Dienstag, 13. Juni 2023

Albanien und mehr, Tag 48 (Dienstag, 13.6.2023)

Irgendwann in der Nacht hat es aufgehört zu regnen. Morgens um 7 sind zwischen den Wolken größere Flächen blauen Himmels zu sehen (aber schon während des Frühstücks werden sie weniger). Ich überlege, wie ich die Reise fortsetzen soll. Im Valbona-Tal könnte ich es durchaus noch einige Tage aushalten, aber in diesem Fall würde ich gern Wanderungen unternehmen, für die die derzeitige Wetterlage zu unsicher ist - derzeit empfiehlt es sich, sich nicht zu weit von Ludwig zu entfernen. Ich trage das Tal daher in Gedanken in die Liste der Gegenden ein, in die ich gern bei einer anderen Reise zurück kommen werde, und beschließe, weiter zu fahren.


Ich muss zurück nach Bajram Curri. Nach wenigen Kilometern hängen die Wolken so tief, dass man die hoch aufragenden Berge links und rechts nur noch zur Hälfte sieht. Ich habe das Dorf Fierze als Ziel eingegeben. In Richtung Süden sieht das Wetter derzeit recht freundlich aus.


In der Nähe von Fierze legt die kleinere Fähre an, die den Komani-Stausee befährt. Sie hat Platz für ein paar Autos und ist eine Variante, um in Richtung Küste zu gelangen - allerdings natürlich mit Ludwig recht teuer.


500 m weiter befindet sich die Anlegestelle der größeren Fähre. Ich weiß nicht, ob derzeit 
Plätze für Autos vorhanden sind (man muss via Internet buchen, dort wird aber erst beim Absenden der Buchung angezeigt, ob es überhaupt Platz auf dem Boot gibt). Die sinnvollere Variante ist wohl, einen Tagesausflug ohne Auto hin und zurück zu unternehmen (auf den Campingplätzen in Shkodra konnte man solche Touren buchen, bei denen man mit einem Minibus zur Fähre gebracht und wieder abgeholt wird). Aber auch das ist eine Tour, die man bei stabilerem Wetter unternehmen sollte.


Ich fahre die Straße oberhalb des Stausees entlang, ...


... um ein paar Fotos zu schießen. 


Die Straße ist nicht breit, aber immer wieder gibt es Ausweichbuchten. Gelegentlich muss man auf Fahrbahnabsenkungen acht geben.


Es handelt sich um eine Sackgasse. Dort wo die Straße vom Stausee abbiegt, wurde ein Kreuz errichtet. Ich drehe um 10:30 Uhr um.


Schafe, Ziegen, Kühe und Esel - mit oder ohne Hirten - bin ich auf den Straßen Albaniens schon oft begegnet, aber Schweine sind neu.


Ab Fierze liegen mehrere Dutzend kurvenreiche Kilometer vor mir.


Ab einer hohen Staumauer ...


... schraubt sich die jetzt nur noch vier Meter breite Straße in engen Serpentinen den Berg hinauf. 


Es sind wenige Fahrzeuge unterwegs.


Tief unter mir liegt der Stausee.


Die Panoramastraße führt an steilen Berghängen entlang.


Um 12:10 Uhr lege ich eine Pause ...


... mit Aussicht ein und verspeise eine Dose Sardinen. Sogar in dieser verlassenen Gegend habe ich 4G-Internetempfang.


Eine halbe Stunde später fahre ich weiter. Immer wieder ergeben sich tolle Ausblicke auf den Stausee.


Ein Mann und eine Frau stehen am Straßenrand und hoffen auf eine Mitfahrgelegenheit. Da ich nur einen freien Sitzplatz habe, kann ich ihnen diesen Gefallen leider nicht tun.


Etwas später komme ich an einem Stellplatz ...


... (natürlich ebenfalls mit wunderbarer Aussicht) ...


... vorbei (er ist in Park4night eingetragen, es gibt aber entlang dieser Strecke noch viele weitere Möglichkeiten, neben der Straße zu übernachten - man sollte sich nur nirgends hinstellen, wo die Gefahr von Steinschlag besteht). Es ist ein wunderschöner Tag geworden (so viel zur Genauigkeit von Wettervorhersagen!) - aber so ist es eh besser, als wenn ich bei Regen hätte fahren müssen. Da ich schon mehr als 100 km absolviert habe, beschließe ich, den Rest des Tages neben Ludwig zu entspannen und hier die Nacht zu verbringen. Ich suche eine Möglichkeit zu wenden und kehre zum Stellplatz zurück.


Um die noch offenen 6500 Schritte zu absolvieren, marschiere ich an der Straße entlang und wieder zurück.


Zum Abendessen koche ich Chili con Carne mit Tomatensalat. Um 18 Uhr höre ich es donnern, und um 19:45 Uhr beginnt es zu nieseln.


Meine Route:



Kilometerstand: 4176 km (114 km gefahren).