Ich fahre um 8:30 Uhr los. Das Ziel liegt westlich von Korca auf 1200 m Seehöhe: das Dorf Voskopoja. Eine Parkmöglichkeit kurz nach dem Zentrum könnte für ein Restaurant reserviert sein, darum drehe ich um und stelle Ludwig am Ortsanfang ab.
Voskopoja hatte im 17. und 18. Jahrhundert - je nach Quelle - zwischen 20.000 und 60.000 Einwohner (heute sind es 700).
Ich mache einen längeren Spaziergang, der mich zu sechs Kirchen, einer Kirchenruine und einer alten Steinbogenbrücke bringt. Nachfolgend ein paar Fotos:
Nach einem Mittagssnack fahre ich um 12 Uhr zurück nach Korca und umfahre die Stadt. In einer weiten Hochebene folge ich der SH3 nach Norden, von der dann die SH79 abzweigt und sich einen Pass hinaufschraubt. Hinweis für Albanien-Reisende: während es entlang der Straße nach Voskopoja praktisch keine Übernachtungsplätze gibt, hat man entlang der SH79 - wo wenige Autos unterwegs sind - diesbezüglich viel Auswahl.
Nach einer Stunde treffe ich am Informationspavillon des Nationalparks Prespasee ein. Außer Eidechsen ist niemand anwesend.
Wahrscheinlich kann man hier bestens übernachten, sofern nicht Jugendliche den Parkplatz fürs Driften zweckentfremden (worauf Spuren im Schotter hindeuten).
Der große Prespasee liegt auf albanischem, griechischem und nordmazedonischem Staatsgebiet. Auf der griechischen Seite bin ich 2019 schon gewesen.
Bald nach dem Info-Pavillon lege ich bei einer Kapelle einen Foto-Stopp ein.
Eine schmale, schlechte Straße führt ins Dorf Pustec hinunter. Ich stelle Ludwig ab und spaziere zur Kirche ...
... und ein Stückchen weit außerhalb des verschlafenen Dorfs.
Ich verlasse Pustec über die zweite Zufahrt (die etwas besser ist) und fahre weiter zum Dorf Gollomboc alias Globoceni kurz vor der nordmazedonischen Grenze. Ich parke Ludwig bei einer kleinen Kirche vor dem Dorf ...
... und unternehme einen Spaziergang zum Ufer.
An jedem anderen Tag der letzten Zeit würde ich jetzt Feierabend machen, weil erste Regentropfen fallen, und hier übernachten. Nicht aber heute, denn in der Gegend des Prespasees bleibt der Regen heute aus. Das schöne Wetter muss genutzt werden, deshalb mache ich mich wieder auf den Weg. Ich muss bis zur Hochebene zurück fahren. Dort biege ich nach rechts ab. Ich überhole einen bis zum Zusammenbrechen mit Heu beladenen Pritschenwagen.
Nach einer Serpentine wird erstmals der Ohridsee - ein UNESCO-Welterbe - sichtbar. Zum größeren Teil liegt er in Nordmazedonien.
In Albanien ist Pogradec der größte Ort am See. Ich habe im Navi einen dort in Park4night eingetragenen Stellplatz als Ziel programmiert. Dieser stellt sich als wenig geeignet heraus. Ich fahre langsam weiter und gelange auf eine wenig befahrene Straße, die direkt am Seeufer verläuft. Dort stelle ich Ludwig ab. Folgt man der Straße weiter, kommt man zu einer Art Konzerthalle, wo laute Musik (mehr als 90 dB, also in kürzester Zeit gehörschädigend) gespielt wird. Es scheint sich aber nur um einen Soundcheck zu handeln, der Lärm hört bald wieder auf. Ich beschließe, es zu riskieren und hier die Nacht zu verbringen.
Mein Weg durch Voskopoja:
Meine Route:
Kilometerstand: 3644 km (131 km gefahren).