Später zieht eine Herde wilder Tiere an mir vorbei.
Und noch eine. Der Hirte begrüßt mich freundlich. Er spricht ein paar Wörter Englisch und fragt, woher ich komme („Vienna?“ fragt er, als ich „Austria“ sage). Ich schenke ihm zum Abschied ein paar Müsliriegel.
Bei der Abfahrt um 8:15 ist es weiterhin bewölkt, aber der Stausee ist jetzt sichtbar.
Rechts von der gut ausgebauten SH23 befinden sich bewaldete Berge mittlerer Höhe, links eine Hügellandschaft. Im Gegensatz zur Aussage im Womo-Reiseführer sehe ich öfters durchaus brauchbare Stellplätze.
Und es gibt Mülltonnen :-) Die Straßenränder sind gleich wieder deutlich sauberer.
Hinter Krume komme ich an einem Minimarkt vorbei. Brot gibt es nicht, aber ich kann meine Tomaten-Vorräte aufstocken. Bald danach muss ich nach links in Richtung Bajram Curri abbiegen (geradeaus geht es in wenigen Kilometern in den Kosovo). Ab hier ist die Straße nur noch vier Meter breit, aber größtenteils gut asphaltiert und mit regelmäßigen Ausweichen (und auch die Straßenränder bieten meistens noch etwas Platz). Das Navi schlägt anfangs eine Route via Kosovo vor, aber ich ignoriere es.
Meistens verträgt die Straße - wo man minutenlang kein Auto trifft - 30 bis 40 km/h.
18 km vor Bajram Curri, als die Straße entlang der Berghänge mit mäßigem Gefälle in ein Tal hinunterführt, fallen ein paar Regentropfen.
An der ersten Abzweigung nach Bajram Curri steht ein Verkehrszeichen, das eine Maximalbreite von 2,30 m vorgibt - das könnte mit Ludwigs Außenspiegeln knapp werden. Ich umfahre daher die Stadt und nähere mich ihr aus dem Süden. Um 11:20 halte ich bei einem Soldatendenkmal, wo man auch übernachten könnte (leider liegt viel Abfall herum - hier eine Mülltonne aufzustellen, könnte nicht schaden).
Das Nieseln hört während des Mittagessens (Brote mit Aufstrich und Zwiebeln) auf, und es ist sogar an einigen Stellen blauer Himmel zu sehen. Ich stelle Ludwig kurz vor Bajram Curri ab ...
... und spaziere durch die kleine Stadt. Der zentrale Platz und eine Fußgängerzone sind nett herausgeputzt. In Pocket Earth ist etwas versteckt eine Bäckerei eingetragen. Ich finde sie und kaufe einen Laib Brot um 120 Lek. Nachfolgend ein paar Fotos:
Nach einmal Volltanken für Ludwig nehme ich die letzten 27 km in Angriff: das Valbona-Tal. Während Bajram Curri auf 350 m Seehöhe liegt, befindet sich das Ende der asphaltierten Straße auf 1000 m. Die angrenzenden Berge sind über 2000 m hoch. Glücklicherweise haben die Straßenbauer mitgedacht und öfter Haltemöglichkeiten eingeplant, wo man den türkisfarbenen Fluss Valbona fotografieren kann. Ein paar Fotos:
Ich stelle Ludwig auf einer Schotterfläche ab (wo ich heute auch übernachten werde) ...
... und marschiere nach Valbona und wieder zurück. Auf den letzten 500 m erwischt mich leichter Regen. Kaum sitze ich in Ludwig, hört er auch schon wieder auf (später höre ich es allerdings donnern, und ab 18 Uhr regnet es mehr). Zum Abschluss des heutigen Blogbeitrags (bevor ich Bratwürste mit Tomatensalat koche) ein paar Bilder dieser Tour:
Mein Weg durch Bajram Curri:
Meine Tour nach Valbona und zurück:
Meine Route:
Kilometerstand: 4062 km (117 km gefahren).