan ein. Ich beschließe, hier zu übernachten, ...


... und koche Chili con Carne mit Tomatensalat.


Mein Weg durch die Festung Klis:


Meine Route:



Kilometerstand: 5041 km (212 km gefahren).