Ich treffe auf die nach Westen - mit leichter Südneigung - führende SH5, die aus Kukes kommt. Diese Straße ist zwar breiter, aber sonst ändert sich vorläufig wenig. Es gibt weiterhin viele Kurven, wenige Autos (die meisten nehmen wahrscheinlich die weiter im Süden verlaufende Autobahn), und man muss auf Schlaglöcher aufpassen.
Die kleine Stadt Fushe-Arrez hat aus touristischer Sicht nichts zu bieten, aber nun wird die Straße besser (keine Schlaglöcher mehr) und weist weniger Kurven auf. Außerdem werden die Berge niedriger. Die Wolken lockern etwas auf. Nach einigen brauchbaren Übernachtungsplätzen laden in Puke eine Moschee ...
... und eine neue Kirche ...
... zu kurzen Fotostopps ein.
Um 10:15 Uhr erreiche ich einen Stellplatz aus dem Womo-Reiseführer, wo ich mir etwas die Beine vertrete.
Ich befinde mich hier auf 750 m Seehöhe. Rechts hinter mir ist das einsame Bergland zu sehen, das ich gestern durchquert habe.
Etwas mehr als 30 km sind es bis Vau-Deja. Die Straße führt in Serpentinen in ein enges Tal hinunter und am Gegenhang gleich wieder hoch. Ein Stausee kommt ins Blickfeld. Im Womo-Reiseführer sind keine Parkplätze angegeben, deshalb gebe ich als Ziel die Kirche an. Wahrscheinlich könnte ich Ludwig dort irgendwo abstellen, aber ich fahre weiter bis zu einer Tankstelle beim Ortsende, wo es genug Platz gibt. Vau-Deja liegt in 50 m Seehöhe. Die Temperatur beträgt 29 Grad.
Nach einem Mittagssnack mache ich einen Spaziergang durch das Städtchen (der Womo-Reiseführer spricht von 30.000 Einwohnern, das umfasst aber die gesamte Gemeinde). Viel Touristisches hat Vau-Deja nicht zu bieten. Es gibt eine wenige hundert Meter lange gepflasterte Straße mit ein paar winzigen Geschäften und - wie immer in Albanien - einigen Bars, ...
... außerdem die Kirche und davor eine Mutter-Teresa-Statue.
Um etwas mehr Schritte zu gehen, spaziere ich zum Staudamm ...
... und zum Stausee. Danach geht es den gleichen Weg zurück. Vau-Deja ist schmutzig, die Mülltonnen sind überfüllt, und auch daneben liegt viel Abfall. Eigentlich hätte ich auf eine Besichtigung ruhig verzichten können, man versäumt nicht viel.
5 Kilometer weiter befindet sich ein Restaurant, das im Womo-Reiseführer als Kuriosum angeführt ist. Ich weiß nicht, ob es noch in Betrieb ist, jedenfalls wird ein Käufer gesucht.
Auf dem Rückweg bemerke ich eine Rarität: einen Supermarkt mit ein paar Parkplätzen (allerdings ist er so klein, dass ich ihn fast übersehen hätte). Obst und Gemüse gibt es nicht, und ich suche zunächst auch vergeblich nach Brot, bis ich es in einem Fach hinter der Kasse entdecke (wie gewohnt gibt es genau eine Sorte).
Mein letztes Ziel ist nicht ganz 20 km entfernt. Da sich der Albanien-Urlaub dem Ende nähert und ich noch einige Lek habe, möchte ich heute in einem Restaurant essen. In Fishta gibt es den Agrotourismus-Bauernhof Mrizi i Zanave, ...
... der - wenn man die Anzahl der hier um ca. 15 Uhr parkenden Autos und Busse berücksichtigt - ziemlich bekannt sein dürfte. Acht Plätze sind für Womos reserviert. Ich werde heute hier die Nacht verbringen.
Ich frage mich, ob ich hier überhaupt essen kann (im Womo-Reiseführer wird eine telefonische Reservierung empfohlen), ...
... aber ich bekomme einen Tisch ab 18 Uhr.
Es gibt keine Karte, sondern die Kellnerin erklärt, was es zur Auswahl gibt. Ich mache es ihr leicht: ich nehme, was auch sonst üblicherweise serviert wird, und als Fleisch wähle ich Schaf. Preis des mehrgängigen Dinners mit Fruchtsaft als Getränk: 2175 Lek.
Mein Weg durch Vau-Deja:
Meine Route:
Kilometerstand: 4283 km (107 km gefahren).